Verkehr

Das ist ein Plan: Ein Radweg bringt schnelles Netz ins Dorf

Schon 2011 galt die Gahlener Straße als Unfallschwerpunkt.

Schon 2011 galt die Gahlener Straße als Unfallschwerpunkt.

Foto: Franz Naskrent

Kirchhellen.   30 Jahre nach dem Start der Planungen ist die Trasse an der Gahlener Straße baureif. Beim Bau könnten Rohre für Glasfaser mitverlegt werden

Im Oktober will der Fachbereich Tiefbau beginnen mit dem Bau des Rad- und Fußweges nach Schermbeck entlang der Gahlener Straße. Dabei will die Stadt in der Baustelle Rohre für Glasfaserkabel verlegen lassen, um Hardinghausen und Teile von Ekel ans schnelle Internet anschließen zu können. Ein Anbieter steht auch bereit, wenn sich genug Interessenten finden: der Coesfelder Breitband-Anbieter „Muenet“.

Eine fast unendliche Geschichte

Ein Vierteljahrhundert lang schien es so, als bleibe der (unstreitig sinnvolle) Radwegebau an der Gahlener Straße eine unendliche Geschichte. Viele Jahre lang schleppten sich die Verhandlungen des Landesbetriebs Straßen NRW mit Grundstückseigentümern dahin. 2014 endlich setzte der Regionalverband Ruhr( RVR) das Projekt ganz oben auf seine Prioritätenliste, machte Geld dafür frei und bat die Stadt Bottrop, dem Landesbetrieb bei den Verhandlungen zu helfen.

Bottrop, übernehmen Sie!

Daraus entstand im Sommer 2015 ein Vertrag mit dem Kern: Bottrop plant und baut den Radweg, der Landesbetrieb zahlt. Weitere zähe Verhandlungsrunden schlossen sich an. Jetzt meldet der Technische Beigeordnete Klaus Müller Vollzug: „Wir schließen gerade unsere Planungen ab.“

Glasfaser in die Baustelle

Das passt ja prima, sagt dazu Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (CDU), der schon lange mehr Tempo beim Aufbau eines schnellen Datennetzes im Dorf fordert: „Rundherum gibt es bewilligte Förderanträge. Bottrop hat nicht mal einen gestellt.“

Um Bewegung in die Sache zu bringen, haben Bezirksvertreter sich verschiedene Projekte angeschaut. Darunter auch die der Coesfelder Firma „Muenet“, die derzeit in vielen Städten und Dörfern des Münsterlandes Interessenten sammelt und ihnen dann Glasfaserversorgung anbietet. Das Unternehmen spart Kosten, indem es die Leitungen günstig zum Beispiel am Ackerrand verlegt.

Experten sagen: Guter Vorschlag

Und wenn man die Radweg-Baustelle nutzen würde, um die Leitungen zu verlegen? Das haben Schnieder und Anwohner der Gahlener Straße den „Muenet“-Geschäftsführer Patrick Nettels gefragt. Ein guter Vorschlag, sagt der und hat das Gebiet umrissen, das so erschlossen werden könnte (siehe Grafik).

Ein guter Vorschlag, sagen auch die Experten des Fachbereichs Tiefbau. Jetzt braucht Dezernent Müller noch den Bau-Auftrag vom Landesbetrieb, dann kann es im Oktober mit den ersten Baumfällungen losgehen. Wenn sich genügend Interessenten fürs schnelle Netz finden, können bei den Bauarbeiten die Rohre verlegt werden, die Glasfaserkabel aufnehmen. Ludger Schnieder: „Das wäre ein Vorzeigeprojekt für Bottrop.“

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