Apotheker-Skandal

„Das Hospiz war zu keiner Zeit gefährdet“

Leiter und Geschäftsführer des Hospizes Bottrop, Christoph Voegelin und Jürgen Münnich (v.l.), sind auch ein Jahr nach Bekanntwerden des Apothekerskandal erschüttert. Das Spendaufkommen konnte etwa gehalten werden.

Foto: Winfried Labus

Leiter und Geschäftsführer des Hospizes Bottrop, Christoph Voegelin und Jürgen Münnich (v.l.), sind auch ein Jahr nach Bekanntwerden des Apothekerskandal erschüttert. Das Spendaufkommen konnte etwa gehalten werden. Foto: Winfried Labus

Bottrop.  Ausfall der Großspenders konnte ausgeglichen werden. Neue Geldgeber helfen dem Haus

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Skandal um gefälschte Krebsmedikamente durch einen Bottroper Apotheker ging auch am hiesigen Hospiz nicht ganz spurlos vorüber. Zählte doch Peter Stadtmann und dessen einstiges Unternehmen von Anfang an zu den Förderern des Hauses, in dem Sterbenskranke in Würde und schmerzfrei ihre letzte Lebenszeit verbringen. Dabei ging es immerhin um eine knapp sechsstellige Summe, etwa ein Drittel der für den Betrieb des Hauses jährlich benötigten Spenden.

„Die gingen aber letztendlich nicht so zurück, dass wir uns hätten Sorgen machen müssen. Das Hospiz oder die Versorgung der Gäste war zu keiner Zeit gefährdet“, sagt Jürgen Münnich. Für den Geschäftsführer der Einrichtung war es von Anfang wichtig, die Spenden auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Und nach dem Skandal hat sich das einmal mehr als richtig erwiesen. Natürlich hat der Bottroper Spendenlauf in diesem Jahr mit 15 000 Euro nicht soviel eingebracht wie in früheren Jahren. „Aber der Zeitpunkt und vor allem das schlechte Wetter waren ja nicht unbedingt förderlich“, so Münnich.

Bewohner haben freie Apothekerwahl

Aber die Wellen, die der Fall, der ab Montag vor Gericht verhandelt wird, seit einem Jahr schlägt, haben auch vor dem Hospiz nicht Halt gemacht - zumal immer wieder Lieferwagen mit der Aufschrift der „Alte Apotheke“ vor dem Haus zu sehen sind. „Manche, die die Wagen sahen, kamen sogar herein und fragten nach. Wir standen Rede und Antwort und erklärten den Sachverhalt, so wie jetzt ihnen“, sagt Jürgen Münnich.

„Das Unternehmen ist eine von derzeit fünf Apotheken, von der unsere Gäste ihre Medikamente beziehen, denn die haben ja ebenso freie Apotheker- wie freie Arztwahl“, sagt Hospizleiter Christoph Voegelin. Das Haus selbst habe aber weder die gepanschten Medikamente bezogen, die man dort auch gar nicht verabreiche, noch als Einrichtung einen vertraglichen Kontakt zu dem Unternehmen, so Voegelin. Zwei der schwerstkranken Patienten hätten aber seither die Apotheke gewechselt, so der Leiter.

Sein Ehrenamt als Vorsitzender des Hospiz-Fördervereins hat Peter Stadtmann sofort nach Bekanntwerden der schweren Vorwürfe gegen ihn niedergelegt. Die schiere Unglaublichkeit der Vorgänge, der Umfang und die Auswirkung, die sie auf die gesamte Stadt haben, erschüttern aber seit einem Jahr noch Mitarbeiter wie Hospizleitung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik