Serie: Branchen-Mix

Damit die Heckklappe automatisch öffnet

Bastian Rzhea, hier an einem Prüfgerät für Kraftstoff-Pumpanlagen, wird am 1. Januar in die Fußstapfen seines Vaters treten und in die Geschäftsführung der Doga Steuerungstechnik GmbH eintreten.

Bastian Rzhea, hier an einem Prüfgerät für Kraftstoff-Pumpanlagen, wird am 1. Januar in die Fußstapfen seines Vaters treten und in die Geschäftsführung der Doga Steuerungstechnik GmbH eintreten.

Foto: FUNKE FotoServices

Bottrop.   Das große Thema der Doga Steuerungstechnik GmbH in Bottrop ist die Automatisierung von Produktionsabläufen. Kunden kommen etwa aus der Automobilindustrie.

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Wer bei der Doga Steuerungstechnik GmbH arbeitet, sollte a) technikbegeistert und b) reisefreudig sein. Die Anlagen, die von dem Bottroper Betrieb zum Beispiel für die Automobilindustrie speziell konstruiert, gebaut, programmiert, vor Ort in Betrieb genommen und gewartet werden, stehen in Werken in der ganzen Welt. In Shanghai etwa oder in Mexiko. „Jedem, der ein Produkt hat und eine Automatisierung will, können wir weiterhelfen“, sagt André Kolanowski (57), der mit Peter Rzeha (65) die Firma führt.

Ein Beispiel: Ein Kunde hat einen Antrieb fürs automatische Öffnen und Schließen der Auto-Heckklappe entwickelt, händisch den Prototyp erstellt. Dann kommt Doga ins Spiel und entwickelt eine Maschine, um das Produkt automatisch und schnell in gleicher Qualität herzustellen. „Wir bekommen in der Regel auch Taktzeiten vorgegeben, innerhalb derer ein Teil fertig sein muss“, sagt Rzeha. Seit 2008 ist Doga für diesen Kunden tätig.

In einen ganz anderen Bereich geht diese Lieferung für Siemens: Meßsonden-Verschiebegeräte für Gasturbinen. „Die Sonde fährt mit höchster Geschwindigkeit in die Turbine hinein, nimmt Meßdaten, kommt wieder raus“, erläutert Rzeha. Ein immer wichtigerer Punkt werde die Qualitätssicherheit, wobei Doga-Maschinen fertige Produkte kontrollieren. Weitere Kunden für Sondermaschinen gab und gibt es u.a. im Handy-, Energie- oder Umwelttechnikbereich. Kolanowski: „Wir wollen bewusst nicht von einer Branche abhängig sein.“

Gegründet wurde die Doga Steuerungstechnik 1984 in Kirchhellen von den beiden heutigen Geschäftsführern – der Firmenname der damaligen GbR leitet sich von den Namens-Initialen der Ehefrauen ab. Und der Zusatz Steuerungstechnik verweist auf die Anfänge. „Damals haben noch andere die Maschinen gebaut und wir sie zum Leben erweckt“, erzählt Peter Rzeha. Längst bietet die Firma, wie aufgezeigt, Lösungen aus einer Hand.

35 Mitarbeiter hat Doga heute, dazu zählen fünf Auszubildende. Seit Anfang der 1990er Jahre ist die Firma an der Weusterstraße in der Boy beheimatet, möchte auch gern hier bleiben – obwohl die (noch) schlechte Internetanbindung ihre Tücken hat für einen Betrieb, der international Projekte betreibt. Die positive Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre – André Kolanowski spricht von 15 Prozent Umsatzplus für 2015 und vollen Auftragsbüchern – ist der Grund, warum Doga nun eine neue, dritte Halle auf dem Firmengelände bauen möchte. „Darüber sind wir mit der Stadt und der Wirtschaftsförderung im Gespräch“, sagt Kolanowski und wirkt zuversichtlich. Auf dass weiteres Wachstum möglich wird.

Denn die nächste Generation steht bereit, um den Betrieb in die Zukunft zu führen: Die Söhne der Gründer, Tim Kolanowski (32) und Bastian Rzeha (38), arbeiten längst mit. Bastian Rzeha wird sogar zum 1. Januar die Geschäftsleiterposition seines Vaters übernehmen.

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