Stadtrundgang

Corona: So lief der erste Tag mit Maskenpflicht in Bottrop

In Teilen des Stadtgebiets – so wie hier auf der Gladbecker Straße – gilt seit Dienstag die Maskenpflicht. Bei Heinz und Gabi Struck sowie Werner Scharnowski (v. l.) sind die neuen Regeln schon angekommen.

In Teilen des Stadtgebiets – so wie hier auf der Gladbecker Straße – gilt seit Dienstag die Maskenpflicht. Bei Heinz und Gabi Struck sowie Werner Scharnowski (v. l.) sind die neuen Regeln schon angekommen.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Seit Dienstag gilt in Teilen des Bottroper Stadtgebiets die Maskenpflicht. Ist die neue Regel angekommen? Das sagen Bürger und Stadtverwaltung.

Dienstag war der erste Tag, an dem in Bottrop die verschärfte Maskenpflicht galt. In Teilen des Stadtgebiets ist das Tragen eines Mund-Nasenschutzes zum Schutz vor Corona nun vorgeschrieben, weil Bottrop nun auch zu den Risikogebieten zählt. Doch während es für die meisten Bottroper längst ein Automatismus ist, sich vor dem Betreten eines Geschäfts die Maske überzuziehen, so ist es wohl noch ungewohnt, auch auf der Straße Maske zu tragen.

Denn selbstverständlich ist die Maskenpflicht-Nachricht noch gar nicht bei jedem angekommen. Das zeigt ein Streifzug der Lokalredaktion durch einige Stadtgebiete, in denen Mund und Nase hinter Stoff verborgen werden müssen.

Am Südring-Center in Bottrop gilt ebenfalls die Maskenpflicht

Gut zu sehen beispielsweise am Südring-Center. Einige Bottroper setzen ihre Schutzmaske routiniert erst auf, wenn sie den Edeka-Supermarkt, Aldi oder den dm-Markt betreten. Dabei gilt die Regelung inzwischen auf dem gesamten Gelände, also auch auf dem Parkplatz. Es braucht Zeit, bis man sich daran gewöhnt.

Peter und Cordula Kirstein haben die Regel hingegen bereits verinnerlicht. Am Montagabend haben sie davon erfahren. Deshalb tragen sie am Dienstag am Südring-Center eine Maske. Diese Entscheidung halten beide für richtig. Peter Kirstein gehört, wie er selbst sagt, zur Risikogruppe. „Ich könnte nachts nicht mehr ruhig schlafen, wenn ich wüsste, dass ich durch meine Unachtsamkeit jemanden anstecke“, sagt er.

Bottroper sorgen sich vor steigenden Infektionszahlen

Auch Heinz Struck und Werner Scharnowski, die sich auf der Gladbecker Straße in der Innenstadt unterhalten, befürworten die Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt. „Da müssen wir durch“, meint Struck. Scharnowski berichtet von einem Bekannten, der zurzeit im Berchtesgadener Land im Urlaub festsitzt und sein Hotelzimmer nicht verlassen darf. Mit ihm möchte er nicht tauschen. Hintergrund: Die bayrische Region kommt auf über 200 Neuinfektionen innerhalb einer Woche. Als Konsequenz wurde ein lokaler Lockdown verhängt. Beide Bottroper waren nicht überrascht, dass ihre Stadt zum Risikogebiet wird. Scharnowski ärgert sich vor allem über die „Masken-Verweigerer“. „Da kann man nur den Kopf schütteln“, sagt er.

In Kirchhellen ist zur Mittagszeit die überwiegende Mehrzahl der Bürger mit Schutzmaske unterwegs im Dorfkern. Die Ausweitung der Maskenpflicht, eine richtige Entscheidung? „Absolut“ sagt eine Kirchhellenerin, sie arbeite „an der Front“, sei Arzthelfern, eigentlich komme die neue Regel schon fast zu spät sagt sie. Ihre Befürchtung: „Ich bin gespannt, wann Berchtesgaden hier ist.“

Einweiser am Movie Park weisen ankommende Besucher auf Maskenpflicht im Umfeld hin

Der Movie Park hat auf die Verfügung der Stadt Bottrop reagiert. Auch im Park gilt nun die Maskenpflicht, so der Hinweis unter anderem auf der Facebook-Seite des Parks. Die Einweiser auf den Parkplätze sind ebenfalls vorbereitet, mit Piktogrammen machen sie die ankommenden Gäste auf die Maskenpflicht aufmerksam. Auch hier sind zur Mittagszeit die Gäste diszipliniert. Lediglich eine Gruppe Jugendlicher auf einer der Bänke am Parkplatz hat die neue Regel wohl noch nicht mitbekommen und hält nichts vom Abstand halten.

Tatsächlich fällt auf, dass insbesondere bei jüngeren Bottropern oder augenscheinlich auch bei Menschen mit Migrationshintergrund, die neuen Regeln noch nicht angekommen zu sein scheinen. Hier müssen die Informationen womöglich noch über andere Nachrichtenkanäle oder in anderen Sprachen gespielt werden, um auch diese Gruppen zu erreichen und sie für den Pandemie-Schutz zu sensibilisieren.

Verantwortliche bei der Stadt ziehen positives Fazit des ersten Tags mit Maskenpflicht

Nichtsdestotrotz: Die Verantwortlichen bei der Stadt sind nach dem ersten Tag Maskenpflicht „nicht unzufrieden“. So drückt es Stadtsprecher Andreas Pläsken aus. Denn auch bei der Stadt weiß man, dass es dauert, bis die Information bei allen angekommen ist. Pläsken verweist auf das Beispiel Wochenmarkt. Dort hätten erst die Info-Schilder, die die Stadt aufgehängt hat, die Situation verbessert. Dagegen sei der erste Tag der Maskenpflicht schon gut verlaufen.

Aktuell arbeitet die Stadt an einer entsprechenden Beschilderung. Doch wann genau die angebracht wird, kann Pläsken noch nicht sagen. Er geht davon aus, dass über 200 Schilder gebraucht werden. Die müssten ja auch erst einmal produziert werden. Und Bottrop sei eben nicht die einzige Stadt, die den Bedarf hat.

+++ Lesen Sie die aktuellen Entwicklungen rund um Corona in Bottrop in unserem lokalen Newsblog +++

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