Fördermittel in Coronazeiten

Corona-Schutzschirm für Bottrops Comedy im Saal

Nicht nur dieses Glas, auch der Saal ist derzeit halb leer - selbst wenn es heißt„ausverkauft“. Benjamin Eisenberg brauchte für sein Comedy-Format Hilfe - und bekam sie.

Nicht nur dieses Glas, auch der Saal ist derzeit halb leer - selbst wenn es heißt„ausverkauft“. Benjamin Eisenberg brauchte für sein Comedy-Format Hilfe - und bekam sie.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Sparkasse hilft dem Kabarettisten Benjamin Eisenberg, die Einnahmeverluste auszugleichen. Hygieneregeln erlauben nur geringe Platzauslastung.

Die Vereinte Volksbank hilft der Reihe Kabarett im Hof in Kirchhellen über die Runden (die WAZ berichtete). Die Sparkasse hat jetzt ihren Corona-Schutzschirm ebenfalls über Benjamin Eisenberg aufgespannt und gleicht die Einnahmeverluste im langjährigen Bottroper Erfolgsformat „Comedy im Saal“ aus. Denn sonst würde die beliebte Kabarett- und Comedy-Reihe möglicherweise das Frühjahr nicht mehr erleben.

Denn selbst wenn „ausverkauft“ auf Ankündigungen oder im Internet zu lesen ist, heißt das lange nicht, dass alle 200 Plätze im Kammerkonzertsaal besetzt sein dürfen. „Wir müssen unter 100 Besuchern bleiben, um Sicherheitsabstande und neben den geforderten Hygieneregeln einhalten zu können“, wie Benjamin Eisenberg bereits vor einiger Zeit angekündigt hat. Das sind dann weniger als die Hälfte der normalerweise zur Verfügung stehenden Plätze - und dementsprechen auch weniger Einnahmen.

In der Freien Szene ist fast alles „auf Kante genäht“

Bei den ohnehin in der freien Szene „auf Kante“ genähten Einnahmeverhältnissen wäre bei Comedy im Saal (CiS) möglicherweise bald der Vorhang gar nicht mehr hochgegangen. „Das wollten wir verhindern“, sagt Birgit Struwe von der Sparkasse und verweist zugleich auf die Förderung durch das Geldhaus auch anderer Bereiche, die durch die Pandemie Einbußen verzeichnen mussten. Bei Comedy im Saal geht es um den Ausgleich der Einnahmeausfälle der zunächst der nächsten drei Shows bis Ende des Jahres. Man könne sich aber eine Fortsetzung durchaus vorstellen und das nicht nur für Benjamin Eisenberg, sondern auch bei anderen Kulturschaffenden oder Vereinen, die zurzeit nicht so arbeiten können, wie in normalen Zeiten, so Birgit Struwe weiter.

Auf jeden Fall werde die Sparkasse und die Kulturstiftung der Sparkasse die aktuelle Situation aufmerksam beobachten und vor allem dort versuchen einzuspringen, wo die Pandemie gerade große Löcher reißt. „Soeben haben wir auch dem Musical-Verein ,Die Zweitbesetzung’ unter die Arme gegriffen, die alle Aufführungen absagen mussten“, so Birgit Struwe. Einen eigenen Corona-Topf habe die Sparkasse allerdings nicht ins Leben gerufen. Es könne nur sein, dass die vorhandenen Mittel etwas anders als üblich verteilt würden.

Wenn zum Beispiel Aufführungen wie das Gospelkonzert des Jazzclubs entfallen muss oder die Austellung der Kunstgemeinschaft nicht stattfinden kann, werden andere Formate unterstützt. So sei beispielsweise auch der Bottroper Voice-Contest der Musikschule nicht ausgefallen, sondern die coronakonforme Variante sei gefördert worden.

Im vergangenen Jahr hat das Institut Kultur und Vereine mit 60.000 Euro unterstützt. Dazu kamen noch einmal 35.000 Euro von der Kulturstiftung. „Und diese Größenordnung wird auch in diesem Jahr so bleiben, wir fördern anders aber nicht weniger.“

Geldinstitut fördert während Corona nicht weniger, nur anders

Natürlich ist es immer gut, wenn ein spendenberechtigter Verein hinter einem Förderprojekt stehe, wie zum Beispiel die evangelische Kirchengemeinde als Kooperationspartner von Comedy im Saal oder Kunstgemeinschaft oder Künstlerbund als eingetragene Vereine, die spenden entgegen nehmen dürfen. Die abgesagten Konzerte des Klavierfestivals Ruhr sollen nachgeholt werden und natürlich bleibt die Förderung durch die Sparkasse bestehen. Wie gesagt. „Wir fördern nicht weniger, wir verteilen vielleicht jetzt nur anders“, sagt Birgit Struwe.

Und wenn sich die Corona-Situation in den nächsten Monaten nicht ändern sollte, werden auch an eine Verlängerung zum Beispiel beim Schutzschirm für Comedy im Saal nachgedacht. Das Ziel: Die freie Szene und die Bottroper Kultur- und Vereinslandschaft mit sowenig Schaden wie möglich durch diese Zeit zu führen.

Spendenplattform und Crowdfunding beider Bottroper Geldinstitute

Auch Bottroper Bürger können über die Sparkasse in Coronazeiten helfen. Da gibt es zum Beispiel die Gutschein-Plattform oder die WirWunderSpendenplattform, bei der die Sparkasse mit drauflegt. www.sparkasse-bottrop.de.

Auch die Vereinte Volksbank hat in der Coronazeit ein ähnliches Hilfsprojekt aufgelegt und arbeitet im Sinne des Crowdfundings. www.vereinte-volksbank.de.

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