Pandemie

Corona: Private Treffen und Pendler treiben die Fallzahlen

Polizei und Ordnungsdienst haben am Abend eine Veranstaltungshalle an der Knippenburg kontrolliert. Es gab Hinweise auf eine Hochzeit mit 150 Teilnehmern. Vor Ort erwies sich Feier aber als überschaubar.

Polizei und Ordnungsdienst haben am Abend eine Veranstaltungshalle an der Knippenburg kontrolliert. Es gab Hinweise auf eine Hochzeit mit 150 Teilnehmern. Vor Ort erwies sich Feier aber als überschaubar.

Foto: Kai Süselbeck

Bottrop.  Bald könnte auch in Bottrop die kritische Schwelle von 50 Neuinfektionen in sieben Tagen überschritten werden. Das befürchtet der Krisenstab.

Die Zahl der Neuinfektionen hat in Bottrop den Warnwert von 35 Fällen in sieben Tagen überschritten. Und der Anstieg könnte weitergehen, befürchtet der Bottroper Krisenstab. „Wir können sehr schnell auch an den Wert von 50 Fällen in sieben Tagen kommen“, warnt dessen Sprecher Andreas Pläsken. In diesem Fall schreibt das Land weitere Beschränkungen vor. Der Krisenstab will am Montag „eindeutig neue Spielregeln kommunizieren“, kündigt Pläsken an.

Die Bilder vom kleinen gallischen Dorf oder einer „Insel der Seligen“ sind in den Tagen oft benutzt worden, um das Infektionsgeschehen in Bottrop und Oberhausen zu beschreiben: Während in der Woche in Gladbeck, Gelsenkirchen, Essen und Herne die Fallzahlen rasant anstiegen, blieben die Inzidenzzahlen in beiden Städten unterhalb der Warnwerte. Bis Freitag früh.

„Das war nur eine Frage der Zeit“

„Das war nur eine Frage der Zeit“, kommentiert Pläsken die Entwicklung der Infektionen. „Wir haben hier keinen Zauberstab und können keine Mauer um Bottrop bauen. Ein gewisser Austausch ist gar nicht zu vermeiden.“ Zum Beispiel mit Einpendlern aus den Nachbarstädten, die das Virus an ihre Bottroper Arbeitsplätze eingeschleppt hätten.

Mehr als die Hälfte der Infektionen, sagt Pläsken, seien im privaten Bereich entstanden: in Doppelkopfrunden oder Kegelclubs, die sich daheim getroffen hätten. Vor diesem Hintergrund wiederholt Pläsken eindringlich die Mahnung von Krisenstab-Chef Paul Ketzer: Wir müssen nicht alles machen, nur weil wir es - noch - dürfen. Pläsken: „Es geht nichts über Eigenverantwortung. Alle müssen sich jetzt am Riemen reißen. Die zweite Welle ist in Bottrop angekommen.“

Weitere Beschränkungen

Um zusätzliche Menschenansammlungen zu vermeiden, hat die Stadt bereits am Donnerstag Martinsfeuer rund um St. Martin untersagt. Martinszüge dürfen grundsätzlich stattfinden, hatte das Land entschieden. Dennoch haben die ersten Veranstalter ihre Züge bereits abgesagt. In der Gastronomie setzten die meisten Gastwirte die Corona-Beschränkungen verantwortlich um, sagt Pläsken nach den ersten Kontrollen: „Wir haben nicht das Gefühl, dass dort geschludert wird.“

Wie geht es weiter? Überschreitet die Sieben-Tages-Inzidenz die Marke von 50 Fällen, gilt seit Freitag automatisch die „Gefährdungsstufe 2“: Nur noch höchstens 10 Personen dürfen sich zu privaten Feiern treffen. Öffnungszeiten von Gaststätten werden eingeschränkt. Die Obergrenze für Veranstaltungen sinkt auf 100 (draußen wie drinnen; in Innenräumen gilt die Maskenpflicht dann auch am Sitzplatz). Die beiden Krankenhäuser der Stadt fahren die Sicherheit für Patienten und Personal hoch, indem sie Besuche beschränken, ohne sie zu verbieten.

Der Krisenstab wird nach Pläskens Angaben die erwartete neue Corona-Schutzverordnung des Landes studieren und, „wenn uns nicht etwas wirklich Dickes dazwischenkommt“, am Montag über weitere Maßnahmen für Bottrop beraten.

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