Personalmangel

Corona-Info-Telefon der Stadt ist völlig überlastet

15 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr werden die Stadtverwaltung  vor allem bei der Kontaktverfolgung unterstützten. Die Zusage liegt jetzt vor.

15 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr werden die Stadtverwaltung vor allem bei der Kontaktverfolgung unterstützten. Die Zusage liegt jetzt vor.

Foto: Olivia Fetter / ofe

Bottrop.  Zwar schickt die Bundeswehr 15 Kräfte nach Bottrop, doch die werden zur Kontaktverfolgung eingesetzt. Die Wartezeiten am Info-Telefon bleiben.

Die zweite Welle der Corona-Pandemie führt zu zahlreichen Rückfragen an das städtische Corona-Info-Telefon und an das Gesundheitsamt. Allerdings können die städtischen Mitarbeiter derzeit kaum alle Anrufe entgegennehmen, so dass viele Bürgerinnen und Bürger in der Warteschleife hängen bleiben. Die Stadt Bottrop hat unterdessen die Zusage der Bundeswehr bekommen, 15 Soldatinnen und Soldaten zu entsenden, um das städtische Personal vor allem bei der Kontaktverfolgung zu unterstützen.

„Wir haben in der derzeitigen Situation einfach kein Personal, das diese Mail-Anfragen mit teilweise sehr detaillierten Anfragen beantworten könnte“, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes, Christian Marga. Das Personal fehlt, weil alle Kräfte an der derzeit wichtigsten Aufgabe arbeiten und eingesetzt werden - und diese heißt: Unter allen Umständen versuchen, die Infektionsketten nachzuverfolgen und vorsorgliche Quarantäne in Einzelfällen anzuordnen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Der Run auf das Corona-Telefon dürfte noch zunehmen

Der Bottroper Krisenstab rechnet mit einem weiteren Run auf die Corona-Telefonauskunft, wenn die neuen Maßnahmen aus der Konferenz der Ministerpräsenten und der Bundesregierung in neue Verordnungen des Landes umgesetzt werden. Krisenstabsleiter Paul Ketzer sieht hier ein großes Problem. Zwar werden am Info-Telefon täglich 150 bis 200 Anfragen beantwortet, das Bedürfnis, eine telefonische Auskunft zu bekommen, ist aber größer. Das Gleiche gilt auch für die E-Mail-Postfächer insbesondere des Gesundheitsamtes.

„Es steht alles auf Rot“, sagt Paul Ketzer. Beim Personaleinsatz müsse man Schwerpunkte setzen, die sich an den notwendigen Aufgaben in der gegenwärtigen Situation orientierten. Zwar versuche man, auch für das Info-Telefon eine Lösung für eine bessere Erreichbarkeit zu finden. Die Hauptaufgabe sei aber die Kontaktverfolgung und die Quarantäne-Anordnung. Diese habe Priorität.

Viele Fragen sind an anderer Stelle schon beantwortet

Teilweise sind es medizinische Fragen, die an das Corona-Info-Telefon gestellt werden, teilweise geht es um Interpretationen der aktuellen Corona-Verordnungen. Ketzer: „Viele Fragen sind unnötig, weil sie ausführlich auf den einschlägigen Internet-Seiten beispielsweise des Robert-Koch-Instituts, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Landeszentrums für Gesundheit oder der Stadt Bottrop ausführlich beantwortet werden.“

Der Krisenstabsleiter bittet daher darum, sich vor einem Anruf sowohl beim Gesundheitsamt als auch beim Info-Telefon genau zu überlegen, ob diese tatsächlich nötig sei oder ob die eigene Frage nicht schon von anderen öffentlichen Quellen der Gesundheitsbehörden hinreichend beantwortet wird. „Solche eingesparten Anrufe und E-Mails würden uns enorm entlasten und helfen, die Situation weiterhin zu kontrollieren.“

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