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Bürgerbüro Bottrop: Wie man jetzt noch Reisedokumente kriegt

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Wer jetzt noch einen Reisepass für die Sommerferien braucht, muss sich beeilen, einen Termin im Bottroper Bürgerbüro zu bekommen.

Wer jetzt noch einen Reisepass für die Sommerferien braucht, muss sich beeilen, einen Termin im Bottroper Bürgerbüro zu bekommen.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Kurz vor den Sommerferien fällt manchem auf, dass Pass oder Personalausweis abgelaufen ist. Diese Möglichkeiten gibt’s im Bürgerbüro Bottrop.

Wer in der Nachbarstadt Essen gerade einen Termin in einem der dortigen Bürgerämter reservieren will, muss sich lange gedulden. Die nächste Möglichkeit dazu gibt es erst am 31. August – also in zehn Wochen. In Bottrop ist die Lage deutlich besser, trotzdem kann es für denjenigen, dem Dokumente für die Sommerferienreise fehlen, knapp werden.

Im Bottroper Bürgerbüro sind in der kommenden Woche noch einige Termine frei, eine Woche Vorlauf müsse man etwa einplanen, sagt Abteilungsleiterin Ira Jodenko. Aber: „Der Andrang ist immens.“ Seit Anfang des Jahres sei die Nachfrage nach Dokumenten um 30 Prozent gestiegen, nun, kurz vor den Sommerferien, noch einmal mehr.

Reisepass und Personalausweis: Hohe Anfrage im Bottroper Bürgerbüro

Deswegen habe die Bundesdruckerei ihre Lieferzeiten verlängert. Auf einen Reisepass wartet man aktuell sechs bis acht Wochen, auf einen Personalausweis vier bis fünf Wochen. Da sind die Ferien schon fast wieder vorbei. Normalerweise dauert die Bearbeitungszeit ein bis zwei Wochen weniger.

Eine Alternative ist der vorläufige Personalausweis, der sofort ausgestellt wird, allerdings nicht in allen Ländern ausreicht für die Einreise. „Wir geben da keine Empfehlung“, sagt Ira Jodenko. „Das müssen die Leute selbst beim Auswärtigen Amt nachgucken, es gibt zu viele Staaten mit unterschiedlichen Regeln.“ Grundsätzlich kann man innerhalb der Europäischen Union mit einem Personalausweis reisen, für Staaten außerhalb braucht es einen Reisepass.

Der wiederum wird nicht vorläufig ausgestellt, aber es gibt die Möglichkeit, einen Express-Reisepass zu bestellen, der allerdings deutlich teurer ist. Aktuelle Bearbeitungszeit: fünf Werktage. Auch diese Zeit könne sich angesichts der hohen Nachfrage aber verlängern, gibt die Abteilungsleiterin des Bürgerbüros zu bedenken.

Wer sehr zeitnah ein Dokument benötigt, kann täglich zwischen 8 und 10 Uhr ohne Termin ins Bürgerbüro kommen. „Dann muss man allerdings mit Wartezeiten rechnen“, sagt Ira Jodenko, „denn wir ziehen unsere Kunden mit Termin vor.“ Die Möglichkeit, auch ohne Termin Dokumente zu beantragen, hatte die Stadt vergangenes Jahr wegen der erhöhten Nachfrage nach Lockerung der Corona-Beschränkungen eingeführt. In Essen beispielsweise gibt es ein solches Zeitfenster nicht.

Kinderreisepässe in Bottrop: Gültigkeit nur noch ein Jahr

Ein Problem, das viele Familien betrifft: Seit vergangenem Jahr ist die Gültigkeit der Kinderreisepässe auf ein Jahr herabgesenkt worden. Viele haben das nicht mitbekommen und sind jetzt überrascht, dass die Gültigkeit des Dokuments schon abgelaufen ist. Das Gute: Ein Kinderreisepass kann immer sofort verlängert und wieder mitgenommen werden, es gibt keine Bearbeitungszeit.

Auch für unter 16-Jährige gebe es aber die Möglichkeit, einen sechs Jahre gültigen Reisepass zu beantragen. Der ist allerdings teurer und lohne sich, so Ira Jodenko, nur bei etwas älteren Kindern, weil zum Beispiel Babys und Kleinkinder sich noch zu stark verändern und dann nicht mehr auf dem Passbild zu erkennen sind.

Ausweisdokumente müssen in der Heimatstadt beantragt werden

Wer für sein Kind einen Kinderreisepass oder regulären Pass beantragen will, muss mit Kind erscheinen sowie mit beiden Elternteilen. Fehlt ein Elternteil, braucht es eine schriftliche Erklärung des anderen Sorgeberechtigten sowie dessen Personalausweis. Außerdem müssen die Geburtsurkunde sowie der bisherige Kinderreisepass mitgebracht werden.

Ausweisdokumente in einer anderen Stadt zu beantragen, ist übrigens in der Regel nicht möglich. „Das geht nur in absoluten Ausnahmefällen“, sagt Ira Jodenko. Dafür bräuchte man eine Ermächtigung der Heimatstadt – ein bürokratischer Aufwand, der sich nicht lohnt und ebenfalls Zeit frisst.

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