Bergwerk Prosper-Haniel

Bürger um Bottroper Zeche Prosper IV fürchten Verkehrschaos

Auf der Straße Vossundern parken oft Autos. Das könnte eng werden, wenn Sattelschlepper Sand zur Zeche bringen.

Auf der Straße Vossundern parken oft Autos. Das könnte eng werden, wenn Sattelschlepper Sand zur Zeche bringen.

Foto: Norbert Jänecke

Bottrop.  Der Schacht der Bottroper Zeche Prosper IV wird verfüllt. Bürger befürchten, dass es Monate lang zu Lärm, Schmutz und einem Verkehrschaos kommt.

Der Anlieferverkehr zur Verfüllung von Schacht 9 bereitet den Anwohnern um die Zeche Prosper IV große Sorgen. Sie befürchten, dass es deshalb zu einem großen Verkehrschaos in ihrer Siedlung sowie zu Monate langem Dauerlärm und viel Schmutz kommen wird. Denn ab Anfang August werden täglich mehr als 50 Lastwagen aus der Kirchheller Heide Sand zur Zeche bringen. Dieser wird für den Beton gebraucht, mit dem die RAG den Schacht zuschütten wird. Darüber hatten Vertreter des Bergwerks Prosper-Haniel die Anwohner auf einer Versammlung in der Schwarzkaue der Zeche unterrichtet.

Den Sand, den Werksleiter Thomas Telsemeyer bis zum Beginn der Verfüllung im Oktober so lange auf dem früheren Mitarbeiterparkplatz der Zeche zwischenlagern lassen will, bringen die Laster aus einer Grube an der Gahlener Straße nach Grafenwald. Die Sattelschlepper fahren dazu über die Bottroper Straße und dann über die Straße Vossundern zur Zeche. Jeden Tag liefern ab August daher bis zu 54 Lkw in der Zeit zwischen 7 Uhr und 17 Uhr um die 1500 Tonnen Sand an. Wenn sie den Sand abgeschüttet haben, sollen die leeren Lastwagen über die Fernewaldstraße zurück zur Bottroper Straße fahren. Das sehen zumindest die Planer des Bergwerkes so vor.

Im starker Gegenverkehr wäre für schwere Lastwagen kaum ein Durchkommen

Anwohner halten davon allerdings wenig. „Über die Straße Vossundern kommt jetzt schon der ganze Autoverkehr, der aus Oberhausen und Grafenwald in Richtung Bottrop und Gladbeck fahren will“, warnte Bezirksvertreter Willi Kaminski (SPD) noch während der Anwohnerversammlung in der Zeche. Kaminski ist selbst Anwohner an Vossundern. Die Lkw müssten während der Anfahrt zur Zeche über diese Route mit starkem Gegenverkehr rechnen, erklärte er. Hinzu komme, dass eine ganze Reihe von Anwohnern auch ihre Autos auf der Straße zum Parken abstellen müssen. Damit seien Engstellen geradezu vorprogrammiert.

„Die Schneiderstraße ist ja gesperrt“, mahnt auch SPD-Ratsherr Markus Kaufmann. Daher habe der Verkehr auf der Straße Vossundern ohnehin sehr stark zugenommen. Dass ab August täglich alle elf Minuten ein Lkw durch diesen dichten Verkehr zur Zeche fahren soll, wollen die Grafenwälder daher nicht ohne weiteres hinnehmen. Die Anwohner zweifeln auch daran, dass die Straße für die viele Tonnen schweren Lastwagen überhaupt gut genug befestigt ist. Sie fordern, dass das Bergwerk eine Bestandsaufnahme des Straßenzustandes vornimmt, bevor der Lieferverkehr beginnt. Denn für die absehbar nötige Sanierung der Straße nach der Verfüllung des Schachtes wollen die Bürger auf keinen Fall die Kosten mittragen müssen.

Ratsherr fragt nach festen Ansprechpartnern für die Dauer der Arbeiten

Schon während der Anwohnerversammlung kamen auch Fragen nach Schadensersatzansprüchen auf, falls Fahrzeuge und Häuser durch Staub verschmutzt oder sogar etwa durch Karambolagen mit den Lastwagen beschädigt werden. SPD-Ratsherr Markus Kaufmann schlägt daher auch vor, dass die Anwohner für die Dauer der Arbeiten feste Ansprechpartner bekommen, wenn sie Fragen oder Beschwerden haben. „Es geht auf keinen Fall, dass die Bürger da hin und her telefonieren müssen, und am Ende womöglich doch keine Auskunft erhalten“, betonte der Grafenwälder.

Ohnehin schwebt den Bürgern eine Route für den Anlieferverkehr vor, der aus ihrer Sicht weitaus besser geeignet ist: Die Sattelschlepper sollten von der Bottroper Straße aus zwar in die Straße Vossundern einbiegen, dann aber sofort links abbiegen und über die Fernewaldstraße zur Zeche fahren. Die Rückfahrt könnten die Fahrer die dann leeren Lkw auf der Straße Vossundern einfacher durch den Verkehr rangieren. „Die Fernewaldstraße ist auch besser befestigt und daher eher geeignet für den Schwerlastverkehr“, betont Markus Kaufmann - Vertreter des Bergwerks Prosper-Haniel haben zugesagt, diesen Vorschlag der Anwohner zu prüfen.

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