Schachtverfüllung

Bürger fordern: Lkw über Schöttelheide zur Zeche lotsen

Die Zeche Prosper IV mit Schacht 9 in Grafenwald.

Die Zeche Prosper IV mit Schacht 9 in Grafenwald.

Foto: Hans Blossey

Bottrop-Grafenwald.  Bei der Verfüllung von Schacht 9 in Grafenwald ziehen Anwohner eine Route für die Schwerlaster entlang der Halde Schöttelheide vor.

Bei der Verfüllung von Schacht 9 in Grafenwald zieht eine Reihe von Anwohnern eine Route für den Schwerlastverkehr entlang der Halde Schöttelheide vor. Anstatt über die Fernewaldstraße oder die Straße Vossundern würden die täglich mehr als 50 Sattelschlepper Sand und Zement dann quasi von hinten auf das Gelände der Zeche Prosper IV bringen. „Die Lkw können über die Schachtanlage Haniel weiter über die Schöttelhalde bis zur ja vorhandenen nördlichen Haldenabfahrt geführt werden und dann die letzten Meter über den Waldweg“, meint der Grafenwälder Jürgen Notthoff.

Vertreter des Bergwerks Prosper-Haniel sowie der Stadtverwaltung halten von dieser Idee allerdings nicht viel. Vertreter des Bergwerks hatten während der Anwohnerversammlung vor zehn Tagen in der Zeche Prosper IV darauf hingewiesen, dass durch diese Route die Freizeitwege stark in Mitleidenschaft gezogen würde und es zu einer enormen Staubbelastung käme. Außerdem sei der Artenschutz ein Hindernis. Das Bergwerk habe diesen Lieferweg daher nicht weiter in Betracht gezogen.

Tankwagen könnten Wege bewässern, um Staub zu vermeiden

„Dies ist von uns nicht nachvollziehbar“, erklärt Vossundern-Anwohner Jürgen Notthoff in einem Schreiben an die Stadtverwaltung. Durch die Route entlang der Halde Schöttelheide könnten die Schwerlaster das Zechengelände direkt von hinten ansteuern. „Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass weder der Vossundern noch die Fernewaldstraße zusätzlich belastet werden. Außerdem wird kein einziger Anwohner, die ohnehin während der Verfüllarbeiten einiges zu ertragen haben werden, zusätzlich durch Staub und Lärm belastet“, argumentiert der Grafenwälder.

Die Staubbelastung im Umkreis der Halde könne vermieden werden, indem Tankwagen die Wege bewässern, entgegnet der Anwohner den Bedenken der Planer. Wanderer, Jogger, oder Radfahrer könnten südlich an der Halde vorbei geführt werden. Dies sei schließlich auch so praktiziert worden, als die RAG an der nördlichen Seite der Halde die Entwässerung saniert hat. „Es geht letztendlich nur um die letzten zirka 100 Meter Waldweg, wo angeblich der Artenschutz zum tragen kommt“, meint Jürgen Notthoff. Als Schwertransporter die Halde Schöttelheide aufgeschüttet hatten, habe das aber offenbar keine Rolle gespielt, wundert sich der Anwohner.

Leere Schwerlaster verursachen womöglich noch mehr Lärm

„Letztendlich kann Artenschutz in diesem Fall nicht über Menschenschutz stehen“, findet Jürgen Notthoff. Die Verkehrsbelastung und die damit verbundene Lärmbelästigung der Anwohner des Vossundern sei schon durch die einseitige Sperrung der Schneiderstraße jetzt schon enorm. Durch die von Bergwerk und Stadt ins Auge gefassten Routen für den Schwerlastverkehr zur Zeche Prosper IV ändere sich daran so gut wie nichts.

Der erste Plan sieht vor, dass die mit dem Sand beladenen LKW über die Straße Vossundern zur Zeche fahren sollen und die entladenen Lkw zurück über die Fernewaldstraße zur Bottroper Straße rollen. Auf der als Alternative vorgeschlagenen Strecke würden die Lastwagen lediglich umgekehrt fahren, beladen über die Fernewaldstraße und entladen über die Straße Vossundern. Dies bringe den Anwohnern allerdings keinerlei Entlastung. Notthoff: „Die Lärm- und Staubbelästigung der Anwohner auf Vossundern bleibt gleich. Wahrscheinlich ist der Lärm der leeren LKW sogar höher.“

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