Grundwasser

Brunnenwasser hilft in Bottrop beim Gießen und Sparen

Sie diskutieren über neue Standorte für Grundwasserbrunnen: Betriebsleiter Jürgen Heidtmann, Bädermitarbeiter Daniel Dettke sowie die DKP-Vertreter Stephan Nowaczek und Michael Gerber (von links).

Sie diskutieren über neue Standorte für Grundwasserbrunnen: Betriebsleiter Jürgen Heidtmann, Bädermitarbeiter Daniel Dettke sowie die DKP-Vertreter Stephan Nowaczek und Michael Gerber (von links).

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Die Brunnen fürs Hallenbad und die Sportplätze im Bottroper Sportpark machen sich bezahlt. Die Stadt prüft, ob sich Brunnen auch woanders lohnen.

Der Sport- und Bäderbetrieb der Stadt will mehr Brunnen anlegen, um die Sportplätze zu bewässern. „Wir werden prüfen, an welchen Stellen das ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist“, sagte Betriebsleiter Jürgen Heidtmann. Als Vorbild dienen die Brunnen im Sportpark an der Parkstraße, die das Hallenbad mit Wasser speisen und die auch zur Bewässerung der beiden Sportplätze im Sportpark dienen. Denn mit dem Brunnenwasser spart der städtische Tochterbetrieb ordentlich Geld, wie Rechnungsprüfer der Stadt jetzt vorgerechnet haben.

Drei Grundwasserbrunnen hatte der Sport- und Bäderbetrieb vor gut zwölf Jahren parallel zum Neubau des Hallenbades bohren lassen. Ein Brunnen versorgt das Hallenbad, aus dem zweiten Brunnen holen die Platzwarte Wasser zur Berieselung des Rasenplatzes im Jahnstadion sowie des Kunstrasenplatzes an der Hans-Böckler-Straße. Auch die Gärtner der Stadt holen sich Wasser aus den Brunnen im Sportpark. „Die städtischen Gärtner seien zu Stammgästen im Sportpark geworden, meint Bäder-Mitarbeiter Daniel Dettke. Der dritte Brunnen dient als Reserve, falls die anderen beiden Brunnen ausfallen oder Wartungsarbeiten nötig werden. „Die Brunnen rechnen sich und haben sich bezahlt gemacht“, stellt Sportbetriebsleiter Jürgen Heidtmann fest.

Brunnen-Projekt wurde günstiger als geplant

Er stützt seine Aussage auf einen Bericht des Rechnungsprüfungsamtes. Dessen Prüfer stellten fest, dass der Bau und Betrieb der Brunnen sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch nachhaltig ist. Wie beim Baubeginn erhofft, hat der Sport- und Bäderbetrieb danach mit den Brunnen seine Wasserkosten verringert. Hinzu kommt, dass schon der Brunnenbau selbst rentabler war als erwartet.

Denn anders als bei sonstigen Bauvorhaben der Stadt, bei denen die kalkulierten Kosten oft überschritten werden, kam der Sportbetrieb mit mehr als 38.000 Euro weniger aus. So waren die Planer zunächst mit Kosten von nicht ganz 130.000 Euro für die drei Brunnen an der Parkstraße ausgegangen. Der günstigste Betrieb bot dann aber an, die Brunnen für rund 110.000 Euro zu bohren. Gekostet hatten sie schließlich 91.500 Euro.

Rechnungsprüfer empfehlen weitere Grundwasserbrunnen

Diese Kosten hatte der Sportbetrieb nach elf Jahren wettgemacht, weil er jedes Jahr rund 8500 Euro an Wasserkosten eingespart hat. Lagen seine Kosten für die Unterhaltung der Grundwasserbrunnen bei 6300 Euro im Jahr, hätte der Betrieb für eine Belieferung durch das Wasserwerk mehr als 14.800 Euro im Jahr zahlen müssen. Auf längere Sicht ergebe sich trotz Kreditzinsen und Preissteigerungen ein finanzieller Vorteil von zigtausend Euro für den städtischen Betrieb, legen die Rechnungsprüfer dar. Wird aus den Brunnen etwa 25 Jahre lang Wasser gefördert, macht der Sport- und Bäderbetrieb rund 74.000 Euro Plus. Auch die Rechnungsprüfer empfehlen daher einen Check-up, ob Brunnenbohrungen nicht auch an weiteren Sportplätzen möglich sind.

Schon schlägt der Bottroper Stephan Nowaczek auch Brunnen für den Bezirkssportplatz an der Beckstraße in Batenbrock vor. Der Bottroper arbeitet als Vermesser und ist DKP-Vertreter im Betriebsausschuss des Sport- und Bäderbetriebes. Er hatte als einer der ersten die Idee für die Brunnen am Jahnstadion gehabt. „In Batenbrock haben wir ähnliche Verhältnisse wie am Jahnstadion“, meint er. Wie das Hallenbad an der Parkstraße könne doch auch das Kirchhellener Hallenbad mit Brunnenwasser versorgt werden, ergänzt Ratsherr Michael Gerber. Auch für die Sportplätze in den Weywiesen sei Grundwasser zur Berieselung eine Alternative. Auf Friedhöfen könne die Stadt ebenfalls Brunnen anlegen, schlägt er vor.

Konzentration auf die zentralen Sportanlagen der Stadt

Sportbetriebsleiter Jürgen Heidtmann rät indes zu einem gezielten Vorgehen. „Wir gehen davon aus, dass wir an den zentralen Sportanlagen in der Stadt, an Sportanlagen, die von Schulen stark frequentiert werden, weitere Brunnen nutzen können“, erklärte er. An Sportplätzen aber, die mangels Zulauf keine lange Zukunft mehr haben, machten solche Investitionen für zig Jahre keinen Sinn.

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