Bottroper FrechDAX 2020

Bottrops FrechDAX zieht in die Kulturkirche um

Die Kulturkirche sorgt für genügend Corona-Abstand: Kabarettist Benjamin Eisenberg (vorn), Ibrahim Sakarya und Christina Wienforth (Volksbank) und Dirk Helmke (Konjungtur) geben die diesjährigen „FrechDAX“-Preisträger bekannt.

Die Kulturkirche sorgt für genügend Corona-Abstand: Kabarettist Benjamin Eisenberg (vorn), Ibrahim Sakarya und Christina Wienforth (Volksbank) und Dirk Helmke (Konjungtur) geben die diesjährigen „FrechDAX“-Preisträger bekannt.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Der Kabarett- und Comedy-Preis von „Konjungtur“ und Volksbank geht am 9. Oktober an Fred Ape, Frank Fischer und das Duo Streckenbach & Köhler.

Drei Preisträger, aber kein Ranking: Bottrops erster und bislang einziger Kabarettpreis gibt sich seit nunmehr acht Jahren durch und durch demokratisch. Das gilt auch am 9. Oktober, wenn Fred Ape, Frank Fischer und das skurrile Musikkabarett-Duo Streckenbach & Köhler den Preis entgegen nehmen. „Wir finden, die FrechDAXe sind alle auf dem gleichen Level, daher vergeben wir keinen ersten bis dritten Preis, sondern nur den einen Bottroper FrechDAX“, sagt Benjamin Eisenberg. Neben Volksbank und der Unternehmervereinigung „Konjungtur“, die den Preis erst möglich machen, ist der Kabarett-Lokalmatador sozusagen der Fachberater, der dieses Mal wieder weiter über den regionalen Tellerrand geschaut hat.

Nachdem es 2019 extrem lokal zuging, ist nun der Dortmunder Fred Ape der einzige Preisträger aus der Region. Frank Fischer ist Mainzer, das Duo Streckenbach und Köhler ist politisch gesehen in Bayern, aber als Nürnberger kulturell natürlich in Franken, zuhause.

Nächstes Jahr wieder in der Alten Börse

Für die Kulturkirche ist die Preisverleihung eine Premiere. „Denn eigentlich sind wir damit in der Alten Börse zu Hause, denn Bank und Dax und Börse gehören ja einfach zusammen“, sind sich Christina Wienforth und Ibrahim Sakarya von der Volksbank einig. Aber Corona hat auch dort, wie bei so vielen anderen Veranstaltungen auch, die Bilanz etwas verhagelt. „Die Alte Börse ist einfach zu klein, dort hätten wir nur etwa 40 Besucherinnen und Besucher nach geltenden Abstandsregeln hereinlassen dürfen und da war die Kulturkirche einfach die bessere Lösung“, sagt Christina Wienforth.

148 Plätze kann Dirk Helmke dort mit genügend Abstand anbieten. „Luft ist auch nach oben, denn hoch genug ist es ja hier.“ Als Vorstand des Fördervereins der Kulturkirche übernimmt er gerne die Gastgeberrolle, als Mitglied von „Konjungtur“ möchte er aber natürlich künftig den FrechDAX wieder am angestammten Ort, in Bottrops historischem Bankhaus, wissen. Aber so erhält der Preis eben einen Hauch von „Weihe von oben“.

Fred Ape steht seit über 45 Jahren auf der Bühne und ist ein echtes Urgestein der Kleinkunstszene. Der Gitarrist aus Dortmund gehörte in den 80ern zur Folk-Rock-Gruppe „Ape, Beck & Brinkmann“. Seit 1989 bereicherte er gemeinsam mit seinem Kollegen Guntmar Feuerstein als Duo die deutsche Kleinkunstgemeinde mit satirischen Musik-Kabarett-Programmen. Aber auch als Solist ist Ape schon lange mit seiner Gitarre im Gepäck unterwegs. „So war es Zeit für den FrechDAX, den echten Pott-Preis“, resümiert Benjamin Eisenberg.

Verrücktes Programm für verrückte Zeiten

Frank Fischer wurde beinahe schon übersät mit Auszeichnungen: 20 Preise hat er in den letzten Jahren abgeräumt, u. a. den „Prix Pantheon“, den „Hamburger Comedypokal“ und das „Paulaner Solo“. Da darf der „Bottroper FrechDAX“ natürlich nicht fehlen. Auch an Medienpräsenz mangelt es bei Fischer nicht: „Nuhr im Ersten“ (ARD), „Schlachthof“ (BR) oder „Stratmanns“ im WDR – es gibt wenige Formate, in denen Fischer noch nicht aufgetreten ist. Sein aktuelles Solo heißt „meschugge“, also: „verrückt“. Und genau das ist Fischers Thema: Lauter verrückte Menschen, da sind Trump oder Putin höchstens die Spitze des Eisbergs, das dicke Ende ist ja unten.

Musikalisch deckt die diesjährige Preis also ein breites Spektrum ab. Mit Streckenbach & Köhler könnte es manchem sogar zu bunt werden. Denn der selbstverliebte Tenor (Streckenbach) und sein Tastenknecht (Köhler) setzen nicht nur auf Klassik mal etwas anders, sondern nehmen das Publikum, bevorzugt in der beliebten ersten Reihe, gerne mit ins dramaturgisch-dramatische Geschehen auf. Falls Corona keinen Strich durch diese spontanen Variationen macht: Vorne sitzen könnte dieses Mal auch nach hinten losgehen. Für gute Unterhaltung stehen die Preisträger des achten Bottroper FrechDAX wohl allemal.

Termin und Vorverkauf

Die Verleihung des „Bottroper FrechDAX“ findet am Freitag, 9. Oktober, 20 Uhr, in der Kulturkirche Heilig Kreuz, Scharnhölzstraße 37, 46236 Bottrop statt.

Karten zu 18 Euro gibt es in der Filiale der Volksbank, Kirchhellener Straße 6-8, im VB-Online-Shop (https://vb-shop.de/tickets/), in der Humboldt-Buchhandlung, Kirchhellener Straße 18, im Musikforum, Pferdemarkt 2, oder an der Abendkasse. Alle Infos gibt es auch unter: www.benjamin-eisenberg.de/frechdax und www.konjungtur.de.

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