Geschenkaktion

Bottroper Tafel und Ambotioniert sammeln weiter Päckchen

Kurz vor Weihnachten werden die Päckchen bei der Bottroper Tafel ausgegeben – hier im Jahr 2017 in Aktion (v. li.): Celine Dämmer, Birgit Müller und Lydia Wlotzka.

Kurz vor Weihnachten werden die Päckchen bei der Bottroper Tafel ausgegeben – hier im Jahr 2017 in Aktion (v. li.): Celine Dämmer, Birgit Müller und Lydia Wlotzka.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Hunderte Geschenke gehen jedes Jahr zu Weihnachten an Bedürftige in Bottrop. Nur in Ausnahmefällen geben Spender hier Altes oder Kaputtes ab.

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Die Tafel in Wattenscheid nimmt keine Weihnachtspakete mehr an, weil Bürger zuletzt immer wieder verschmutzte Kleidung oder kaputtes Spielzeug abgegeben haben. Ab und zu gebe es solche Fälle auch in Bottrop. Doch insgesamt betont Boguslawa Bialek, zweite stellvertretende Vorsitzende der Tafel: „Die Aktion ist jedes Jahr wunderschön.“ Und so werden hier noch bis zum 11. Dezember Geschenkpäckchen gesammelt.

Tafel-Aktion gibt es seit mehr als 15 Jahren

Bereits seit mehr als 15 Jahren verteile die hiesige Tafel von Bürgern gespendete – und verpackte – Geschenke an Bedürftige, so Bialek. „Es kommt schon einmal vor, dass jemand dann zu Hause ein Päckchen aufmacht und feststellt, es ist nur altes Zeug darin“, berichtet sie. Beschwert er sich dann bei der Tafel, werde das geregelt. Im vergangenen Jahr zum Beispiel habe es das aber gar nicht gegeben. „Die Bottroper kommen so gerne her mit ihren Päckchen, das ist wundervoll“, lobt Bialek den Einsatz der Spender.

Kontrolliert werde der Inhalt von den Ehrenamtlichen der Tafel nicht. Jahr für Jahr kämen ein paar Hundert Pakete zusammen. Das würde einen großen Kontrollaufwand bedeuten. Aus Bialeks Sicht gilt aber auch dies: „Die Pakete sind liebevoll eingepackt. Es ist eine Überraschung, ein Weihnachtgeschenk.“ Und: „Es gehört sich nicht, sie aufzumachen.“

Spielzeug, Kosmetika und selbst gebackene Plätzchen

Trotzdem erfahren die Ehrenamtlichen teils, was drin war. „Für Kinder sind es Spielzeug oder Süßigkeiten.“ Erwachsene bekommen ebenfalls oftmals Süßes, haltbare Lebensmittel, Kosmetika. „Manche tun auch etwas Besonderes rein“, sagt Bialek. Selbst gebackene Plätzchen zum Beispiel oder ein (selbst gestrickter) Schal. „Ich wundere mich jedes Mal, dass die Menschen so viel spenden.“

Rund 1200 Menschen gehören aktuell zum Kundenkreis der Tafel. Ausgabetag für die Weihnachtspäckchen ist diesmal Sonntag, 15. Dezember, von 10 bis 16 Uhr. Erfahrungsgemäß ist der Andrang dann groß. Vor zwei Jahren war er sogar so groß und mit Drängeleien verbunden, dass die Tafel-Mitarbeiter die Polizei zur Unterstützung riefen. Damit die voraussichtlich wieder zahlreichen Besucher am 15. Dezember beim Anstehen nicht auf die viel befahrene Gladbecker Straße geraten, wird eine entsprechende Barriere aufgestellt, berichtet Bialek.

Ambotioniert sammelt unverpackte Pakete

Auch der Verein Ambotioniert sammelt seit nunmehr sieben Jahren Weihnachtsgeschenke für Bedürftige – allerdings ganz bewusst in der Regel unverpackt. Das bunte Papier wickeln die Vereinsmitglieder dann entweder mit den Spendern zusammen oder komplett in Eigenregie um die Gaben. Daher kann Ambotioniert-Vorsitzende Melanie Kleewald auch sagen: „Jedes Geschenk wird von uns vorher gesichtet, wir haben die Spenden immer im Blick.“ Damit der Verein auch die Kontrolle darüber habe.

Im ersten Jahr sei es vorgekommen, „dass jemand altes Spielzeug abgegeben hat“. Die Ehrenamtlichen haben ihn darauf aufmerksam gemacht. „Das war ein Ausnahmefall.“

Viele Spender sind „Wiederholungstäter“

Inzwischen gibt es laut Kleewald viele „Wiederholungstäter“, die Jahr für Jahr Nützliches und Überraschendes für Bedürftige bei Ambotioniert abgeben. Vielleicht ein Prozent der gespendeten Gaben sei tatsächlich schon verpackt, berichtet Kleewald weiter: „Wir kontrollieren das dann.“

Grundsätzlich wachse die Bereitschaft, die Aktion „Weihnachten ist für alle da“ zu unterstützen: „In der Regel kommen immer um die 130 Geschenke zusammen und Futter für die Tierengel“, so Kleewald. Stand diese Woche zählte die Vorsitzende aber schon 147 Geschenke – und die Aktion ist noch nicht beendet.

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