Kommentar

Bottroper SPD-Doppelwahlsieg: Deutlicher als erwartet

| Lesedauer: 2 Minuten
Ein Kommentar von Linda Heinrichkeit zu den Ergebnissen der Bundestagswahl in Bottrop.

Ein Kommentar von Linda Heinrichkeit zu den Ergebnissen der Bundestagswahl in Bottrop.

Foto: Marc Büttner / funkegrafik nrw

Bottrop.  Dass die SPD bei der Bundestagswahl in Bottrop gewinnt, ist nicht überraschend, wohl aber die Deutlichkeit. Der Bundestrend spiegelt sich wider.

Dass Michael Gerdes den Wahlkreis gewinnen würde, ist keine große Überraschung, waren ihm doch die SPD-Hochburgen Bottrop und Gladbeck ohnehin ziemlich sicher. Dass er es mit einer solchen Deutlichkeit tun würde, hatte wohl nicht jeder erwartet. Selbst im deutlich konservativeren Dorsten, regiert von CDU-Bürgermeister Tobias Stockhoff, ein alter Freund Sven Volmerings aus Jungen-Unions-Zeiten, hat Gerdes seinen Konkurrenten fast vom Thron gestoßen.

Kanzlerkandidat Armin Laschet sei eine Bürde gewesen, sagte Sven Volmering, der allerdings in den vergangenen vier Jahren auch wenig Präsenz in Bottrop gezeigt hat, nachdem er 2017 aus dem Bundestag geflogen war. So werden es auch andere CDU-Direktkandidaten im Ruhrgebiet empfunden haben, deren Werte aufgrund des Versagens Laschets mit in den Keller gerauscht sind.

Bottroper SPD-Kandidat: Amtsbonus und Scholz-Effekt

Gerdes hingegen hatte nicht nur den Amtsbonus inne – nun startet seine vierte Amtszeit als Bundestagsabgeordneter für die SPD –, er konnte auch den Schwung mitnehmen, den Olaf Scholz als Kanzlerkandidat in den vergangenen Wochen erzeugt hat.

Bemerkenswert ist auch das starke Abschneiden der Grünen in Bottrop. Waren sie 2017 noch völlig abgeschrieben und bekamen gerade einmal 4,8 Prozent der Bottroper Stimmen, können sie nun als drittstärkste Kraft glänzen – und das in einer Stadt mit einem kleinen Kreisverband und geringen finanziellen Mitteln. Die 24-jährige Direktkandidatin Kim Wiesweg hat charmante Spritzigkeit und viel Professionalität gezeigt und sicherlich ihren Teil dazu beigetragen, dass die Grünen ihr Ergebnis mehr als verdoppelt haben, wenngleich sie hier deutlich unter dem Bundesschnitt liegen.

Merklich abgesackt ist die AfD, 2017 noch drittstärkste Kraft in Bottrop, nun nicht mal mehr zweistellig. Fraktionsvorsitzender Patrick Engels hat es treffend analysiert: Die Querelen in der Bundespartei, die Zerrissenheit der Partei-Ausrichtung, haben auch in Bottrop ihre Spuren hinterlassen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bottrop

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben