Aufruf

Bottroper sollen zum Bergbau-Ende das Licht löschen

An Franz Haniel im Fuhlenbrock findet am 21. die offizielle Verabschiedung des Bergbaus statt.

An Franz Haniel im Fuhlenbrock findet am 21. die offizielle Verabschiedung des Bergbaus statt.

Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Ex-Kumpel Heinz Schallwig ruft Bürger auf, sich am 21. Dezember vom Pütt zu verabschieden. Sie könnten ihre Verbundenheit mit dem Bergbau zeigen.

Am 21. Dezember wird das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop offiziell geschlossen. Der ehemalige Bergmann Heinz Schallwig hat sich gefragt: Wie können sich Bottroper solidarisch mit den Bergleuten zeigen und Abschied vom Pütt nehmen? Seine Idee: „Ab 17.45 Uhr sollten alle Bottroper mit einer Kerze vors Haus treten, und wenn dann um 18 Uhr die Glocken zum offiziellen Ende läuten, sollten wir alle Kerzen und alles Licht löschen“, so der Vorschlag des 83-Jährigen.

1950 hatte er als 15-Jähriger auf Prosper I angefangen, als 16-Jähriger ging er zunächst als Pferdejunge nach unter Tage – bis zur Invalidität 1981. Ihm ist es ein Bedürfnis, sich von den Kumpeln zu verabschieden. „Und so wie mir geht es vielleicht auch anderen ehemaligen Bergleuten und Bottropern, die nicht zur offiziellen Feier am 21. Dezember eingeladen sind“, sagt Schallwig. Er hofft nun, dass sich die an seiner Aktion beteiligen werden.

Bundestagsabgeordneter unterstützt die Idee

Den Bundestagsabgeordneten und Ex-Betriebsrat auf Prosper-Haniel, Michael Gerdes, hat er schon überzeugt. Gerdes unterstützt den Aufruf und hofft, dass wenn am 21. symbolisch der Deckel auf den Schacht kommt, möglichst viele Lichter erlöschen. Das will er nicht böses Omen verstanden wissen. Auch nach dem Bergbau gingen in Bottrop nicht die Lichteraus. „Wir konnten uns gut vorbereiten. Es wird einen Einschnitt geben, aber der ist zu meistern“. Die „Licht-aus-Aktion“ sieht Gerdes als Chance, die Verbundenheit mit dem Bergbau zu zeigen.

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