Frydas for Future

Bottroper Schüler gehen für Klimaschutz auf die Straße

In vielen Städten in über 100 Ländern auf der Welt gingen Jugendliche am Freitag auf die Straße.

In vielen Städten in über 100 Ländern auf der Welt gingen Jugendliche am Freitag auf die Straße.

Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Gut 500 Jugendliche beteiligen sich an der ersten Fridays for Future-Demo in der Stadt. Sie ziehen durch die City und stellen Forderungen.

„Es gibt keinen Planeten B“ – gleich mehrfach war diese Mahnung auf Plakaten und Bannern bei der Schüler-Demo für mehr Klimaschutz zu lesen. Gut 500 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich an der ersten Fridays for Future-Demo in Bottrop. Von dem Erfolg waren die Organisatoren sichtlich überwältigt. „Mit so vielen Teilnehmern hätten wir nicht gerechnet“, sagte Nico Zielinski.

In vielen Städten in über 100 Ländern fanden Freitag diese Demonstrationen statt. Dafür haben die Jugendlichen den Unterricht geschwänzt oder aber wurden – so das Vorgehen an vielen Bottroper Schulen – für die Demonstration beurlaubt.

Die Schwedin Greta Thunberg ist ein Vorbild

Darum gehe es ihnen aber nicht, betonten Hanna Lüger und Emma Marcinkowski. Es gehe darum, öffentlich ein Zeichen für mehr Klima- und Umweltschutz zu setzen, stellen die beiden Albers-Schülerinnen klar. Es werde einfach zu wenig für den Klimaschutz getan, ärgern sie sich. „Natürlich muss jeder einzelne bei sich zu Hause anfangen, aber in der Gruppe können wir mehr bewegen als alleine“, so Emma Marcinkowski. Entsprechend sei auch die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die Initiatorin der weltweiten Proteste, ein Vorbild. „Es ist beeindruckend, was sie angestoßen hat.“

Ähnlich sieht es Eric Janetta. Auf seinem Plakat sprach er insbesondere die Minister Andreas Scheuer und Julia Klöckner an. „Freiwilligkeit wird die Welt nicht retten“, hieß es dazu, bezogen auf die Initiativen der beiden Minister, die Industrie zu mehr freiwilligen Klimaschutz zu bewegen. „Es ist wichtig zu demonstrieren, damit sich etwas ändert“, ist der 17-Jährige überzeugt. Auch eine lokale Forderung hat er auf seinem Plakat erhoben – und zwar nach dem Radschnellweg auf der Gladbecker Straße. Denn die Verkehrswende sei von immenser Bedeutung für den Klimaschutz.

Oberbürgermeister zollt den Schülern Respekt

Oberbürgermeister Bernd Tischler sprach den Jugendlichen seinen Respekt aus. Viel zu oft werde kritisiert, die junge Generation sei politisch und gesellschaftlich nicht engagiert. „Ihr setzt mit eurer heutigen Aktion ein deutlich anderes Zeichen.“ Er unterstütze die Schülerinnen und Schüler und sei überzeugt, dass die Aufmerksamkeit für die Aktion nicht so stark gegeben wäre, wenn der Aktionstag an einem schulfreien Tag läge.

Gleichzeitig nutzte Tischler die Chance, vor den Jugendlichen für das Projekt Innovation City zu werben. Das Ziel, 50 Prozent CO2 einzusparen sei fast erreicht, so der OB. Und das habe nicht etwa den wirtschaftlichen Niedergang zur Folge. Im Gegenteil, viele Unternehmen profitierten davon. Das zeige eben, dass im Klimaschutz auch andere Chancen liegen.

Erwachsene reihen sich in Demonstrationszug ein

Nicht nur der OB, auch Lehrer und einige andere Erwachsene unterstützten das Anliegen der jungen Demonstranten und reihten sich in den Zug ein.

Vom Berliner Platz zog die Gruppe über die Poststraße zur Fußgängerzone und dann weiter über Osterfelder, Horster, Friedrich-Ebert- und Paßstraße zurück zum Berliner Platz. Dabei skandierten sie Parolen für den Klimaschutz und insbesondere gegen den Abbau und das Verbrennen von Braunkohle.

Es gab aber auch Kritik am Klimaschutzzug der Schülerinnen und Schülern. So bemängelten einige Passanten etwa, dass für die Lautsprecheranlage ein Auto in der Demo mitfuhr. Das passe nicht zusammen, so der Tenor.

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