Blanker Horror

Bottroper Movie Park baut sein Halloween Horror Festival aus

Es gibt menschliche Versuchskaninchen mit missgestalteten Gesichtern, die in Käfigen gehalten werden und nach Hilfe schreiend an den Gitterstäben rütteln.

Es gibt menschliche Versuchskaninchen mit missgestalteten Gesichtern, die in Käfigen gehalten werden und nach Hilfe schreiend an den Gitterstäben rütteln.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Eine Neuheit heißt „Project Ningyo“: Üble Szenerien in finsteren Gängen. Die zweite ist die „4-D Experience“, ein Zusammenschnitt aus „Es“.

Im Movie Park regiert wieder der blanke Horror. Zuletzt verzeichnete man beim „Halloween Horror Festival“ drei Besucherrekorde in Folge. „Das war für uns Ansporn, noch eine Schüppe drauf zu legen“, sagt Manuel Prossotowicz. Der Projektleiter des Festivals hat mit Blick auf die neuen Attraktionen nicht zu viel versprochen.

Eine Neuheit heißt „Project Ningyo“. Alles fängt friedlich an. Eine Dame am Empfang mit Dutt und Föhnfrisur begrüßt freundlich die Gäste des Gebäudes und weist lächelnd auf die Sicherheitshinweise hin. Das neue Horrorhaus verspricht dank seiner Produkte ewige Jugend. Aber wer schön sein will, muss auch leiden, dachten offenbar die kreativen Schöpfer dieser Attraktion. Schockierender Schönheitswahn à la Hollywood lässt grüßen.

Geheimnisvolle Labore, in denen bei Experimenten wohl etwas schief ging

Beim Blick in die geheimnisvollen Labore entdeckt der Besucher das grausame Geheimnis. Irgendetwas scheint bei den Experimenten schief gelaufen zu sein. Der Gang führt durch das Labyrinth. Es ist laut, dunkel und gruselig. Hier wurde bis vor wenigen Tagen noch fleißig geklotzt. Die Planungsphase dauerte drei Monate, dazu zweieinhalb Monate für den Bau. „Um eine bessere Atmosphäre zu schaffen, wurden die Kulissen erhöht“, erklärt Prossotowicz.

Die Räume des ehemaligen Horrorlabyrinths „Deathpital“ erlebten eine umfangreiche Frischzellenkur. Nun darf ausgiebig gekleckert werden - am liebsten mit Kunstblut und spektakulären Schockeffekten. Das „Deathpital“ ist tot, lange lebe das „Project Ningyo“, wird der geneigte Horror-Liebhaber enthusiastisch rufen. Auf mehr als 1000 Quadratmetern bekommt er alles, was das Gruselherz begehrt.

Abgetrennte Gliedmaßen, ausgeweidete Körper und blutige Gedärme

Die Masken- und Kostümbildner sind anscheinend wieder beim Schlachter ihres Vertrauens in die Lehre gegangen. Abgetrennte Gliedmaßen, ausgeweidete Körper und blutige Gedärme sind zu erkennen. Die Macher dieser (Horror-)Kunst verstehen ihr Handwerk und haben sehr viel Wert auf Details gelegt. Es gibt menschliche Versuchskaninchen mit missgestalteten Gesichtern, die in Käfigen gehalten werden und nach Hilfe schreiend an den Gitterstäben rütteln. Nicht selten landet die eine oder andere Hand aus dem Käfig auf der Schulter oder auf dem Kopf des Besuchers. „Project Ningyo“ ist eben kein Streichelzoo. Der Zugang ist erst ab 16 Jahren.

Wenn es um die Herstellung von Schönheitsprodukten geht, dürfen nach Ansicht der Horror-Künstler Tiere in Form von Kadavern und deformierte Kreaturen im Labor nicht fehlen. Manuel Prossotowicz gibt vorsichtshalber Entwarnung: „Keine Tiere mussten hierfür leiden.“ Denn die Puppen und sonstigen Gegenstände bestehen unter anderem aus Kunststoff.

Stephen Kings Gruselstreifen „Es“ wird mit Spezialeffekten gewürzt

Die zweite neue Horror-Attraktion des Movie Parks befindet sich im Roxy-Kino. Normalerweise sind Clowns lustig und erheitern das Publikum. Das gilt nicht für Pennywise aus Stephen Kings Horror-Roman „Es“. Die „4-D Experience“ ist ein 18-minütiger Zusammenschnitt des Kinofilms aus dem Jahr 2017. Der Besucher darf sich getrost die Frage stellen, schaue ich den Film oder bin ich mittendrin statt nur dabei.

Das Grauen ist zum Greifen nah. Angsthasen kann in manchen Momenten schon mal ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Auch die Spezialeffekte wissen zu überzeugen und sorgen für ein zusätzliches Gruselerlebnis. Der Horrorstreifen erzählt die Geschichte von sieben Kindern aus der fiktiven Stadt Derry, die gemeinsam einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen ein namenloses Monster, dass nur „Es“ genannt wird, aufnehmen. Der Clown Pennywise ist die bekannteste Figur. Ansonsten schlüpft „Es“ in verschiedene Gestalten und tötet mehrere Kinder in Derry auf grausame Weise.

Den finalen Horror bietet schließlich jeden Abend die Closing-Show

Die Verantwortlichen möchten weiterhin die Atmosphäre eines Festivals ausbauen. „Wir haben letztes Jahr sehr viel positives Feedback dazu bekommen“, sagt Manuel Prossotowicz. Deshalb habe man sich entschlossen, den Festival-Charakter mit DJ Max Bering beizubehalten. Jeden Abend wird am Brunnen nahe des Haupteingangs eine siebenminütige Closing-Show mit Nebel-, Licht-, Laser- und Pyroeffekten stattfinden. Oder wie es die Verantwortlichen des Halloween-Spektakels nennen: die Festivalbühne des Grauens.

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