Coronavirus

Bottroper Linke fordert besseren Corona-Schutz in Schulen

Schüler tragen Masken über Mund und Nase, hier die Kinder der Klasse 6a der Willy-Brandt-Gesamtschule in Bottrop.

Schüler tragen Masken über Mund und Nase, hier die Kinder der Klasse 6a der Willy-Brandt-Gesamtschule in Bottrop.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Die Linke fordert Luftfilter für die Schulen. Ratsherr Sven Hermes hörte sich bei Schülern über den Corona-Schutz um. Das kam dabei heraus.

Die Linkspartei hält den Schutz vor dem Corona-Virus in den Bottroper Schulen für unzureichend. „Schule ist jeden Tag eine Großveranstaltung mit über 10.000 Beteiligten in Bottrop, meint der neue Ratsherr Sven Hermens. Er sieht es als unverantwortlich an, dass die Landesregierung die Zeit nicht genutzt habe, Luftfilter für die Klassenräume zu beschaffen. „Das gefährdet die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie des Lehrpersonals. Das ist über alle Maße fahrlässig“, meint Hermens.

Der Ratsherr hält es nicht für richtig, dass sich Schüler im Winter mit Wärmflaschen und Decken gegen Kälte in den Klassenzimmern schützen sollen. Auch bei starken Niederschlägen könnten in den Klassenzimmern die Fenster nicht einfach offengelassen werden. „Uns berichten Schülerinnen und Schüler, dass die großspurig von Stadtverwaltung und Schulleitungen propagierten Hygienekonzepte in der Schulrealität nicht funktionieren oder einfach praktisch nicht umgesetzt werden“, teilte der Ratsherr mit. Die vorgesehene Trennung von Laufstrecken in den Gebäuden nach Laufrichtungen werde nicht umgesetzt. Die Entzerrungen in den Pausenzeiten sollen zum Teil auf Flächen außerhalb des Schulgeländes stattfinden, die zehn Minuten entfernt seien. Auch die Lüftungszeiten werden nicht eingehalten, bemängelt Sven Hermens.

Wochenweise ins Homeschooling wechseln

Daher fordert die Linkspartei von der Stadt als Schulträger, schnellstmöglich wirksame Luftfilter für alle Klassen zu beschaffen. Außerdem setzt sich Sven Hermens für ein Stufen-Modell ein, wie es etwa die Bildungsgewerkschaft GEW bevorzugt. Bei einer Überschreitung des Inzidenzwertes von 50 würden danach die Maskenpflicht gelten. Außerdem würden die Klassen halbiert und wochenweise Präsenzunterricht und Homeschooling wechseln, wo es an Räumen mangelt. Auf diese Weise könne zumindest die Anzahl an möglichen Risikokontakten halbiert werden. Die übrigen Schüler in den Klassen können so dann auch den Mindestabstand einhalten, meint der neue Ratsherr. Zur Not müssten in den Schulen auch zusätzliche Räume genutzt werden: etwa die Turnhallen.

Auch für den Schülerverkehr fordert der Linke noch mehr Fahrzeuge. „Schulbusse sind heute wie Sardinenbüchsen, in denen niemand geschützt ist“, meint Sven Hermens. Er hält es für nötig, wegen der Pandemie zur Not auch weitere Einsatzwagen anzumieten. „Ein bis unter das Dach vollgestopfter Bus mit Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichsten Klassen ist auch für die Fahrerinnen und Fahrer der Vestischen ein großes Risiko“, begründet Hermens.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben