Veröffentlichung

Bottroper Krimiautorin entführt die Leser ins Mafia-Milieu

Mit „Dunstkreis“ hat die Bottroperin Birgit van Troyen nun ihren ersten Roman geschrieben. Der Krimi ist überall im Buchhandel erhältlich.

Mit „Dunstkreis“ hat die Bottroperin Birgit van Troyen nun ihren ersten Roman geschrieben. Der Krimi ist überall im Buchhandel erhältlich.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Mit einem unbekannten Toten im Oberhausener Kaisergarten beginnt der erste Roman von Birgit van Troyen. Dann geht’s hinein ins Netz der Mafia.

Im Kaisergarten entdecken Spaziergänger eine Leiche. Wer es ist, warum der Mann erschossen wurde? All das stellt die Polizei vor ein Rätsel. Soviel zur Ausgangssituation von Birgit van Troyens erstem Roman. Die Bottroperin hat mit „Dunstkreis“ nun ihren ersten Krimi veröffentlicht. Und der spielt selbstverständlich im Ruhrgebiet. Doch bis nun die Leser das Werk in ihren Händen halten können, sind viele Jahre vergangen.

Denn eigentlich hat die 58-Jährige ihren Roman schon vor rund 25 Jahren begonnen. Damals sei sie schwanger gewesen und sei auf die Idee gekommen, einen Roman zu schreiben. Doch dann blieb das Manuskript in der – digitalen – Schublade liegen und schlummerte vor sich hin. „Es hatten sich dann eben andere Prioritäten ergeben.“

Bottroperin hatte schon immer Geschichten im Kopf

Dabei hat Birgit van Troyen schon immer gern geschrieben. „In meinem Kopf waren eigentlich immer Geschichten“, erinnert sie sich. Schon als kleines Mädchen habe sie die aufgeschrieben. Ihren Kriminalroman holt sie dagegen erst nach Jahrzehnten wieder hervor. Ein Buch des Bottroper Journalisten David Schraven über die Mafia war mit ausschlaggebend dafür, ihr Werk jetzt zu veröffentlichen.

Denn auch Birgit van Troyens Krimi spielt im Mafia-Milieu. Hauptfigur Sandra Wessels glaubt, in der Leiche aus dem Kaisergarten ihren Ex-Freund Maik Bender zu erkennen. Doch der taucht plötzlich wieder auf und will wissen, wer sein Doppelgänger war und warum er sterben musste. Also schnüffelt der gelernte Fliesenleger und arbeitslose Immobilienmakler auf eigene Faust herum und gerät bei seinen Recherchen immer tiefer ins Netz der Mafia. Das Correctiv-Buch habe geholfen, die Hintergründe der Geschichte genau darzulegen. Denn ihr sei wichtig, dass ihre Bücher einen realen Hintergrund haben.

Die D-Mark musste durch den Euro ersetzt werden

So ein Manuskript nach all den Jahren wieder hervorzuholen und für eine Veröffentlichung vorzubereiten, das ist doch sicher nicht so einfach? Birgit van Troyen überlegt. „Es war nicht so schwierig, wie man vielleicht meint. Die Grundgeschichte ist ja immer noch dieselbe.“ Trotzdem gab es in den vielen Jahren Veränderungen, die auch Einzug ins Buch halten mussten. So musste die D-Mark durch den Euro ersetzt werden, außerdem gibt es ja heutzutage kaum noch Telefonzellen, stattdessen ist das Handy allgegenwärtig. Doch das entsprechend anzupassen, sei vom Aufwand her überschaubar gewesen, sagt die Autorin.

Bewusst hat sich die Bottroperin entschieden, ihr Buch nicht im Selbstverlag herauszugeben. Stattdessen hat sie ihr Manuskript an Verlage geschickt. Und am Ende waren sogar zwei Verlage interessiert und Birgit van Troyen konnte sich aussuchen, wo sie veröffentlicht. „Es war für mich wie ein Wunder.“ Ihr war es wichtig, weil ein Verlag im Rücken einen Autoren auch ein wenig entlastet. Gleichwohl bleibt auch so noch genug zu tun. Dazu gehört auch, dass Birgit van Troyen nun viel für ihren Krimi wirbt, sich auf ihrer Autorenseite bei Facebook mit Lesern und Interessierten austauscht.

Ein realer Hintergrund für ihre Geschichten ist der Autorin wichtig

Ihre Begeisterung fürs Schreiben hat die 58-Jährige übrigens vererbt. Ihre Tochter hat bereit zwei Bücher verfasst und sie als E-Books veröffentlicht. Anders als die Mutter setzt die Tochter jedoch auf Romantik, sie schreibt Liebesromane. Einen Wechsel in dieses Genre kann sich Birgit van Troyen bei aller Liebe zum Schreiben nicht vorstellen. „Einen Liebesroman zu schreiben, das kommt für mich definitiv nicht infrage.“ Ihr gehe es durchaus auch darum, Gesellschaftskritik zu üben, da biete sich eher der Krimi an, sagt die Autorin. „Mir geht es bei meinen Krimis immer auch um einen realen Hintergrund. Ich möchte durch Krimis Aufmerksamkeit auf die Dinge lenken, die sonst im Verborgenen ablaufen und die niemand bemerkt.“

Deshalb arbeitet sie längst schon an der Fortsetzung ihres Romans. Denn mit dem Show-down an der Ruhr in Kettwig ist es für die beiden Hauptpersonen noch nicht vorbei. Maik Bender und Silke Wessels kommen wieder – dann allerdings in einem Psychothriller. Wann genau er erscheint, weiß die Bottroperin noch nicht. „Ich hoffe, so schnell wie möglich.“

Dunstkreis ist erschienen im Verlag Telegenos und ist überall im Buchhandel erhältlich.

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