Umwelt

Bottroper Kokerei setzt weiter zu viele Giftstoffe frei

Die Kokerei hat auch 2019 den Zielwert für Benzo(a)pyren überschritten, meldet die Bezirksregierung.

Die Kokerei hat auch 2019 den Zielwert für Benzo(a)pyren überschritten, meldet die Bezirksregierung.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Die Bottroper Kokerei hat auch 2019 den Zielwert für Benzo(a)pyren überschritten. Das haben Messungen des Landesumweltamtes ergeben.

Die Bottroper Kokerei Prosper des Stahlkonzerns ArcelorMittal hat im Jahr 2019 den Zielwert für die Abgabe von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) an die Umwelt erneut überschritten.

Das ergaben Messungen des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV). Im Jahresmittel lag die Abgabe von sogenanntem Benzo[a]pyren bei 2,3 (gerundet 2) statt bei 1 Nanogramm pro Kubikmeter Luft und damit sogar höher als im Jahr 2018. Im Jahr 2018 lag der Wert bei 1,7 Nanogramm (gerundet 2) pro Kubikmeter Luft.

Die Bezirksregierung Münster als Aufsichtsbehörde und die Stadt Bottrop als Standortgemeinde fordern ArcelorMittal auf, unverzüglich darzustellen, welche zusätzlichen Schritte die Kokerei über die bereits vereinbarten und angeordneten Maßnahmen hinaus kurzfristig unternehmen will, um den Jahreswert künftig einzuhalten.

Die Bezirksregierung sieht sich durch die Messergebnisse des Jahres 2019 in ihrer strikten Haltung bestätigt: Per Ordnungsverfügung hatte sie der Kokerei im vergangenen Winter vorgegeben, alle schwer beschädigten Ofentüren auszutauschen. Dieser Austausch ist inzwischen erfolgt und abgeschlossen. Ab spätestens 1. April muss ArcelorMittal bei neuen Defekten die betroffenen Ofentüren am Folgetag ersetzen. Die Bezirksregierung überwacht die Maßnahmen engmaschig und unangekündigt.

„Die Betreiberin ist für die Einhaltung der Zielwerte verantwortlich. Die Bezirksregierung Münster wird die Wirksamkeit der jetzt getroffenen Maßnahmen überprüfen und wenn nötig, der Kokerei kurzfristig weitere Vorgaben machen und diese durchsetzen“, kündigt ein Sprecher der Bezirksregierung Münster an. Die Bezirksregierung Münster, die Stadt Bottrop und das LANUV werden die Ergebnisse der Untersuchungen und die inzwischen erfolgten Maßnahmen zur PAK-Reduzierung im Frühjahr erläutern.

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