Bildung

Bottroper Grundschüler experimentieren in der Kinderuni

Rappelvoll war der Hörsaal der HRW am Campus Bottrop beim Kinderuniprojekt „Experimente4u“. Dort gab es kindgerechte Vorlesungen und Mitmachstationen für Schüler der dritten und vierten Grundschulklassen.

Rappelvoll war der Hörsaal der HRW am Campus Bottrop beim Kinderuniprojekt „Experimente4u“. Dort gab es kindgerechte Vorlesungen und Mitmachstationen für Schüler der dritten und vierten Grundschulklassen.

Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   120 Dritt- und Viertklässler hören an der Hochschule Ruhr West kurze Vorlesungen. Dann werden sie in Workshops selbst aktiv.

Der Hörsaal an der Hochschule Ruhr West (HRW) ist an diesem Morgen rappelvoll, engagiert geht es zwischen Lehrenden und Lauschenden um Themen wie Roboter oder Thermodynamik. Doch die Studenten sind entschieden jünger als sonst: 120 Dritt- und Viertklässler haben die Hörsaal-Reihen erobert und erleben die erste Kinderuni der HRW am Campus Bottrop.

Mitmachen heißt die Devise

„HRW Kids“ heißt das neue Format für Grundschüler. Vor allem übers Mitmachen sollen sie Neues über Themen aus den Bereichen Energie und Informatik erfahren. Deshalb sind sie schon gleich zu Beginn beim Vorlesungsteil gefragt. Prof. Dr. Sylvia Schädlich etwa zeigt ein Experiment aus der Thermodynamik. Sie stellt eine leere Flasche in heißes Wasser, woraufhin sich der auf der Flaschenöffnung angebrachte Ballon bläht. „Wenn Wasser kocht, wie warm ist es dann?“, fragt sie. Etliche Hände schnellen in die Höhe – „100 Grad“ weiß nicht nur ein Kind die Antwort. Als kurz darauf Moderator Friedhelm Susok fragt: „Wer von euch möchte selbst experimentieren“ sind alle Feuer und Flamme.

Zehn Workshops im Angebot

In zehn Gruppen durchlaufen die Kinder mehrere Workshops. Da werden u.a. Windmühlen gebastelt, am Tablet Brücken gebaut oder mikroskopiert. Luisa (9), Kaja (9) und Phil (8) beginnen beim „Programmieren ohne Computer“. Dafür haben die Studenten Chiara und Tim ein Feld aus vielen sich kreuzenden Wegen auf den Boden geklebt. „Wir wollen zeigen, wie ein Sortieralgorithmus funktioniert“, sagt Tim. An der Startlinie erhalten die Kinder unsortiert Tierkarten. Angestrebt wird, dass sie an der Ziellinie in einer Reihe vom kleinsten bis zum größten Tier stehen. Dazu müssen sie immer, wenn sie auf dem Weg an einem Kreuzungspunkt auf ein anderes Kind treffen, entscheiden, ob das Tier auf ihrer Karte größer ist oder nicht. Die Antwort entscheidet über den nächsten Schritt.

Vorfreude auf den Tag

Und ist es aufregend, mal an einer Hochschule zu sein? „Ja, es geht“, meint Luisa (9) und lächelt. Gefreut habe sie sich sehr auf diesen Tag. Lehrerin Kathrin Piechota von der Konradschule bestätigt, dass viele Kinder große Lust auf die Kinderuni hatten. „Lange zuzuhören ist gerade für die Drittklässler etwas schwierig. Toll ist es aber immer, wenn sie etwas ausprobieren können.“

Warum die HRW eine Kinderuni anbietet, erklärt Dekan Prof. Dr. Uwe Handmann so: „Kinder sind die Forscher der Zukunft. Wenn man den kindlichen Entdeckergeist früh unterstützt und durch Mitmachangebote konkretisiert, kann man die Hoffnung haben, dass sie sich später auch für technische Berufe interessieren.“ Außerdem würden Berührungsängste abgebaut.

Zum ersten Mal am Campus Bottrop

Am Campus Bottrop war es die erste Kinderuni, in Mülheim gab es diese bereits. Die Workshops wurden vom „mint4u“-Team und Mitarbeitern der HRW-Institute ausgearbeitet. „mint4u“ agiert als Schnittstelle zwischen Hochschule und Schule. Beteiligte Grundschulen: Konradschule, Albert-Schweitzer-Schule, Richard-Wagner-Schule, Droste-Hülshoff-Schule und die Grundschule Grafenwald.

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