Corona-Hilfen

Bottrop: Busfahren in der Stadt ist samstags jetzt gratis

Kämmerer Jochen Brunnhofer, Vestische-Sprecher, Christoph van Buerk, der Vorsitzende des Verkehrsausschusses Rüdiger Lehr (SPD) und Frank Baeten, Verkehrsplaner im Stadtplanungsamt, stellen das kostenlose ÖPNV-Angebot vor.

Kämmerer Jochen Brunnhofer, Vestische-Sprecher, Christoph van Buerk, der Vorsitzende des Verkehrsausschusses Rüdiger Lehr (SPD) und Frank Baeten, Verkehrsplaner im Stadtplanungsamt, stellen das kostenlose ÖPNV-Angebot vor.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Innerhalb Bottrops müssen Fahrgäste samstags nun keine Fahrkarte mehr kaufen. Dieses Angebot lässt sich die Stadt einiges kosten.

Wer künftig am Samstag in Bottrop in einen Bus steigt, der muss bis zum Jahresende kein Ticket mehr kaufen. Ab dem 12. September können die Busse innerhalb des Stadtgebiets immer kostenlos genutzt werden. Das gilt nicht nur für die Wagen der Vestischen, die ja die Mehrheit der Strecken in der Stadt bedient. Auch die Busse der Oberhausener Stoag, der Essener Ruhrbahn oder der Bahntochter BVR können kostenlos genutzt werden.

Das Ganze ist denkbar einfach: Die einzige Bedingung, die erfüllt werden muss ist, dass der Fahrgast irgendwo im Bottroper Stadtgebiet in den Bus einsteigt und ihn auch noch innerhalb Bottrops verlässt. Beim Überqueren der Stadtgrenze müssen die Fahrgäste ganz klassisch ein Ticket vorzeigen können, da gilt der normale VRR-Tarif. In Zügen gilt das kostenlose Angebot nicht.

Zunächst hatte die Stadt Bottrop mit 50.000 Euro für das Gratis-Angebot geplant

Das ist ein Teil der Corona-Hilfen, die der Hauptausschuss zuletzt verabschiedet hat. Doch die Idee, den Bottropern kostenlose Busfahrten zu ermöglichen, geht noch weiter zurück. Zu den Urhebern zählt die ÖDP, von der SPD kam dann der Vorschlag, zu besonderen Anlässen wie etwa dem Stadtfest, dem Pferdemarkt oder zum Weihnachtsmarkt den Gratis-Transport zu ermöglichen.

50.000 Euro waren dafür vorgesehen – und dann kam Corona. Mit den Absagen der Veranstaltungen waren zunächst auch die Freifahrten gestorben. Im Zuge der Diskussion über die Corona-Hilfen ging es dann darum, die Bottroper Innenstadt zu stärken. „Und von diesen kostenlosen Fahrten wird sicher auch der Handel profitieren“, ist Rüdiger Lehr, Aufsichtsratsmitglied der Vestischen und Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses, überzeugt.

Autofahrer können in Bottrop derzeit bis zu drei Stunden frei parken

Die Stadt Bottrop lässt sich diese Corona-Hilfe einiges kosten. Rund 125.000 Euro seien dafür bis zum Jahresende veranschlagt, sagt Kämmerer Jochen Brunnhofer. Geld, das die Stadt an die Nahverkehrsunternehmen zahlt, um deren Einnahmeausfälle auszugleichen. Die wurden berechnet anhand der durchschnittlichen Fahrgastzahl aus dem vergangenen Jahr unter Berücksichtigung der anstehenden Adventswochenende sowie den Corona-Einschnitten, erläutert der Sprecher der Vestischen, Christoph van Bürk.

Gleichzeitig kündigt er an, dass die Vestische an den Samstagen die Fahrgäste stichprobenartig zählt, um dann hochrechnen zu können, wie das Angebot angenommen wurde. Denn selbstverständlich, so Rüdiger Lehr, wolle man am Ende auch im Verkehrsausschuss anhand der Zahlen Bilanz ziehen. Aus seiner Sicht passt das Gratis-Angebot zu den anderen Maßnahmen wie dem kostenlosen Parken in der City – bis zu drei Stunden – oder auch der kostenlose Nutzung der Radstation am Zob.

Der VRR hat das Bottroper Gratis-Angebot genehmigt

Beim Verkehrsverbund VRR hält man sich bei der Beurteilung des Bottroper Versuchs zurück, verweist lediglich auf eine Vorlage für die Sitzungen der VRR-Gremien. Da heißt es, der VRR komme dem Wunsch Bottrops nach, „da keine anderen Verkehrsunternehmen in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit benachteiligt werden, noch die einheitliche Anwendung des Verbundtarifs sowie seine Struktur und Höhe in Frage gestellt werden“. Das klingt nicht sonderlich euphorisch. Und auf die Frage, inwieweit die Bottroper Gratisfahrten Vorbild sein könnten, äußert sich der VRR nicht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben