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Bottroper Busfahrer radelt 2400 Kilometer nach Bosnien

Lesedauer: 3 Minuten
Busfahrer Suad „Bulli" Buljubasic bricht Samstag auf zu einer Europatour mit dem Rad für einen guten Zweck.

Busfahrer Suad „Bulli" Buljubasic bricht Samstag auf zu einer Europatour mit dem Rad für einen guten Zweck.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Suad Buljubasic ist Busfahrer bei der Vestischen. Samstag sattelt er aber aufs Rad um: Mehr als 3000 Kilometer will er in seinem Urlaub schaffen.

Seit zehn Jahren ist Suad Buljubasic (41) Busfahrer bei der Vestischen. Vor vier Jahren hat er das Radfahren für sich entdeckt: „Zum Spaß und weil ich ein wenig abnehmen wollte.“ Das ist ihm gründlich gelungen: Von 145 ist er runter auf 90 Kilo. Samstag bricht er auf zu einer mehr als 3000 Kilometer langen Radtour durch Europa.

Angefangen hat „Bulli“, wie die Kolleginnen und Kollegen ihn rufen, mit 20 Kilometern am Tag. Inzwischen schafft er 300 und hat eine feste Tagesstruktur: Morgens radelt er, mittags kümmert er sich um die Familie, nachmittags schwingt er sich hinter den Buslenker: „Deshalb mache ich immer Spätdienst.“

Alpenüberquerung bei Frost und Schnee

Die erste Alpenüberquerung hat er vor zwei Jahren gemacht bei einer Tour von Bottrop in seine Heimat Bosnien. Vielen Radlern hätte diese Erfahrung gereicht für den Rest ihres Lebens. „Unten im Tal hatte es in den Alpen acht Grad und Regen. Oben auf den Bergen waren es minus vier Grad und volle Pulle Schnee – und wir in kurzen Hosen.“ Er hat durchgehalten und sein Ziel über Österreich und Slowenien erreicht.

Diese Leistung hat einen in Schweden lebenden Landsmann (53) zu einer Benefizaktion inspiriert. 3000 Euro für schwerbehinderte Kinder hat er bereits gesammelt und sich im Gegenzug verpflichtet, das Geld gemeinsam mit „Bulli“ 2400 Kilometer auf dem Rad von Malmö nach Bosnien zu bringen. Über Kopenhagen, Lübeck, München, Salzburg, Lubljana und Zagreb. Zum Warmfahren fährt Suad Buljubasic Samstag mit dem Bus nach Flensburg – und radelt dann rund 700 Kilometer bis ins schwedische Degenfors.

Radeln mit leichtem Gepäck

Dabei reist „Bulli“ mit leichtem Gepäck. An Lenker, Lenkstange und auf dem Gepäckträger müssen drei Packtaschen und -rollen reichen. „Zwei Ersatztrikots, Ersatzschuhe, Zivilkleidung, Werkzeug und Ersatzschläuche – viel mehr brauchen wir nicht. Hauptsache, das Wetter spielt mit.“

Aber genau das könnte das Problem werden. Südosteuropa ächzt unter einer extremen Hitzewelle, die noch eine Weile anhalten wird. „Vor 17 Uhr kann man in Bosnien gerade nicht aus dem Haus gehen“, berichtet er. 200 Kilometer pro Tag radeln, das ist ihr tägliches Etappenziel, bei Temperaturen weit jenseits von 40 Grad? „Zur Not fahren wir nachts. In 14 Tagen wollen wir ankommen. Vielleicht schaffen wir es ja auch in zwölf Tagen.“

Wie ernährt sich „Bulli“, um die Strapazen durchzuhalten? „Frühstück ganz normal mit Brötchen, mittags ein Reisgericht, abends jede Menge Proteine. Vor allem müssen wir ganz viel trinken. Ich schätze, ich verliere fünf bis sechs Liter Flüssigkeit am Tag.“

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