Neues Buch

Bottroper Autorin erzählt von einer Jugend im Krieg

Amela Halilovic stellt ihr neues Buch "Das Salz der Tränen" vor. Darin geht es um ihre Erinnerungen als Jugendliche während des Bosnienkrieges.

Amela Halilovic stellt ihr neues Buch "Das Salz der Tränen" vor. Darin geht es um ihre Erinnerungen als Jugendliche während des Bosnienkrieges.

Foto: DA

Bottrop.  Amela Halilovic schreibt in ihrem Buch „Das Salz der Tränen“, wie sie und ihre Familie den Bosnienkrieg erlebten. Heute lebt sie in Bottrop.

Die Kriege im früheren Jugoslawien in den 1990er Jahren verschwinden mehr und mehr aus dem Gedächtnis der Europäer. Was nicht täglich in Medien oder sozialen Netzwerken prominent platziert erscheint, ist dennoch da. In den Erinnerungen Betroffener, durch neue, nach Ethnien gezogenen Grenzen, oder Umsiedlungen in Regionen oder Städten in dem Teil Europas, der großflächig als Balkan bezeichnet wird.

Auch Amela Halilovic hat ihre Erinnerungen an den Bosnienkrieg nicht vergessen oder verdrängt. Als Jugendliche erlebte sie den Krieg in ihrer Heimat Bosnien und Herzegowina, der nicht nur große Teile der Region verwüstete, sondern auch viele Menschen heimatlos machte. Inzwischen lebt Amela Halilovic in Bottrop, arbeitet als Psychotherapeutin unterrichtet Deutsch als Fremdsprache und hat mit einigen Mitstreitern den Verein „Aktion Leben und Lernen in Bosnien“ gegründet.

Zwischen Gewalt und Geborgenheit

Die Menschen in ihrer Heimat hat die heute 39-jährige nicht vergessen. Gerade sind wieder Bottroper Vereinsmitglieder Richtung Bosnien und Herzegowina unterwegs uns bringen Hilfsgüter für Sozialeinrichtungen oder Kinderheime in die Region, die langsam die Kriegsfolgen hinter sich lässt. Nun hat Amela Halilovic nicht nur die Zeit sondern auch die Kraft gefunden, ihre Erlebnisse in Bosnien in den Jahren 1992 bis 1995 aufzuschreiben.

Ihr Buch „Das Salz der Tränen - Damals im Bosnienkrieg“ sind Erinnerungen an das Leben in einem Land im Krieg, an Wege, auf denen immer wieder der Tod lauert und Versuche, das, was noch verblieben ist, noch zu retten. Die kurzen Kapitel sind wie Schlaglichter überschrieben: „Das Gold“, „Gesprächsfetzen“, „Der Mann im Apfelbaum“ oder „Bei Oma und Opa“. Dahinter verbergen sich oft Szenarien, wie man sie nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Europa nie mehr für möglich gehalten hätte, aber auch Mosaiksteinchen einer Kindheit zwischen drohenden Gewehrmündungen und liebevoller Geborgenheit auf einer Odyssee durch ein von Hass und Gewalt zerstörtes Land. Es ist aber auch die Geschichte eines Kindes, dem Jahre der Jugend genommen wurden, einfach so. Und die Geschichte einer Frau, die Zeit ihres Lebens mit diesen Erinnerungen umgehen muss.

Amela Halilovic: „Das Salz der Tränen“, Books on Demand, 140 S., 18,99, E-Book 7,49. ISBN-13: 9783735757814. Am Montag, 4. November, veranstaltet die Humboldt-Buchhandlung eine Lesung mit Amela Halilovic in der Kulturkneipe Passmanns, Kirchhellener Straße 57.

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