Kultur

Bottrop-Revue war ein Kracher, aber bleibt ohne Wiederholung

Die Revue "Katzengold" im Lichthof des Berufskollegs in Bottrop wurde eine umjubelte Reise durch 100 Jahre Stadtgeschichte.

Die Revue "Katzengold" im Lichthof des Berufskollegs in Bottrop wurde eine umjubelte Reise durch 100 Jahre Stadtgeschichte.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Nach vier umjubelten Vorstellungen von „Katzengold“ hat das Kulturbüro über eine Wiederaufnahme der Revue nachgedacht. Und dagegen entschieden.

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Stürmische Begeisterung hat das Kulturbüro ausgelöst mit den vier Aufführungen der Bottrop-Revue „Katzengold“, der musikalischen Reise durch 100 Jahre Stadtgeschichte im Lichthof des Berufskollegs. So groß war der Jubel, dass Kulturdezernent Willi Loeven zum Nachdenken über einen Nachdreher angeregt hat. Jetzt ist die Entscheidung gefallen. Eine Neuauflage wird es nicht geben. Kulturamtsleiter Andreas Kind sagt es so: „Es war ein exklusiver Kracher.“

Die Produktion der Geburtstagsrevue war ein Kraftakt der städtischen Kulturszene mit so viel Vorlauf, so viel technischem Aufwand und so vielen Beteiligten, dass er schlicht nicht wiederholbar ist. Darauf haben sich die Entscheider nach einigen Tagen des Nachdenkens nicht ohne Bedauern geeinigt.

„Die erste Probe ging bis zwei Uhr nachts“

Für die entscheidenden Proben die Macher um Regisseurin Tanja Brügger und die Mitspieler nur zwei Tage Zeit gehabt, sagt Projektleiterin Dana Brüning. „Die erste Probe ging bis zwei Uhr nachts.“ Aber der riesige Aufwand hat sich sowas von gelohnt, sagen alle Beteiligten. „Schon nach den ersten Szene der Show wusste ich: Es läuft“, sagt Delia Luscher, Leiterin der Kulturwerkstatt.

Und wie es gelaufen ist: „Wir waren an allen vier Abenden gut voll“, sagt Pläsken. „Am letzten Tag mussten wir sogar 30 bis 40 Leute nach Hause schicken.“ „Das Konzept von Ingo Brzoska hat getragen“, sagt Kind.

Stehende Ovationen nach jeder Aufführung

Und das, obwohl keineswegs nur Lachnummern aneinander gereiht worden waren. So wurde es ziemlich still im Saal beim Werk des 2012 verstorbenen Bottroper Arbeiterdichters Kurt Küther. Schön, dass auch das funktioniert hat, sagt Brzoska: „Das Berührende wollte ich auch drin haben.“ Ebenso wie die Würdigung der Partnerstädte.

Am Ende jedes Abends hat das Publikum die Leistung des Teams auf und hinter der Bühne mit stehenden Ovationen gefeiert. „Es hat alles funktioniert“, sagt Dana Brüning. „Auch die Stimmung hinter der Bühne war sehr schön.“ Kein Wunder: Viele der Akteure kennen sich aus Kulturwerkstatt oder Musikschule, wo sie erste künstlerische Erfahrungen gemacht haben, sagt Dana Brüning und wiederholt, was sie schon vor der Premiere gesagt hatte: „Die Arbeit an dieser Revue hat was von einem Klassentreffen.“

„Das Projekt ist abgeschlossen“

„Die Entscheidung, dass wir die Revue machen würden, ist drei Jahre her“, sagt Kind. Das erste Konzept hat Musikschul-Chef Ingo Brzoska im Mai 2018 vorgelegt. „Wir haben noch nie so viele Facetten auf die Bühne geholt“, sagen alle Beteiligten. „Allein 50 Mann waren auf der Bühne und noch etliche mehr dahinter“, sagt Delia Luscher. Stadt-Sprecher Andreas Plasken spricht den technischen Aufwand an, der ohne Sponsoring und nur durch Eintrittserlöse gar nicht zu finanzieren war: „Das ist eine Menge Infrastruktur, die dahinter steht.“

„Das Projekt ist abgeschlossen“, sagt deshalb Ideengeber Brzoska. Zur Dokumentation der Revue gibt es einen Mitschnitt, der jetzt die Fantasie im Kulturbüro anregt. Könnte man die Songs aus der Revue auf Youtube ins Netz stellen? Könnte man den Mitschnitt als DVD vertreiben? Vorsicht, warnt der Musikschulleiter: „Die Stimmung dieses Liveerlebnisses transportiert sich nicht auf DVD.“

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