Kleingärten

Bottrop hat 1138 Kleingärten und 2050 Kleingärtner

Eine Idylle ist der Kleingarten von Günter Petzuch, der ist einer von über 2000 Kleingärtnern in Bottrop.

Foto: Thomas Gödde

Eine Idylle ist der Kleingarten von Günter Petzuch, der ist einer von über 2000 Kleingärtnern in Bottrop. Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   544 495 Quadratmeter Fläche der Stadt sind Kleingärten und so öffentliches Grün, liebevoll gepflegt und immer für die Bürger zugänglich.

Sie sind ein beachtlicher Teil des öffentlichen Grüns, liebevoll gepflegt von vielen fleißigen Gärtnern: 544 495 Quadratmeter des Stadtgebiets sind von Kleingärten bedeckt. Die Anlagen sind jederzeit offen zugänglich für alle Bürger. Und sie sind eine Augenweide. Blühende Blumen, Sträucher und Bäume wohin man auch schaut - zudem ein Paradies für allerlei Getier. Dass diese Gärten so gut gepflegt sind, dafür stehen auch die insgesamt 15 Kleingartenvereine in Bottrop.

In fast allen Stadtteilen gibt es mindestens einen. Der erste – Am Beckramsberg in Fuhlenbrock – wurde 1930 gegründet, der Bezirksverband der Kleingärtner in Bottrop schon 1932. Rund 1138 Kleingärten gibt es insgesamt in Bottrop. Und 2050 Kleingärtner, die Ehegatten eingeschlossen. Unter ihnen sind immer mehr junge Familien. „Und das ist auch gut so“, freut sich Günter Petzuch, der dem Vorstand des Bezirksverbands seit Jahrzehnten angehört.

Viele Kleingärtner geben ihren Garten erst auf, wenn sie zu alt sind, um ihn noch bewirtschaften zu können. Das ist dann die Chance für neue Gartenliebhaber. Die müssen allerdings auch das nötige Kleingeld mitbringen, denn die Gärten gibt es nicht umsonst, da können schon mal mehrere Tausend Euro fällig werden. Wenn jemand seinen Kleingarten kündigt, erklärt Petzuch den Gang der Dinge, werde ein vereidigter Abschätzer bestellt, der den Wert der Laube (Größe, Alter, Zustand) und des Gartens beurteilt und beziffert.

Es gibt noch freie Gärten

Es liegt dann an den Bewerbern, ob sie zuschlagen oder nicht. „Wir haben einige freie Gärten“, sagt Günter Petzuch. Manche Anlagen seien beliebter als andere, es komme ganz auf die Lage an. Unter den Gärtnern seien auch immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund zu finden.

„Früher sind die Vorstände mit den Gartenregeln unter dem Arm durch die Anlage gelaufen“, erinnert sich der 77-Jährige, selber seit über 40 Jahren Kleingärtner. Da waren größere Spielgeräte für Kinder nicht erlaubt in den Gärten. Es war vorgeschrieben, dass der Nutzgarten größer als der Ziergarten sein musste, die Laube durfte nicht zu groß und alles musste tipptop gepflegt sein. „Heute drücken wir schon mal beide Augen zu.“

Heute ist es auch nicht mehr die schiere Not, die den Wunsch nach einem Kleingarten weckt – so wie 1930, als der erste in Fuhlenbrock Am Beckramsberg entstanden ist – sondern die Sehnsucht nach Natur und nach dem Genuss von Gemüse und Kartoffeln aus dem eigenen Anbau.

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