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Bottrop: Dany Wild dreht Videos für Musiker wie Scooter

In seinem Bottroper Studio übernimmt Dany Wild die Nachproduktion seiner Musikvideos von Scooter, Tom Gregory, Vize oder für den Bottroper-DJ Da Hool.

In seinem Bottroper Studio übernimmt Dany Wild die Nachproduktion seiner Musikvideos von Scooter, Tom Gregory, Vize oder für den Bottroper-DJ Da Hool.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Aktuell sind zwei Produktionen des Bottropers in den Charts platziert. Seine Drehorte sind zumeist in den USA, wie zuletzt auf dem Nasa-Gelände.

Andreas Anschütz ist sein Geburtsname, aber die Musikwelt kennt ihn nur unter seinem Künstlernamen: Dany Wild. Seit 2007 ist er dick im Geschäft. Der Bottroper drehte internationale Videos für Scooter („Mary got no lamb“, „In rave we trust“) oder Tom Gregory („Run to you“). Zurzeit sind zwei Künstler, der deutsche Dance-Act Vize („Stars“) und Jerome („Light“), mit ihren Musikvideos in den deutschen Charts vertreten.

Beide haben bei Youtube mehrere Millionen Aufrufe. Ein geplanter Dreh mit Scooter in Moskau fiel kurzerhand ins Wasser. „Das kann schon mal vorkommen“, sagt Dany Wild und fügt lächelnd hinzu: „Hätte ich gerne gemacht, ich war noch nie in Moskau.“ Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ansonsten ist er in den zurückliegenden Jahren gefühlt um die halbe Welt gereist, um die Stars und Sternchen optisch in Szene zu setzen. „Ich bin eher der visuelle Typ“, beschreibt er seine Tätigkeit. Vorwiegend arbeitet er für die Plattenlabel Sony und Kontor Records.

Beliebte Drehorte sind in Amerika und auf Mallorca

Mehrfach drehte er in Los Angeles, New York, Miami, San Francisco und Las Vegas. Wenn er unterwegs ist, filmt er meistens Material für mehrere Videos von Künstlern gleichzeitig. Mallorca gehört auch zu den bevorzugten Reisezielen. Nach dem Motto: schnell hin, für verhältnismäßig wenig Geld, bestes Wetter und „geile Locations“, wie er selbst sagt. Auch dort verfügt Dany Wild über die richtigen Kontakte für seine Drehs wie einen Finca-Vermieter oder einen Bootsverleiher, die er in all den Jahren kennengelernt hat.

Es waren auch schon außergewöhnliche Orte dabei, wie das Gelände der Nasa. Ein Dreh führte ihn vor Jahren nach Haiti. „Eine superverrückte Sache, bei der ich nicht nachgedacht habe“, sagt Wild. Er steckte gerade in vielen anderen Projekten und als die Anfrage kam, sagte er spontan zu, ohne sich in dem Moment darüber Gedanken zu machen. Erst als er im Flugzeug saß, beschlich ihn ein merkwürdiges Gefühl. „Wir verlassen jetzt den internationalen Flugraum“, erinnert er sich an die Durchsage an Bord. „Wir kamen uns vor wie Bud Spencer und Terence Hill in ’Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle’“, erinnert er sich, als wäre die Reise erst gestern gewesen. Nach der Landung blickte er nur auf zwei Blechhütten. Einen Zoll habe es ebenfalls nicht gegeben. Während des Aufenthalts machte er unter anderem Bekanntschaft mit dem Voodoo-Priester von Haiti, und er sollte ein Voodoo-Fest auf einem Friedhof drehen. „Aber wird sind da irgendwie wieder rausgekommen“, sagt er lachend. Nach ein paar Tagen landete das Produktionsteam unbeschadet zurück in der Heimat.

30 Videos produziert er im Jahr

Eigentlich ist er (fast) immer auf Achse - entweder im Ausland oder in Deutschland. Über zu wenig Aufträge kann er sich nicht beschweren. Circa 30 Videos produziert er pro Jahr. In seinem kleinen Studio in Bottrop bearbeitet er die Aufnahmen in Schnitt, Bild und Ton. Alles übernimmt er in Eigenregie. Er sprüht vor Kreativität und Spontaneität. Stillstand ist für ihn ein Fremdwort. Stressige Drehtage über mehrere Stunden sind für ihn keine Seltenheit. „Du musst für alles offen sein“, sagt er. In Zukunft kann er sich durchaus vorstellen, mehr Mode- oder Werbefilme zu drehen.

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