Einweihung

Bottrop: Aus einem Kirchenraum wird ein Kita-Raum

Im ehemaligen Altarraum der Kirche St. Elisabeth in Bottrop: Moritz (3), sein Bruder Felix (6) und Mila (3) mit Kita-Leiterin Andrea Bert.

Im ehemaligen Altarraum der Kirche St. Elisabeth in Bottrop: Moritz (3), sein Bruder Felix (6) und Mila (3) mit Kita-Leiterin Andrea Bert.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Der Neubau der Kita St. Elisabeth ist fertig. Der Clou: Der ehemalige Altarraum der gleichnamigen Kirche wurde in den Kindergarten integriert.

Hell und großzügig – das ist der erste Eindruck, wenn man die neue Kindertagesstätte St. Elisabeth betritt. Die Räume bieten viel Platz, gut vorstellbar, dass sich die Kinder hier wohlfühlen. Auf den zweiten Blick fallen dann doch einige Besonderheiten auf. Hier kann man erkennen, dass ein Teil der Kita tatsächlich mal ein Kirchenraum – genauer der Altarraum – war.

Das große Foyer der Kita weist noch die charakteristische Rundung des ehemaligen Chorraums auf. Auch die Klinkerwände mit den hervorgehobenen geklinkerten Kreuzen sind hier erhalten. Im Besprechungsraum, im Büro oder auch in der Küche sind auch die Kirchenverglasungen erhalten geblieben. Und seit kurzen ziert ein großes goldenes Kreuz das Foyer. Es ist das Kreuz, das zuvor hoch oben im Altarraum hing. „Wir freuen uns, dass es nun einen Platz in unserer Kita hat“, sagt Andrea Bert, die Leiterin der Kita, zumal hier in dem Raum künftig auch Wortgottesdienste gefeiert werden sollen.

Die neue Kita ist knapp 690 Quadratmeter groß

Im November sind die Kinder umgezogen in ihre neuen Räume. Zunächst die älteren, einen Monat später dann auch die jüngeren. Und während einige der Räume in die Kirche integriert wurden, sind die vier Gruppenräume ganz neu angebaut worden. Auch hier haben die Kinder viel Platz, zusätzlich zum eigentlichen Gruppenraum gibt es immer auch noch einen Nebenraum.

Knapp 690 Quadratmeter ist die Kita jetzt groß und bietet nach dem Umzug Platz für vier Gruppen. Die Grafenwälder Familie Husmann hat die Kirche St. Elisabeth mitsamt dem ehemaligen Kindergarten gekauft und jetzt auch die neue Kita in die Kirche integriert. Kein leichtes Unterfangen, wie Pia Husmann zugibt. Zum einen war es die erste Kita, die die Familie gebaut hat, „und es ist schon etwas ganz anderes als klassische Wohngebäude“. Die Anforderungen an die Sicherheit seien ganz anders. So musste beispielsweise jede Mauerkante – etwa bei Durchgängen und Pfosten – noch einmal extra verkleidet und abgerundet werden.

Aus dem Obergeschoss bietet sich ein Blick in den ehemaligen Kirchenraum

Zum anderen kam die besondere Schwierigkeit hinzu, den Chorraum der Kirche kita-gerecht umzuwandeln und gleichzeitig noch etwas von dem Flair zu erhalten. Das scheint durchaus gelungen, machte aber an einigen Stellen Kompromisse nötig – etwa im Mehrzweckraum im Obergeschoss. Die rohe Klinkerwand mit den hervorgehobenen Kreuzen musste dort allerdings hinter einer gepolsterten Holz-Konstruktion verschwinden. Zu groß wäre sonst die Verletzungsgefahr, wenn die Kinder hier toben und turnen. Hingucker im Mehrzweckraum: Die Planer haben hier die Rundung des Chorraums auch auf der anderen Seite aufgegriffen, so entstand ein kreisförmiger Raum.

Direkt gegenüber bietet sich aus zwei Fenstern noch eine außergewöhnliche Sicht. Von hier aus blicken die Betrachter in das bisherige Kirchenschiff. Noch wird dort gebaut. Am Ende soll es zu einem Begegnungsraum für das Quartier werden.

Kinder haben die Besucher auf der Baustelle genossen

Die Bauphase war für alle Beteiligten nicht leicht. Allerdings: „Es ist schon toll, wenn man sieht, was am Ende herausgekommen ist“, sagt Andrea Bert. Besonders freut sie sich, dass sie, ihre Kolleginnen und die Kinder sich einbringen konnten und Vorschläge machen konnten. Und klar, dass für die Kinder die Baustelle für die neue Kita besonders aufregend war. In den alten Räumlichkeiten direkt nebenan hatten sie ja quasi auch Logenplätze mit besonderem Blick auf die Baustelle. Und zwischendurch ging’s zur Besichtigung auch mal rüber in den Rohbau – selbstverständlich nur mit Helm.

Und wie gefällt den Kindern der Neubau? „Toll“, sagt Felix. Der Sechsjährige hat sich zwischendurch selbstverständlich auch auf der Baustelle umgesehen und seinen neuen Gruppenraum „Sternenhimmel“ besichtigt. „Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass er am Ende so aussieht.“

Auf dem Kirchengelände sollen Ein- und Mehrfamilienhäuser gebaut werden

Und auch in Zukunft werden die Kinder noch einige Baustellen beobachten können. Zunächst einmal wird das Außengelände der Kita noch neu gestaltet. In einem weiteren Schritt wird die alte Kita abgerissen. Auf dem großen Areal rund um die ehemalige Kirche und die Nebengebäude plant Familie Huesmann den Bau von Ein- und Mehrfamilienhäusern.

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