Bilder von H.J. Psotta sind jetzt in Braunschweig zu sehen

In diesem Jahr wäre der deutsch-chilenische Künstler H.J. Psotta 80 Jahre alt geworden. Bereits vor einiger Zeit widmete die Kulturkirche Heilig Kreuz dem gebürtigen Bottroper eine umfangreiche Ausstellung. Ab der kommenden Woche zeigt die Braunschweiger Galerie Geyso 20 unter dem Titel „rosa paraphrasen“ eine Psotta-Schau.

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In diesem Jahr wäre der deutsch-chilenische Künstler H.J. Psotta 80 Jahre alt geworden. Bereits vor einiger Zeit widmete die Kulturkirche Heilig Kreuz dem gebürtigen Bottroper eine umfangreiche Ausstellung. Ab der kommenden Woche zeigt die Braunschweiger Galerie Geyso 20 unter dem Titel „rosa paraphrasen“ eine Psotta-Schau.

Der Berliner Kurator Arndt Beck, der bereits die Bottroper Schau kuratierte, zeigt dabei auch Teile aus dem umfangreichen Werkzyklus der Todesbilder des 2012 verstorbenen Künstlers, der immer auch als Außenseiter galt.

Obwohl das Todesbilder-Projekt, das zwischen 1978 und 1986 entstand, ab 1989 öfter in Ausstellungen und Performance-Veranstaltungen gezeigt wurde, so im Badischen Kunstverein Karlsruhe, im Museum Bochum oder im Künstlerhaus Bethanien Berlin, ist es in Deutschland weitgehend unbekannt.

Mit der großformatigen Collage-Reihe „Pornografie“ (1978/79) begann H.J. Psotta mit einem Kinderfoto seiner Mutter Rosa zu arbeiten. In vielschichten Überschreibungen und Überklebungen verwendet er weiteres autobiografisches Material.

Viele Arbeiten sind erstmals zu sehen

Das verarbeitet er mit anderen Bildern, darunter von Ulrike Meinhof, deformierten Soldaten des Ersten Weltkriegs, Überlebenden und Leichen aus deutschen Vernichtungslagern, Todesanzeigen, Christusdarstellungen oder betenden Händen. Diese Arbeiten läuten eine deutliche Zäsur in seinem Werk ein.

Erstmals zu sehen sind außerdem Blätter aus der Reihe „Für Klaus“, die Psotta Ende 1980, während eines Aufenthalts bei seinem Freund, dem Künstler Klaus Wittkamp, in wenigen Wochen in Bielefeld schuf. Die Motive und Techniken der „Pornografie“-Collagen sind noch deutlich erkennbar, dennoch erreichen Stil, Technik und Inhalt eine nochmals gesteigert künstlerische Freiheit.

Etwa 1986 entstand der Zyklus „Martyrium, Tod und Verklärung der Rosa“, der den dritten Teil der Ausstellung bildet. Innerhalb der Arbeit mit der Grupo Chaclacayo in Peru (1982-88), widmete Psotta sich - unter nochmals in jeder Hinsicht radikalisierten Bedingungen - wieder intensiv dem Kinderfoto seiner Mutter. In dieser Ausführlichkeit (42 Blätter) war diese Reihe ebenfalls noch nie zu sehen.

Passend dazu zeigt vom 24. bis 27.August der Allgemeine Konsumverein in Braunschweig eine Erweiterung dieser Ausstellung mit dokumentarischem Video- und Fotomaterial der Perfomances, ebenfalls gestaltet von Kurator, Fotograf und Nachlassverwalter Arndt Beck.

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