Stadtplanung

Bergbaunachfolge: Planern wird die Zeit knapp

Im Kohlenlager Sturmshof ist eine von drei Teilflächen schon geräumt. Das gesamte Lager soll Ende 2017 geräumt sein

Foto: Dietmar Klingenburg/RAG

Im Kohlenlager Sturmshof ist eine von drei Teilflächen schon geräumt. Das gesamte Lager soll Ende 2017 geräumt sein Foto: Dietmar Klingenburg/RAG

Bottrop.   Die Städte Bottrop und Essen arbeiten gemeinsam mit der RAG an einem Masterplan für ein 1700 Hektar großes Gewerbeareal in beiden Städten

Alleine haben Bottrop und Essen es nicht geschafft, das riesige Areal im Bottroper Süden und im Essener Norden für künftige Gewerbeansiedlungen aufzubereiten. Seit anderthalb Jahren versuchen sie es gemeinsam mit der RAG. „Wir wollten deutlich weiter sein“, zieht Planungsamtsleiterin Christina Kleinheins ernüchtert Zwischenbilanz.

Es geht um eine riesige Fläche von 1700 Hektar zwischen der Welheimer Mark und Essen-Vogelheim, davon 450 Hektar Bergbauflächen wie die Kohlenlager am Sturmshof oder am Essener Hafen Neucölln, die die RAG irgendwann freigeben wird. Wann genau, steht noch nicht fest.

Viel Geld für Infrastruktur

Und es geht vor allem um neue Straßen, die die oft verwinkelten Gebiete erschließen. Schon seit 2014 gibt es deshalb erste Ideenskizzen, die Knappestraße nach Süden und die Hafenstraße nach Norden zu verlängern. Aber dafür bräuchten die Planer etwa an der Hafenstraße mehr Luft unter der Kanalbrücke der A 42 und wenige Meter weiter eine neue Brücke über die Emscher. Deshalb ist Christina Kleinheins schon jetzt klar: „Wir müssen viel Geld für Infrastruktur in die Hand nehmen.“

Ende 2018 müssen die Gutachten vorliegen

Aber erstmal brauchen sie einen Plan, und an dem arbeiten sich die Planer seit März 2016 ab. Immerhin: Fast alle Aufträge für die notwendige Gutachten sind vergeben. 1,35 Millionen Euro, hat das Land für die Machbarkeitsstudien zur Verfügung gestellt. Und im November wollen die Planungsteams bei einem „Leitbildworkshop“ die Richtung vorgeben: Wo wollen wir hin? Dann haben die Städte und die RAG aber schon mehr Zeit verbraucht für die Vergabe der Gutachten, als die Gutachter selbst für die Gutachten haben werden: Ende 2018 müssen sie liefern. Der Masterplan muss dann von der Politik abgesegnet werden. Und die dann folgende Umsetzung dauert zehn bis 15 Jahre, schätzt Christina Kleinheins.

Zu wenig Platz für richtig viel Grün

Auch die Emschergenossenschaft hat noch keinen Plan, wie sie die Emscher, die mitten durch das Plangebiet läuft, renaturieren wollen. Für den Bau des Abwasserkanals und für die Renaturierung haben sie sich schon vor Jahren Flächen gesichert. „Aber am Gesamtkonzept für die Emscher arbeiten wir noch“, sagt Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft. Grüner soll es werden an der Emscher, aber: „In Bottrop haben wir gar nicht den Platz, einen ökologischen Schwerpunkt zu setzen.“

Durch die Deiche eingeschränkt ist die Genossenschaft bei der Gestaltung der vom Abwasser befreiten Emscher. Was zwischen den Schutzwänden geht, testet sie in Dortmund-Deusen. Dabei geht es nicht nur um Optik, sagt Abawi: „Nicht alles, was gut aussieht, macht auch ökologisch Sinn.“

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