Wer bietet mehr?

Bei den „Holzfällern“ will immer noch jeder der Beste sein

Am 25. Februar 1961 wurde der Kegelclub „Holzfäller“ gegründet. Johann Titko (4.v.l.) ist das letzte verbliebene von acht Gründungsmitgliedern.

Am 25. Februar 1961 wurde der Kegelclub „Holzfäller“ gegründet. Johann Titko (4.v.l.) ist das letzte verbliebene von acht Gründungsmitgliedern.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Die Mitglieder des Kegelclubs von 1961 nehmen ihren Sport sehr ernst. Der Herrenclub trifft sich alle zwei Wochen. Manchmal dürfen die Frauen mit

Fein säuberlich mit genauen Namens- und Jahresangaben haben die „Holzfäller“ ihre Geschichte in der Chronik aufgelistet: Am 25. Februar 1961 gründeten acht ehemalige Schulkameraden den Kegelclub bei Steinmann. Neun Mal wechselten sie bis dato das Vereinslokal. Über 50 Kegeltouren haben sie hinter sich. Seit 1968 ermitteln sie jedes Jahr ihren Vereins- und Pokalmeister. 1969 und 1971 holte eine Vierermannschaft sogar den Stadtmeistertitel.

„Wir sind heute noch sehr stark im Kegeln, wenn auch nicht mehr so stark wie früher. Bei uns wird der Sport sehr ernst genommen. Jeder versucht immer, der Beste zu sein“, betont Johann Titko, das letzte Gründungsmitglied. Der 79-Jährige ist stolz darauf, dass die „Holzfäller“ all die Jahre zusammengeblieben sind. Mitglieder kamen und gingen. Zeiten, in denen es dem Club an Nachwuchs mangelte, gab es bisher jedoch nie.

Der Club trifft sich alle zwei Wochen

Aktuell sind acht muntere Senioren im Alter zwischen 68 und 79 dabei, die sich normalerweise im Zwei-Wochen-Rhythmus im Gasthof Milke an der Lindhorststraße treffen. „Wir sind stark zusammengewachsen. Das liegt daran, dass wir uns so regelmäßig sehen und zueinander passen“, so Titko.

Die Gruppe unternimmt gemeinsame Fahrrad-Touren, geht zusammen Skilaufen, oder organisiert ein großes Osterfeuer, bei dem sogar die Frauen mit dabei seien dürfen. Eigentlich sind die „Holzfäller“ ein reiner Herrenclub, aber beim alljährlichen Weihnachtskegeln oder beim Grünkohlessen drücken die Herren mal ein Auge zu. Auch an einigen Kegeltouren durften die Spielerfrauen schon teilnehmen: Seit dem zehnten Gründungsjahr dürfen sie alle fünf Jahre mitfahren. Die Reisen führten den Verein in die verschiedenen Regionen Deutschlands und einige Male sogar nach Mallorca.

Für die Besten gibt’s einen Preis

„Wir belohnen unsere Kegler zudem immer mal wieder für ihre Leistungen. So ist zum Beispiel Tradition, dass der Kegler, der am häufigsten bei den Kegelabenden war, am Ende des Jahres einen Präsentkorb oder eine Flasche Weine erhält“, erklärt Titko. Auch die, die am häufigsten König geworden sind, bekommen eine Kleinigkeit.

So wie feste Traditionen und Regeln pflegen die „Holzfäller“ auch einen festen Spielablauf. Sie beginnen nahezu immer mit dem Spiel „Fünf in die vollen“, machen mit den „Hausnummern“ weiter, um dann bei einer von drei „Königpartien“ zu landen.

Ein Lied hat der Club auch: „Wir hauen alle Kegel um, hei das macht uns richtig Spaß, nach jedem Kranz und jeder Neun, hei da läuft das kühle Nass, bei uns da bleibt kein Bauer steh’n, das Brett wird blank gemacht, Holzfäller werden wir genannt, hei drum sind wir so bekannt“.

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