Trödelshow im ZDF

Bares für Rares: Bottroper gab erotische Leuchte nicht her

Friederike Werner begutachtet in der Trödelshow „Bares für Rares“ die Porzellanleuchte des Bottropers Erich Konkel.

Friederike Werner begutachtet in der Trödelshow „Bares für Rares“ die Porzellanleuchte des Bottropers Erich Konkel.

Foto: ZDF / ZDF-Screenshot

Die Porzellanlampe von Erich Konkel aus Bottrop birgt ein Geheimnis. So etwas hatte selbst Trödelshowmaster Horst Lichter noch nicht gesehen.

Noch ist die Leuchte wieder sicher in einem Karton verpackt. Nach seinem Fernsehauftritt in der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ hat Erich Konkel die Porzellanlampe wieder mit zu sich nach Hause an die Kirchhellener Straße genommen. „Ich stelle sie mir hier jetzt wieder hin“, sagt der 73-jährige Bottroper. Schließlich finde er die Leuchte im Rokoko-Stil ja auch selbst ganz schön. Falls sich dann irgendwann doch noch ein zahlungskräftiger Interessent für das Porzellan mit seinen erotisch anmutenden Motiven finden sollte - auch gut.

Trödelshowmaster Horst Lichter jedenfalls staunte nicht schlecht, als der Bottroper seine Leuchte im Fernsehstudio vorzeigte. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, räumte der Rheinländer ein. Denn die Liebespaare und Schäferstündchen, die da auf transluzenten Platten in den Porzellanschirm eingearbeitet sind, konnte er auf den ersten Blick kaum erkennen. Das soll auch so sein. Um die Abbildungen besser sehen zu können, muss die Lampe im Dunkeln erst leuchten.

Der Bottroper probierte auch Versteigerungen über Ebay aus

Erich Konkel hatte die Leuchte irgendwann auf einem Antikmarkt in der Dortmunder Westfalenhalle gekauft und war neugierig darauf, woher sie wohl stammt. In der Trödelshow war er da an der richtigen Adresse. Denn Expertin Friederike Werner wusste weiter. Die Porzellanleuchte sei wohl in den achtziger Jahren in einer Porzellanmanufaktur in Plauen in Thüringen hergestellt worden. Die eingearbeiteten Motive seien jedoch weitaus älter. Der Modelleur Gustav Gossenberger habe sie in den 1930er Jahren entworfen.

Er schaue sich gern auf Trödelmärkten um, meint der Bottroper Erich Konkel. „Wenn man so ein paar Teile hat, die man so gar nicht mehr braucht, dann löst man sich eben davon“, meint er. Auch auf dem Kleinanzeigen-Internetportal Ebay war der 73-Jährige daher schon aktiv. Irgendwann haber er sich dann mal als Teilnehmer der ZDF-Trödelshow beworben. Das sei ja keine große Sache. „Ich habe zwar eine ganze Zeit lang nichts gehört, schließlich habe ich aber doch eine Einladung bekommen“, berichtet Erich Konkel.

Horst Lichter staunte über die Geschichte der Porzellan-Leuchte

„Mein Gott, was für eine Geschichte“, entfuhr es TV-Moderator Horst Lichter während der Präsentation der Leuchte aus Bottrop. An dem Auftritt des Bottropers lag das aber nicht. Erich Konkel fürchtet fast, dass er auf dem Bildschirm etwas unbeholfen gewirkt haben könnte. „Das war ja in meinem ganzen Leben der erste Fernsehauftritt überhaupt“, meint der Bottroper. Selbstverständlich sei er da auch nervös gewesen. Die Händler und auch Friederike Werner seien dagegen mit großer Routine bei der Sache gewesen.

Die Geschichte, die die Expertin über Lampen wie die aus Bottrop zu erzählen wusste, machte auch mächtig Eindruck auf den Trödelshowmaster. „In den 1980er Jahren hat ein reicher Amerikaner sich diese Lampen containerweise nach Amerika bestellt“, berichtete Friederike Werner. Nach dessen Tod wussten seine Erben damit aber nichts anzufangen und schickten die Leuchten an die Porzellanmanufaktur in Plauen zurück. Danach sei der Markt mit diesen Lampen regelrecht überschwemmt worden. Auch auf Flohmärkten seien sie mitunter recht günstig verkauft worden.

Besitzer äußert Zweifel an der Expertise

Die Expertin lobte jedoch den guten Zustand der Bottroper Porzellanleuchte. Sie weise nach so vielen Jahren kaum Schäden auf. Auf 1200 bis 1500 Euro schätzte sie daher den Wert der Leuchte ein. Da boten die TV-Händler Erich Konkel bei einem Höchstgebot von 600 Euro denn doch einfach zu wenig. Ohnehin mag er der Expertise nicht so recht glauben, dass es sich um Massenware handele. „Ich habe jedenfalls seit vielen Jahren kein Exemplar in einer solchen Ausführung wie bei meiner Leuchte mehr gesehen“, meint der Bottroper.

Mit der Stimme einer Legende

>>> Erich Konkel ist längst nicht der erste Bottroper, der in der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ sein Glück versuchte. Ann-Cathrin Loose und Andre Pittelkau aus Bottrop etwa versteigerten in der Show ein Schmuckstück. Das Paar wollte 450 Euro für die goldene Uhr haben, dass sie für ihre Oma anboten - und gingen mit 1800 Euro nach Hause.

Einen starken Auftritt legte in der Show auch einmal der Bottroper Walter Franzkowiak hin. Er brachte Moderator Horst Lichter mit seiner Stimme ins Staunen, klang er doch nach Westernlegende John Wayne.

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