Stadtentwicklung

Bagger zerlegen die alte Schreinerei

Mit dem Bagger reißen die Abbruchexperten einen Turm auf dem ehemaligen Brockmann-Gelände ein.

Mit dem Bagger reißen die Abbruchexperten einen Turm auf dem ehemaligen Brockmann-Gelände ein.

Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   In der Boy laufen die Abrissarbeiten auf dem Brockmann-Gelände. Im ersten Quartal 2018 sollen die Arbeiten beendet sein, dann beginnt der Aufbau.

Mathias Kneip setzt seinen Bagger in Bewegung, rollt einen kleinen Hügel aus Bauschutt hoch und setzt den Greifer an. Es knackt, kracht und staubt – und so bricht ein weiterer Teil aus dem Turm heraus, in dem die Schreinerei Brockmann früher ihre Sägespäne sammelte, um sie zu verheizen. Dann greift er gezielt zu, zieht einen Stahlträger aus dem Turmgerippe, um ihn separat abzulegen. Das gleiche macht er mit Holzteilen.

13 000 Tonnen Bauschutt

Das Gelände in der Boy ist übersät mit verschiedenen Haufen. Holz, Steine, Beton, Styropor verpackt in Säcken und anderes Material wird sauber getrennt gesammelt – der Abbruch schreitet voran. Einige der großen Hallen wurden inzwischen dem Erdboden gleichgemacht, andere stehen noch, vom Bagger angeknabbert, und warten sozusagen darauf, dass ihnen jemand den Rest gibt. Andere Gebäude sind erst einmal nur entkernt, von den Baggern aber unberührt.

„Hier auf dem Gelände sprechen wir insgesamt von rund 73 000 Kubikmetern umbautem Raum. Am Ende werden hier rund 13 000 Tonnen Bauschutt anfallen“, sagt Thomas Kölsch von der technischen Abteilung der Deutschen Reihenhaus. Hinzu kämen noch einmal rund 300 bis 400 Tonnen Holz. „Denn hier ist verhältnismäßig viel Holz verbaut.“

Gebäude entrümpeln und entkernen

Seit Anfang Oktober ist die Firma BST Becker Sanierungstechnik auf dem Gelände des ehemaligen Küchen- und Fensterherstellers aktiv. Zunächst mussten die Gebäude und Hallen entrümpelt und entkernt werden. „Wir waren hier teilweise mit 30 Mitarbeitern bei der Arbeit“, sagt Prokurist Stefan Vogt. Denn vieles beim Abriss sei auch Handarbeit – auch jetzt noch, wenn die einzelnen Materialien sauber getrennt werden müssen.

Die Stadt sei eng eingebunden in die Abrissarbeiten, erklärt Kölsch. „Sie kontrolliert auch regelmäßig.“ Zumal in zwei Bereichen auch Asbest verarbeitet war und aufwendig entsorgt werden musste. Überhaupt werde die gesamte Abriss- und Bauphase von einem Fachgutachter begleitet, damit auch keine Altlasten zurückbleiben. „Schließlich sollen aus den Asphalt- und Wegeflächen auch Wohngärten werden“, so Kölsch. Er verweist auf ein altes Lackierbecken des Fensterbaubetriebs, das eben auch fachmännisch entsorgt werden muss.

Im ersten Quartal 2018 soll der Abriss beendet sein, dann beginnt der Aufbau der 91 Reihenhäuser. Bauleiter Daniel Fischer hofft, dass mit den Genehmigungen alles glatt geht, so das im November schon die ersten Menschen einziehen können. Ein Jahr später soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein. „Das heißt für uns, dass dann jeder Baum und jede Hecke steht, also auch das Drumherum fertig ist.“

>>>KÄUFER KOMMEN HÄUFIG AUS DEM UMFELD

  • Zunächst hat die Deutsche Reihenhaus in einem ersten Vertriebsabschnitt 30 Häuser angeboten. Davon sind 26 bereits verkauft. Anfang 2018 beginnt der zweite Vertriebsabschnitt.
  • Die Käufer und Interessenten seien vielfach aus dem Umfeld von fünf bis sechs Kilometern, aber auch aus Essen, sagt Firmensprecher Achim Behn.

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