Sommerliche Orgelkonzerte 2017

Bach-Interpretation zwischen Licht und Schatten

Ulrich Isfort an der Seifert-Orgel der Liebfrauenkirche Bottrop-Eigen.

Ulrich Isfort an der Seifert-Orgel der Liebfrauenkirche Bottrop-Eigen.

Foto: Frank Oppitz

Bottrop.  Ulrich Isfort beendet mit einem reinen Bach-Programm die Reihe der „Sommerlichen Orgelkonzerte“ des Bistums in der Eigener Liebfrauenkirche.

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Am Ende der „Sommerlichen Orgelkonzerte“ des Bistums gab es einmal Bach pur. Ulrich Isfort, zuletzt regelmäßig in der Reihe zu hören, setzte auf ein großes Programm. Die c-Moll Passacaglia und Fuge (BWV 582), die Choralpartita über den Choral „O Gott, du frommer Gott“ oder das ebenso bekannte wie wuchtige Es-Dur-Präludium nebst Fuge (BWV 552) waren die Säulen zwischen denen der Schwelmer Regionalkantor noch einige Choralbearbeitungen u.a. aus den so genannten Schübler-Chorälen aufscheinen ließ.

Es war ein in vielen Einzelheiten interessanter Abend bei dem er vor allem bei der Partita immer wieder der Bach’schen Vielgestaltigkeit die vielfältigen Stimmungsmöglichkeiten der großen Seifert-Orgel an die Seite stellte. Die Manualwechsel der letzte der neun Variationen in Verbindung mit dem immer wieder überraschenden Tempowechsel am Ende der Komposition kostete Isfort hier ebenso aus, wie bei den nachfolgenden Choralbearbeitungen.

Kraft zu Lasten der Transparenz

Manches allerdings erschien auch etwas „grobkörnig“. Oft setzte Isfort auf die schiere Kraft des Instrumentes. Die Registrierung glich zuweilen einer etwas zu „dicken Orchestrierung“, was gerade auch das abschließende Es-Dur-Präludium mit Fuge etwas aus der Fuge geraten ließ.

Eine transparentere Auswahl der Stimmen hätte sicherlich auch die Struktur dieses sehr bekannten Bach-Werkes noch besser zur Geltung kommen lassen. Dass Bach bei Isfort auch in den richtigen Händen liegt, zeigte sich ja bei der einleitenden Passacaglia mit Fuge oder in der Choralbearbeitung des Luther-Liedes „Ein’ feste Burg ist unser Gott“ (BWV 720) und immer wieder auch bei den Variationen der Choralpartita.

So hinterließ dieser Abschlussabend der Reihe einen nicht gänzlich imposanten Eindruck, auch wenn der Zugriff zuweilen die historisch-informierte Aufführungspraxis durchschimmern ließ.

Eine Wiederholung des Programms spielt Ulrich Isfort heute Abend um 20 Uhr auf der Flentrop-Orgel der Stiftspfarrkirche St. Lambertus in Essen-Rellinghausen.

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