Vampirroman

Autorin veröffentlicht ihren vorerst letzten Vampirroman

Autorin Hope Cavendish hat den fünften Band der Vampir-Reihe veröffentlicht.

Autorin Hope Cavendish hat den fünften Band der Vampir-Reihe veröffentlicht.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Unter dem Pseudonym Hope Cavendish schreibt eine Wahl-Bottroperin historische Vampirromane. Der fünfte und letzte Band der Serie ist erschienen.

Ein schmucker junger Mann mit Drei-Tage-Bart ziert das Buch-Cover. Er trägt eine Lederjacke und ein verschmitztes Lächeln. Dabei fällt eines auf: anstatt zwei normaler Schneidezähne wachsen ihm spitze Reißzähne aus dem Oberkiefer.

Er ist ein Vampir. So wie die meisten Hauptfiguren im neuen Roman der Bottroper Autorin Hope Cavendish. „Zeitgenossen - Der Wille Adads“ ist der fünfte und letzte Band der Serie. Für Cavendish schließt sich damit das Kapitel der untoten Blutsauger – vorerst jedenfalls.

Vor fünf Jahren kam der erste Teil

Begonnen hat alles vor fünf Jahren. Damals veröffentlichte die Autorin den Auftakt der Reihe. Geplant war das nicht. Erste Züge der Geschichte hatte sie in einem Onlineforum gepostet. Die Leser motivierten Cavendish zum nächsten Schritt. 2013 erschien der erste historische Vampirroman „Gemmas Verwandlung“.

In diesem wird die junge Apothekerstochter Gemma, die 1599 in London lebt, unfreiwillig zum Vampir. Der neuste Roman spielt nun im 20. Jahrhundert. Also genug Zeit für Gemma, um sich an ihre neue Rolle zu gewöhnen. „Das Thema Unsterblichkeit ist eine Faszination. Aber was macht das eigentlich mit jemandem?“, sagt Hope Cavendish und stellt damit eine der grundlegenden Fragen aus den Romanen.

Vampir-Clique steht im Fokus

Gemma überlebt von Epoche zu Epoche ihre menschlichen Freunde. Ihre biologische Uhr hat aufgehört zu ticken – Kinder kann sie keine mehr bekommen. Was bleibt ist die Vampir-Clique. „Das sind ihre Zeitgenossen. Deshalb habe ich die Serie auch so genannt. In den Büchern geht es auch um Freundschaft und Zusammenhalt“, sagt Cavendish. Der ist besonders im neusten und letzten Roman der Reihe gefragt.

Die Freunde werden in „Der Wille Adads“ mit dem Zweiten Weltkrieg und der NS-Diktatur konfrontiert. „Der Herrenrassen-Gedanke ist gleichzeitig aber auch bei den Ur-Vampiren zu finden. Diese wollen die Menschen unterjochen und sind den Lesern schon in den anderen Büchern immer mal wieder begegnet“, erklärt die Autorin. Nun steht der finale Kampf bevor.

Die Umgebung, in der sich Cavendishs Vampire bewegen, ist real. Die Personen sind es ebenfalls. In London, Paris und New Orleans begegnen Gemma, Fergus, Maddy und Co. so manchen Berühmtheiten. Frankensteins Schöpferin Mary Shelly hat ebenso einen Gastauftritt wie Bram Stoker, der einst Dracula Leben einhauchte.

Die Recherchearbeit ist enorm

„Die Recherchearbeit hinter den Romanen ist enorm. Alltagsgegenstände, sprachliche Gegebenheiten – alles muss stimmen“, sagt Hope Cavendish. Auch weil geschichtliche Ereignisse, wie die französische Revolution oder eben nun der Zweite Weltkrieg, ebenfalls eine Rolle in den historischen Vampirromanen spielen.

„Die Begeisterung für Geschichte kam bei mir durch Filme und Bücher. In der Schulzeit war ich kein Fan davon, weil im Unterricht nur Zahlen runtergerattert wurden.“

Vom Vampirroman zum Krimi

Mit der Historie ist erstmal Schluss. Der Abschied fällt besonders den Lesern schwer. „Ich höre öfters, dass die Charaktere für viele wie alte Freunde geworden sind, die man bei jedem neuen Band wieder trifft.“

Sie selbst schließt nicht aus, noch einmal zu den Blutsaugern zurückzukehren. „Momentan schreibe ich allerdings an einem heitern Krimi“, verrät Hope Cavendish. So mancher Tropfen Blut dürfte dabei auch fließen.

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