Woche der Ausbildung

Auszubildende bauen Spezialmaschinen

Azubi  Johannes Gerz (rechts) hat seine Abschlussprüfung als Mechatroniker vor sich. Unter Anleitung von Ausbilder Hendrik Dierichs hat er in den vergangenen drei Jahren Aufbau und Konstruktion von Sondermaschinen erlernt.t

Azubi Johannes Gerz (rechts) hat seine Abschlussprüfung als Mechatroniker vor sich. Unter Anleitung von Ausbilder Hendrik Dierichs hat er in den vergangenen drei Jahren Aufbau und Konstruktion von Sondermaschinen erlernt.t

Foto: FUNKE Foto Services

Bottrop.   Bei der Firma Doga arbeiten schon die Auszubildenden Hand in Hand: Während Marcel Denzer als Technischer Produktdesigner die Pläne erstellt, baut Mechatroniker Johannes Gerz diese in der Werkstatt

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Beide tummeln sich in relativ unbekannten Ausbildungsberufen in der Steuerungstechnik. Doch ihre Ausbildungsplätze sind völlig verschieden: Während Marcel Denzer als angehender Technischer Produktdesigner vor allem im Büro und am Bildschirm arbeitet, lernt Johannes Gerz in der Werkstatt nebenan den Beruf des Mechatronikers im Sondermaschinenbau bei der Firma Doga in Welheim. Und beide arbeiten letztlich Hand in Hand.

„Es ist fasznierend: Während ich zeichne, werden nebenan schon die Maschinen aufgebaut.“ Marcel Denzer ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr, aber bereits absolut begeistert und überzeugt von seinem Job. Nach dem Abitur hatte der 23-Jährige zunächst angefangen Statistik zu studieren. „Aber das war nichts für mich, es war viel zu theoretisch“, so Marcel Denzer. Im Internet entdeckte er das Ausbildungsangebot der Firma Doga, bewarb sich und hat seine Entscheidung für genau diese Ausbildung bislang nicht bereut. „Die Arbeit ist abwechslungsreich und die Verbindung von Theorie und Praxis genial.“

Das kann Johannes Gerz nur bestätigen und berichtet von seiner spannenden Ausbildung als Mechatroniker mit Einsätzen in Süddeutschland und China. „Ursprünglich hatte ich Medizintechnik studiert“, erzählt der 31-Jährige. „Aber ich sah da kein Ende und wollte endlich was Handfestes.“ Die Mechatronik sei ein breites Feld mit Aufgabenstellungen in der Mechanik, Elektrik und Programmierung.

„In unserer Firma geht es um rationalisierte Fertigung“, erläutert Peter Rzeha, Doga-Geschäftsführer. „Das heißt, wir erstellen entsprechend den Wünschen unserer Kunden Sondermaschinen für Produktionsabläufe. Und letztlich ist jede Maschine anders.“ Seine Auszubildenden wissen natürlich genau, was dahinter steckt. „Entsprechend einem Konstruktionsplan zeichne ich beispielsweise sämtliche Einzelteile einer Maschine, die Spindeln für Kofferraumtüren herstellen soll. Ich bemaße diese Einzelteile und erstelle Pneumatikpläne“, erklärt Marcel Denzer. „Und diese Zeichnungen gehen dann in die Werkstatt.“ Hier fräsen, sägen und schleifen Johannes Gerz und seine Kollegen dann die Einzelteile, montieren und verdrahten diese zu der entsprechenden Maschine. „Und letztlich geht’s zum Aufbau und zur Endabnahme der Maschine vor Ort“, so Johannes Gerz und erzählt von seinem Einsatz in China. Unerlässlich sei in allen Bereichen die Teamarbeit.

Gleich zu Beginn der Ausbildung ging es für beide Auszubildenden in die Werkstatt. „Auch ich musste ja die Werkstoffe kennenlernen“, erklärt Marcel Denzer. „Anschließend ging’s dann ins Büro, und ich wurde in die Zeichenprogramme eingeführt. Und Johannes Gerz erinnert sich: „Ich lernte Fräsen, Sägen und Bohren und war sofort am Bauteil aktiv. Irgendwann ist man bei der kompletten Montage und Inbetriebnahme der Maschine dabei.“ Beide Auszubildenden mögen ihren spannenden und abwechslungsreichen Job. Mal werden Maschinen für den Einsatz in der Medizintechnik, mal für Atomindustrie oder Mobilfunkbereich und dann wieder für Energietechnik und Automobilindustrie hergestellt. Marcel Denzer: „Langweilig wird es nie!“

Es gibt noch freie Ausbildungsplätze

Den Beruf des Technischen Zeichners war einst bekannt. Doch den gibt es nicht mehr. Stattdessen gibt es nun den Beruf des Technischen Produktionsdesigners. Kfz-Mechatroniker wollen viele Jugendliche werden, doch die Ausbildung zum Mechatroniker für Sondermaschinen ist weniger bekannt. Die Firma Doga bietet beide Ausbildungsberufe an. Voraussetzung ist jeweils ein Realschulabschluss. „Wenn es passt, nehmen wir aber auch Bewerber mit Hauptschulabschluss“, stellt Geschäftsführer Peter Rzeha fest.

Die Bewerber sollten sich für Mathe und naturwissenschaftliche Fächer interessieren. Und: „Ohne Probearbeiten geht es nicht“, so Rzeha. „Der Bewerber soll so Einblicke bekommen und schauen, ob die Ausbildung seinen Vorstellungen entspricht. Zudem muss die Chemie stimmen, denn wir arbeiten hier im Team.“ Für den Ausbildungsbeginn im August sucht die Firma zudem noch Industrie- und Zerspannungsmechaniker. Die Ausbildungsvergütung liegt in allen Berufen im ersten Ausbildungsjahr bei 500 Euro brutto und steigt dann mit jedem Jahr um 75 Euro.

Infos rund um diese und andere Ausbildungen gibt es bei den Berufsberatung der Arbeitsagentur, im BiZ, sowie im Internet unter www.arbeitsagentur.de und unter der gebührenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 00.

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