Verkehr

Aufzüge am Hauptbahnhof stehen weiter still

Mit Brettern vernagelt sind die beiden Aufzüge am Hauptbahnhof. Wieder in Betrieb genommen werden sie nach Bahn-Angaben erst Ende August.

Foto: Michael Korte

Mit Brettern vernagelt sind die beiden Aufzüge am Hauptbahnhof. Wieder in Betrieb genommen werden sie nach Bahn-Angaben erst Ende August. Foto: Michael Korte

Reisende werden länger als angekündigt schleppen oder vor der Barriere Hauptbahnhof kapitulieren müssen. Erst im August gehen Lifte wieder in Betrieb

Der Ausnahmezustand am Hauptbahnhof geht weiter. Obwohl der Aufzug zu den Gleisen 1 und 2 bereits eingebaut ist, wird er erst Ende August in Betrieb genommen, gemeinsam mit dem Aufzug zum Gleis 3. Das sei „aus technischen Gründen leider nicht anders möglich“, teilte ein Bahnsprecher mit.

Seit Ende April baut ein Berliner Unternehmen im Auftrag der Bahn-Tochter „Stations & Service“ an den 20 Jahre alten Aufzügen. In den vergangenen Jahren hatte vor allem der Aufzug zu den Gleisen 1 und 2 immer wieder für Ärger bei Bahnreisenden gesorgt, weil er mehrfach ausgefallen war. Im Jahr 2016 stand er insgesamt über Monate still. Die Bahn hatte Vandalismusschäden als Ursache für die Ausfälle angegeben.

Solidargemeinschaft

Nach dieser Vorgeschichte war die Erleichterung groß, als die Bahn-Tochter im April verkündete: Die beiden Aufzüge haben ihren Produktionslebenszyklus hinter sich, wir tauschen sie aus. Angekündigtes Datum der Fertigstellung: Anfang Juni.

Zumindest für den Problem-Aufzug zu den Doppelgleisen hat diese Schätzung ziemlich genau hingehauen. „Der Aufzug ist eingebaut“, bestätigte die Bahn diese Woche auf Anfrage. „Ab dem 19. Juni beginnen wir mit dem Austausch des anderen Aufzuges.“ Doch der Aufzug ist zwar eingebaut, bleibt aber bis Ende August außer Betrieb. Erst wenn auch der zweite Aufzug eingebaut sei, könnten beide in Betrieb gehen, so die Aussage der Bahn AG.

Gegenzug hilft nicht mehr

Für die Bahnkunden bedeutet das unter anderem, dass damit auch der letzte, wenn auch umständliche, barrierefreie Zugang zu den Gleisen im Wortsinn verbaut ist. Wenn bisher ein Aufzug außer Betrieb war, konnten Reisende mit großem Gepäck oder Bewegungseinschränkungen eine Station weiter fahren und dem Gegenzug nehmen, der am Bahnsteig mit dem jeweils funktionierenden Aufzug einfuhr. Doch jetzt sind beide Aufzüge hinter hölzernen Bretterwänden verschwunden.

Schlechte Nachrichten also für Reisende mit Kinderwagen, Rollatoren oder schweren Koffern. Abends können sie auf hilfsbereite Mitarbeitern des Bahn-Sicherheitsdienstes hoffen, die in den S-Bahnen mitfahren und, wenn sie es mitbekommen, ihre Hilfe anbieten. Tagsüber und vor allem in den Stoßzeiten sind die Reisenden weitgehend auf sich allein gestellt. Allerdings hat sich inzwischen eine Art Solidargemeinschaft unter den S-Bahn-Pendlern ausgebildet. So werden Reisende mit Kinderwagen oder schweren Koffern schon am Essener Hauptbahnhof angesprochen. „Müsse Sie auch nach Bottrop? Da sind wieder die Aufzüge platt. Ich helfe Ihnen dann.“ Auch die Busfahrer am Hauptbahnhof wissen Bescheid und warten.

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