Bottrop. Tarifverhandlungen für die Stahlindustrie: Die IG Metall hat zum Streik aufgerufen. In Bottrop haben Kokerei-Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt.

Die IG Metall hat am Freitagmorgen die Beschäftigten der Kokerei in Bottrop von ArcelorMittal zu einem Warnstreik aufgerufen. An dem ersten Warnstreik mit Kundgebung beteiligen sich nach Angaben der Gewerkschaft rund 200 Beschäftigte.

Mit Beginn der Nachtschicht um 0 Uhr hatte die IG Metall mehrere Aktionen sowie später dann Arbeitsniederlegungen auch bei Thyssenkrupp in Finnentrop und den Deutschen Edelstahlwerken in Hagen organisiert. Bereits am Donnerstagabend hatte die IG Metall das Ende der Friedenspflicht mit einem Fackelmarsch in Duisburg eingeläutet.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie eine Erhöhung der Monatsentgelte um 8,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine 32-Stunden-Woche bei vollen Lohnausgleich. Darüber hinaus sollen die Tarifverträge zur Altersteilzeit, über den Einsatz von Werkverträgen und zur Beschäftigungssicherung verlängert werden.

Streik an der Bottroper Kokerei: „Weitere Eskalation kaum vermeidbar“

Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlung eine Entgelterhöhung von 3,1 Prozent für 15 Monate angeboten. Eine Reduzierung auf 32 Stunden hatten die Arbeitgeber abgelehnt. Die zweite Verhandlungsrunde, die am 23. Oktober stattfand, blieb ergebnislos.

Erich Otto, Vorsitzender des IG Metall-Vertrauenskörpers bei ArcelorMittal am Standort Bottrop, betont, dass sich eine weitere Eskalation der Tarifrunde kaum vermeiden ließe, wenn sich die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlung nicht bewegen: „Wir führen eine Tarifrunde nicht mit dem Ziel, einen Arbeitskampf durchzuführen. Wir führen eine Tarifrunde, um ein gutes Ergebnis für die Mitglieder zu erreichen.“