Bottrop. Die Ampel zeigte Grün, der Mann fuhr los. In der Kreuzung kollidierte er mit einem Auto. Darum entschied das Amtsgericht Bottrop, dass er haftet.

Wenn die Ampel auf Grün springt, dürfen Autofahrerinnen und Autofahrer selbstverständlich losfahren. Allerdings müssen sie dabei auch auf0 eventuelle Nachzügler achten, die sich mit ihrem Fahrzeug noch in der Kreuzung befinden. Wer anderen Autofahrern nicht die Gelegenheit gibt, nach einem Rückstau auf einer Kreuzung den Bereich zu räumen, muss nach einem Unfall womöglich überwiegend haften.

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Das zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Bottrop, auf das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) jetzt hinweist. (Az.: 10 C 79/21). In dem Rechtsstreit ging es um einen Verkehrsunfall auf einer Kreuzung mit Ampelanlage. Dabei entstand ein Rückstau von mehreren Fahrzeugen, der sich nach dem Ende von deren Grünphase noch nicht ganz aufgelöst hatte.

Zusammenstoß nach Rückstau in Bottroper Kreuzung

Als der andere Autofahrer Grün bekam und losfuhr, war er mit dem Auto einer Frau zusammengestoßen. Die Fahrerin war durch den Rückstau aufgehalten worden und wollte danach noch von der Kreuzung fahren. Die Unfallbeteiligten stritten dann darüber, wer für die Unfallschäden die Haftung übernehmen muss. Der Autofahrer, der Grün hatte, klagte und es ging vor Gericht.

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Vom Amtsgericht in Bottrop schließlich wurde die Autofahrerin als „berechtigte Kreuzungsräumerin“ eingestuft. Der Kläger hätte der Nachzüglerin Vorrang einräumen müssen. Daher musste der Mann zu zwei Dritteln haften. Als wichtig ordnet die Arbeitsgemeinschaft für Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltsvereins aber auch ein: Beide Parteien hätten laut Gericht vorsichtig agieren müssen. So musste die Frau ebenfalls noch zu einem Drittel haften, weil sie gegen das Gebot der Rücksichtnahme verstoßen hatte.