Selbsthilfe

Arbeitslose stärken sich in Bottrop gegenseitig den Rücken

Burkhard Glebe vom Arbeitslosenzentrum und Friederike Lelgemann vom Selbsthilfe-Büro laden zum Austauschtreffen für Arbeitslose ein.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Burkhard Glebe vom Arbeitslosenzentrum und Friederike Lelgemann vom Selbsthilfe-Büro laden zum Austauschtreffen für Arbeitslose ein. Foto: Joachim Kleine-Büning

Bottrop.   Das Selbsthilfe-Büro bietet in Kooperation mit dem Arbeitslosenzentrum ein Austauschtreffen für Menschen auf Jobsuche an.

Menschen, die arbeitslos geworden sind, haben mit vielerlei zu kämpfen. Wirtschaftliche Sorgen und Bewerbungsfrust gehören ebenso dazu wie vielleicht Scham über den Jobverlust oder das Gefühl, von anderen als arbeitsunwillig abgestempelt zu werden. Einen geschützten Raum zum Erfahrungsaustausch möchte das Selbsthilfe-Büro mit dem Arbeitslosenzentrum der Ehrenamt-Agentur bieten: Ein erstes, unverbindliches Austauschtreffen für Arbeitslose, die nach Ausbildung oder Studium bereits beruflich tätig waren, ist am 16. März geplant.

Nicht daran krank werden

Initiatorin Friederike Lelgemann vom Selbsthilfe-Büro ist überzeugt: „Austausch tut gut – nicht nur bei gesundheitlichen, sondern auch bei wirtschaftlichen oder sozialen Problemen.“ Und Burkhard Glebe vom Arbeitslosenzentrum weiß: „Arbeitslosigkeit kann auch krank machen, meistens psychisch.“

Glebe weiß, was Arbeitslosigkeit bedeutet. Glebe weiß, was Arbeitslosigkeit bedeutet. Der 57-Jährige, der seit Februar beim Arbeitslosenzentrum beschäftig ist, ist gelernter Einzelhandelskaufmann, arbeitete in unterschiedlichen Unternehmen, sammelte Führungserfahrung. Und verlor schließlich den Job. Der Versuch, sich selbstständig zu machen, scheiterte. Über eine Maßnahme kam er an seine jetzige Tätigkeit.

Essener Gruppe geht auch an die Öffentlichkeit

Glebe bringt auch Erfahrungen aus einer Essener Arbeitslosengruppe mit – „im Ballungsraum Ruhrgebiet ist sonst nichts dergleichen zu finden“. Er weiß: „Die Gruppe ist gut für den persönlichen Austausch. Aber es geht auch um die Unterstützung bei Behördengängen oder mit Anträgen.“ Gleichzeitig startete die Essener Gruppe bereits Aktionen wie eine Podiumsdiskussion. „Wir wollen auch in der Öffentlichkeit sagen: Die allermeisten wollen arbeiten – kriegen aber nichts“, so Glebe.

Ähnliches könnte sich auch in Bottrop etablieren. Wenn sich aus dem ersten Austauschtreffen eine feste Gruppe entwickelt, freut das die Initiatoren. Wenn nicht, wollen sie eventuell einfach weitere, offene Austauschtreffen anbieten.

Zielgruppe: Arbeitslose mit qualifiziertem Abschluss

Das neue Angebot nimmt gezielt die Gruppe der Menschen auf Jobsuche in den Blick, die einen qualifizierten Abschluss haben und es bereits gewohnt waren, einem Beruf nachzugehen. „Wenn man das Angebot zu allgemein hält, fühlt sich am Ende niemand angesprochen“, meint Friederike Lelgemann. Alle anderen Arbeitslosen möchten die Initiatoren aber nicht ausgrenzen. Bei Interesse an einer Gruppe können sie sich an das Selbsthilfe-Büro wenden.

INFO UND ANMELDUNG IM SELBSTHILFE-BÜRO

>> Das erste Austauschtreffen für Arbeitslose mit beruflicher Qualifikation beginnt am Donnerstag, 16. März, um 13.30 Uhr im Haus der Vielfalt, Gerichtsstraße 3, Bottrop (Versammlungsraum, 2. Etage).

>> Wer Interesse hat wird gebeten, sich im Selbsthilfe-Büro anzumelden: 02041 2 30 19; E-Mail selbsthilfe-bottrop@paritaet-nrw.org

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik