Friedhofsführung

An Gräbern wird Stadtgeschichte lebendig

Die Besucher der Frauen Union um Anette Bunse (2.v. links) am Grab von Elisabeth Giese auf dem alten Friedhof an der Horster Straße.

Die Besucher der Frauen Union um Anette Bunse (2.v. links) am Grab von Elisabeth Giese auf dem alten Friedhof an der Horster Straße.

Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Gästeführer zeigt Mitgliedern der Frauen-Union auf dem alten Friedhof das Grab der Frauenrechtlerin Elisabeth Giese.

Die Frauen Union Bottrop hat mit einem Besuch auf dem alten Friedhof an der Horster Straße an den Todestag der Bottroper Politikerin und Frauenrechtlerin Elisabeth Giese erinnert. Sie starb am 20. Februar 1950. Die CDU-Frauen nutzten den Besuch auch, um sich von Gästeführer Holger Kröcher Geschichte und Geschichten des alten Friedhofs in Erinnerung rufen zu lassen.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Einführung des Frauenwahlrechts wurde Giese in der Politik aktiv. Sie wurde Mitglied im Bottroper Gemeindeparlament, 1921 auch Mitglied des Preußischen Landtags. Der Frauen Union gilt sie als eine bedeutende Persönlichkeit.

Interesse am Graberhalt

„Ihr Grab wäre schon längst abgelaufen gewesen, aber es bestand ein geschichtliches Interesse daran, es zu erhalten. Es war völlig verwilderte, doch längst wird es wieder von der Stadt gepflegt“, berichtete Holger Kröcher, Gästeführer der Stadt Bottrop. Er begleitete die Besucher über einen der ältesten Friedhöfe Bottrops und ließ nicht nur Elisabeth Giese, sondern auch andere bedeutende Persönlichkeiten aus der lokalen Geschichte durch Erzählungen über ihre Taten wieder lebendig werden. Kröcher führte die Gäste an die Gräber von Menschen wie den Eltern von Josef Albers, zur Ruhestätte von Hermann Böckenhoff, Friedrich Carl Devens, zum Geyer-Familiengrab sowie zum Grab von Dr. Johannes Ohm, dem Retter vieler blinder Bergleute.

Vergangenheit und Zukunft

Für den Gästeführer sind solche Friedhofsbegehungen immer etwas besonderes. „Friedhöfe sind Stadtgeschichte. Sie wird hier aus der Vergangenheit zurück geholt. Das ist ganz wichtig. Man muss die Vergangenheit kennen, um aus ihr lernen zu können. Das ist essenziell für die Zukunft einer jeden Stadt“.

Anette Bunse, Abgeordnete des Landtags, ist aktiv in der CDU Frauen Union. Sie hatte die Veranstaltung auf die Beine gestellt. „Wir haben einen Hinweis aus der Frauen Union bekommen, dass es das Grab dieser besonderen Frau und eine Friedhofsführung gibt. Ich finde, Friedhofskultur muss leben und vermittelt werden“, so Anette Bunse.

Die Gäste, die sich für die Friedhofsführung angemeldet hatten, taten dies aus den unterschiedlichsten Gründen. Einige interessieren sich für Bottrops Geschichte, andere fühlen eine respektvolle, tiefe Verbundenheit mit dem Friedhof. „Ich bin gebürtige Bottroperin und kenne die Namen vieler Leute, die hier liegen. Deswegen wollte ich mehr über diesen Friedhof erfahren. Mich interessiert seine Geschichte und die Geschichten der einzelnen Personen“, sagte Besucherin Maria Kolbe.

Nächste Führung schon geplant

Anette Bunse zeigte sich am Ende begeistert von der Führung. „Es war noch spannender und interessanter als erwartet. Die Geschichte holt einen richtig ein. Man kann stolz auf Bottrop und seine Bürger sein. Ich habe hier so einige Lebensgeschichten erfahren. Unser nächstes Vorhaben wird ein Besuch auf dem Parkfriedhof sein, um noch mehr über Bottrops ehemalige Bürger in Erfahrung zu bringen.“

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