Innovation City

Am Bottroper Stadtgarten werden 66 neue Appartements gebaut

Sie rufen zum Innovation-City-Endspurt auf: Karl-Heinz Maaß, Alexandra Peters, Burkhard Drescher, Bernd Tischler. Die Bauherren Ralf Kruse und Jochen Wihler freuen sich über die Zuschüsse. (von links).

Sie rufen zum Innovation-City-Endspurt auf: Karl-Heinz Maaß, Alexandra Peters, Burkhard Drescher, Bernd Tischler. Die Bauherren Ralf Kruse und Jochen Wihler freuen sich über die Zuschüsse. (von links).

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Studenten der Hochschule Ruhrwest, aber auch Bedienstete des Marienhospitals oder Senioren können die modernisierten Wohnungen bald mieten.

Zu einem modernen Appartementhaus baut die Essener Immobilienfirma Tri-Invest das alte Schwesternwohnhaus am Marienhospital derzeit aus. Insgesamt 66 neue Appartements werden am Stadtgarten entstehen. Insgesamt 4,9 Millionen Euro wird das Unternehmen für das Bauvorhaben ausgeben. Die Stadt bezuschusst als Modellstadt des Klimaschutzprojektes Innovation City sowohl die energetische Modernisierung des 45 Jahre alten Gebäudes als auch dessen Dachbegrünung.

Das Immobilienunternehmen hat das alte Wohnheim mit seinen 58 kleinen Appartements von der Kirchengemeinde St. Cyriakus gekauft. „Wir lassen die Grundstruktur im Prinzip so wie sie ist“, sagte Geschäftsführer Ralf Kruse. Die meisten neuen Wohnungen werden im Durchschnitt um die 43 Quadratmeter groß. Hinzu kommen vier größere Penthouse-Wohnungen, die die Bauherren auf die jetzigen Dächer der Altbauflügel setzen wollen.

Alle Wohnungen sind mit Balkonen oder Terrassen ausgestattet

Als Mieter hat der Unternehmer Senioren und Bedienstete des Marienhospitals im Blick, aber auch Studenten der Hochschule Ruhrwest könnten in die Ein- oder Zwei-Raum-Appartements am Stadtgarten einziehen, hofft Kruse. Alle Appartements seien barrierefrei und mit Balkonen oder Terrassen ausgestattet. 80 Stellplätze für Autos und ebenso viele für Fahrräder werden bereit stehen. Auch zwei Ladesäulen für Elektroautos will die Immobilienfirma aufstellen lassen.

Für die Modernisierung des Gebäudes bekommt das Unternehmen nicht nur Zuschüsse aus dem Innovation City-Programm, es hat sich auch Förderkredite der KfW-Bank gesichert. Die Bank vergibt zum Beispiel für den Austausch besonders ineffizienter Heizungen Kredite mit Minuszinsen. Rund 48 Tonnen CO2 pro Jahr wollen die Bauherren durch moderne Technik einsparen. „Das erreichen wir zum Beispiel durch moderne Gebäudedämmung, neue dreifachverglaste Fenster, Fernwärme und effizienten Heizungen“, erklärt Tri-Invest-Geschäftsführer Jochem Wihler.

Bottrop verfolgt ein sehr ambitioniertes Klimaschutzziel

Damit leisten die Bauherren auch ihren Beitrag dazu, dass die Stadt ihre Klimaschutzziele erreichen kann. „Wir wollen im Zeitraum von 2010 bis 2020 ja 50 Prozent CO2 einsparen. Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel“, betonte Oberbürgermeister Bernd Tischler. Der Bund habe nur ein 40 Prozent-Ziel, das er verfehle. „Wir sind optimistisch, dass wir unserer Ziel erreichen werden“, betonte Tischler. Für den Umbau zur Energie-Einsparung am Stadtgarten werde die Stadt einen Zuschuss von rund 100.000 Euro zahlen. Weitere 14.000 Euro wird sie voraussichtlich für die Begrünung der Dächer des Appartementhauses beisteuern. „Wir sind die einzige Stadt, die private Investitionen durch solche Fördergelder unterstützen kann“, unterstrich der Oberbürgermeister.

Innovation-City-Geschäftsführer Burkard Drescher ruft Hauseigentümer daher auch dazu auf, die verbleibende Zeit zu nutzen und sich Fördergelder für die Modernisierung ihrer Häuser zu sichern. Denn Ende 2020 läuft das Klimaschutzmodellprojekt ja aus. „Am 30. Juni 2020 ist der letzte Tag, an dem man Förderanträge stellen kann“, betont Drescher. Das halbe Jahr danach brauche das Projektteam zur Bearbeitung, damit die Fördergelder auch gezahlt werden können. Das Projekt am Stadtgarten sei wegen seiner Größe die Ausnahme. „In der Regel fördern wir die Modernisierung von Ein- oder Zweifamilienhäusern“, machte der Innovation City-Geschäftsführer klar.

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