Katastrophenschutz

Am Dienstag heulen in Bottrop die Sirenen zur Probe

Einer von 22 Standorten: die Sirene auf dem Dach des Schlauchturms der Hauptfeuerwache.

Foto: Thomas Gödde

Einer von 22 Standorten: die Sirene auf dem Dach des Schlauchturms der Hauptfeuerwache. Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   22 Anlagen in der Stadt warnen vor Großbränden, Gefahrgutunfällen, Unwetterlagen und Bombenentschärfungen. Einige werden am Dienstag getestet

Fast drei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges hat Bottrop wieder ein Warnsystem für große Gefahrenlagen. Am Dienstag werden einige von ihnen bei einer Funktionsprüfung kurz aufheulen. Sie geben den Bürgern künftig einen Weckruf bei Großbränden, Gefahrgutunfällen, großen Unwetterlagen oder Bombenentschärfungen.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hat der Bund in Bottrop und in vielen anderen Städten die Sirenen abgebaut, weil die Kriegsgefahr gebannt schien. In den letzten Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Sirenen durchaus Sinn machen können, nicht nur bei Gefahr von Raketenangriffen und dem Vormarsch feindlicher Panzerverbände. Das jetzt über die Stadt gelegte Netz von 22 Sirenen übernimmt bei großen Gefahrenlagen die Weckfunktion der Bürger.

„Es gibt kein System in Deutschland, das kann, was Sirenen leisten“, sagt Feuerwehrchef Kim Heimann. Der Alarm bedeutet: Macht das Radio oder den Fernseher an, schaut auf die Warn-App „Nina“ In Hardinghausen und Ekel werden die Sirenen wohl nicht zu hören sein, deshalb werden dort Warnfahrzeuge Lautsprecherdurchsagen machen.

Nachrüstung bei Bedarf

„Den Movie Park können wir warnen über die Sirene auf den Gebäude der Ortswehr Feldhausen“, sagt Heimann. „Wir werden aber feststellen, dass wir am einen oder anderen Standort noch eine Sirene nachrüsten müssen.“ Das muss nicht bedeuten, dass weitere Sirenen aufgestellt werden; es könne auch ausreichen die Zahl der Signalhörner zu erhöhen. In Bottrop sind Sirenen mit bis zu acht Hörnern im Einsatz. Und die erzeugen ordentlich Schalldruck.

Der kurze Probeeinsatz Dienstag soll ebenfalls über die Warn-App „Nina“ angekündigt werden, auch wenn es „wirklich nur ein kurzes Aufheulen sein wird“, sagt der Feuerwehrchef. Im Ernstfall soll eine Minute Heulton allen Bürgern signalisieren: Schließt Fenster und Türen, schaltet Klimaanlagen und Lüftungen aus. Informiert euch über die Warn-App, das Radio oder die Facebookseite oder den Twitterkanal „Feuerwehr Bottrop“. Und vor allem: Bewahrt Ruhe und ruft nicht den Notruf 112, wenn nicht wirklich etwas passiert ist.

Landesweite Probealarme geplant

Dies alles wollen Dezernent Paul Ketzer und der Feuerwehrchef möglichst bald bei einem Probealarm kommunizieren. Zwei Alarme pro Jahr soll es geben nach dem Willen des Landes, einen davon wünscht sich die Feuerwehr am Wochenende oder abends. um möglichst viele Menschen nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch daheim zu erreichen. Die Feuerwehr wartet deshalb auf den angekündigten Warnerlass des Landes. Und hofft, dass sich die Verfasser noch einen anderes Signal für den Probealarm einfallen lassen als die bisher geplanten drei Minuten Dauerton..

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