Fastenzeit

Am Aschermittwoch beginnt die Zeit des Verzichts

Ein Blättchen Salat und sonst nichts – die Fastenzeit hat veschiedene Gesichter.

Foto: imago stock&people

Ein Blättchen Salat und sonst nichts – die Fastenzeit hat veschiedene Gesichter. Foto: imago stock&people

Bottrop.   Am Aschermittwoch starten Fasten- und Passionszeit. Sie enden am Karfreitag. Menschen schwören Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch oder Fernsehen ab.

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ – so singen zumindest die Jecken in der Karnevalszeit. Und nicht nur katholische und evangelische Christen wählen den Aschermittwoch als Auftakt zu einem über 40-tägigen Verzicht.

„Für uns beginnt die Fastenzeit mit dem Gottesdienst am Aschermittwoch, in dem die Gläubigen ihr Aschekreuz auf die Stirn bekommen“, erklärt Pfarrer Martin Cudak von der katholischen Kirchengemeinde St. Joseph. Aber nur der Aschermittwoch und Karfreitag seien auch echte Fastentage, an denen es nur eine warme Mahlzeit geben sollte, so der Pfarrer.

Bewußter leben

So starten die Katholiken in die Fasten- und Abstinenzzeit, die heute aber vor allem bedeute, bewußter zu leben. „Ich habe gerade erst mit Schülern darüber gesprochen“, sagt Pfarrer Martin Cudak. „Die waren ganz erstaunt, dass sie nun nicht die ganzen Wochen auf Süßigkeiten verzichten müssen.“ Jeder müsse vielmehr für sich selber überlegen: „Wie viel brauche ich wirklich, wovon bin ich abhängig geworden?“ – und entsprechend verzichten. Das sei kein Zwang, sondern Einladung. Der eine verzichte aufs Fernsehen, der andere auf Alkohol. Bei ihm selber werden es übrigens Süßigkeiten sein, gesteht Pfarrer Cudak.

Bei Pfarrerin Doris Sturm von der evangelischen Gemeinde auf dem Eigen und ihre Tochter verzichten in den nächsten Wochen auf Fleisch und tierische Produkte: „Wir wollen vegan leben.“ Früher hat sie in der Passionszeit eine Fastengruppe auf dem Eigen geleitet, die eine Woche lang gemeinsam Heilfasten betrieb. Die Gruppe traf sich täglich zu Gespräch und Meditation. Doch ein derart zeitintensives Projekt sei heute angesichts der Personalsituation bei der ev. Kiirche leider nicht mehr zu leisten.

Fasten im Netz

Viele Gläubige schließen sich auch der jährlichen Fastenaktion der evangelischen Kirche an, die in diesem Jahr unter dem Motto steht „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“. Die Aktion fordert dazu auf, aufzustehen, seine Meinung zu sagen und nicht zu kneifen. Seit mehr als 30 Jahren gibt es die Aktion, die die Menschen aus ihrem Trott bringen will, damit sie die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusster erleben und gestalten.

Beide Kirchen bieten während der Fastenzeit auch online ihre Tipps an. Das Bistum Essen versedet „Impulse zum Nachdenken“ per Email, die evangelische Kirche von Westfalen führt einen Fastenkalender bei WhatsApp. Das Motto sind auch 2018 wieder Klimaschutz und Klimagerechtigkeit.

Kostenlose Anmeldung beim Bistum Essen:
www.heaven-on-line.de

Kostenlose Anmeldungen bei der ev. Kirche von Westfalen: http://ekvw.de/klimafasten

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