Berufsorientierung

1013 Bottroper Schüler erkunden ihre Stärken

Zu den Übungen bei der Potenzialanalyse gehört der Regalaufbau. Hans Karpa beobachtet die Realschüler Israfil, Burak und Baran bei ihrem Tun.

Zu den Übungen bei der Potenzialanalyse gehört der Regalaufbau. Hans Karpa beobachtet die Realschüler Israfil, Burak und Baran bei ihrem Tun.

Foto: Winfried Labus / FUNKE Foto Services

Bottrop.   Das Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ ist in Bottrop ins dritte Jahr gestartet. Jetzt machen alle weiterführenden Schulen mit.

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Den Übergang von der Schule in den Beruf flächendeckend, systematisch und vor allem gut vorzubereiten, um jungen Menschen einen erfolgreichen Start in Ausbildung oder Studium zu ermöglichen, dafür steht das Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Mit dem Start ins dritte Jahr in Bottrop beteiligen sich nun sämtliche weiterführenden Schulen daran. Das bedeutet: 1013 Achtklässler sowie 1267 Neunt- und Zehntklässler profitieren von Angeboten der Berufsorientierung.

Potenzialanalyse als erster Schritt

Am Anfang steht jeweils die Potenzialanalyse für die Achtklässler, erläutert Wolfgang Wuwer von der Kommunalen Koordinierungsstelle der Stadt: Nach einem Elterninformationsabend verbringen die Schüler klassenweise einen Tag lang bei einem Bildungsträger, führen dort verschiedene Übungen durch, werden dabei beobachtet und erhalten am Ende eine individuelle Auswertung. Am Donnerstag waren zum Beispiel Baran (13), Israfil (15) und Burak (13) mit ihren Mitschülern von der Gustav-Heinemann-Realschule bei der Gafög, einem von drei Partner-Bildungsträgern, an der Reihe. „Es hat Spaß gemacht und wir haben Sachen ausprobiert, die wir noch nie gemacht haben“, erzählt Baran. „Wir haben zum Beispiel gelernt, wie man mit dem PC rechnet“, sagt Israfil. „Und ein Regal aufgebaut“, ergänzt Burak.

Tatsächlich, erläutert Jutta Scheller (Gafög), durchlaufen die Schüler Übungen aus den Bereichen Gärtnern, Elektrotechnik, Handwerk, Büro. „Hier geht es darum, Potenziale zu entdecken“, hebt Scheller den positiven Ansatz hervor. „Die Schüler erkennen oft neue Fähigkeiten und können das später in einem Praktikum verstärken.“ Beobachtet und bewertet werden auch Punkte wie Ausdauer, Konzentration, Kreativität, Grobmotorik. Zur Potenzialanalyse gehört zudem ein Abgleich von Selbst- und Fremdeinschätzung – „oft schätzen die Schüler sich selbst schlechter ein“.

Die Auswertungsgespräche sollen an der Gustav-Heinemann-Realschule beim Elternsprechtag stattfinden, denn das Mitwirken der Eltern sei wichtig. Aufbauend auf den ermittelten Stärken werden die Achtklässler im April an drei Tagen in unterschiedliche Berufsfelder schnuppern. Ein Betriebspraktikum in Klasse neun und – für Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf – weitere Praxiskurse sind nächste Schritte.

Karl Tymister, Chef der örtlichen Arbeitsagentur, lobt die Idee des Programms: „Wir müssen anfangen bei der Frage, wo die Stärken, Neigungen und Interessen bei den Schülern sind – und auf gar keinen Fall schon bei konkreten Berufen.“

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