Umbau

„Zweites Ehrenfeld“: Unternehmer plant „Antonius-Karree“

Das Modell des Antoniuskarrees: Ein neuer Baukörper im Antonius-Kirchenschiff mit der alten Fassade, angebunden der Block des ehemaligen Stifts (hinten), so der Entwurf von Werner Boxbücher.

Das Modell des Antoniuskarrees: Ein neuer Baukörper im Antonius-Kirchenschiff mit der alten Fassade, angebunden der Block des ehemaligen Stifts (hinten), so der Entwurf von Werner Boxbücher.

Foto: Uli Kolman

Bochum.   Unternehmer Werner Boxbücher entwickelt Ideen für das „Antonius-Karree“. Damit will er die Antoniuskirche und das Viertel wieder aufwerten. 

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Ein windschiefer Drahtzaun zieht sich um den Komplex der St. Antonius-Kirche, eine Birke hat ihre Wurzeln auf dem Sims des Turms geschlagen, die Fenster des Stiftgebäudes zur Bessemerstraße sind blind. Stille seit fünf Jahren, die Gebäude entkernt, das Gotteshaus profaniert. Doch es soll wieder Leben herrschen, inspiriert vom „Zentralmassiv“, dem umgebauten Bunker am nahen Springerplatz, in einem „Antonius-Karree“.

Mit dieser Idee geht Unternehmer Werner Boxbücher in die demnächst anstehenden Abstimmungsgespräche mit der Bauverwaltung, um zu klären, was möglich ist im Griesenbruch.

Fünf Penthouse-Bereiche geplant

Büro- und Gewerbeflächen, Eigentumswohnungen, darunter fünf Penthouse-Bereiche und Appartements zwischen 34 und 38 Quadratmetern könnten der Komplex des früheren Antonius-Stiftes und das eigentliche Kirchengebäude aufnehmen. Zum Teil könnte die Fensterfassade erhalten werden und einen eigenen Baukörper mit Flachdach erhalten.

Die Lücke an der Bessemerstraße zur Kirche hin würde geschlossen, ein eigenes Treppenhaus gebaut. Auch das Pfarrhaus will Boxbücher erhalten, sanieren und einer neuen Wohnnutzung zuführen. Für den früheren Pfarrsaal in der Mitte des Komplexes hat ihm bereits die Kindertagesstätte schräg gegenüber im früheren Thyssen-Krupp-Gesundheitshaus Bedarf zur Erweiterung signalisiert.

Verträge sind unterschriftsreif

Bei der Immobilienmesse der Sparkasse, schildert Boxbücher, habe er Interessenten für das ehrgeizige Projekt gefunden, inzwischen seien die Verträge unterschriftsreif. Auf 14 bis 15 Millionen Euro schätzt er die Gesamt-Investitionen.

Inspirationen für den markantesten Teil des Konzeptes, den neugotischen Kirchturm, hat er spätestens bei einer Shanghai-Reise gesammelt: Mit einer noch nicht festgelegten Licht-Installation könnte das 35-Meter-Bauwerk eine weitere Landmarke ähnlich wie der Wasserturm an der Jahrhunderthalle in Sichtweite werden.

Gläserner Aufzug und Plattform

Auch ein gläserner Aufzug und eine Plattform in Höhe des vorhandenen Simses zur Dachfläche sind bereits feste Bestandteile des Konzeptes, für das der kreative Unternehmer noch Licht-Designer sucht. „Ich habe mich lange gefragt: Warum macht hier niemand etwas? Und ich bin sicher, das Viertel mit seinem direkten Zugang zur Innenstadt könnte damit immens aufgewertet werden, es könnte ein zweites Ehrenfeld werden“, unterstreicht Boxbücher.

Denn erfahrungsgemäß würden solche Investitionen auch auf weitere renovierungsbedürftige Immobilien in naher Umgebung ausstrahlen.

Bereits im Spätsommer hofft der Investor auf den Baubeginn.

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