Bochumer Symphoniker

Zwei Virtuosen prägen die Silvesterkonzerte

Blick ins 2016 eröffnete Musikforum Bochum.

Blick ins 2016 eröffnete Musikforum Bochum.

Foto: Lutz Leitmann

Bochum.  Im Musikforum feiert das Publikum das Orchester und die Solisten Ksenija Sidorova und Avi Avital. Als Zugabe gab’s den „Radetzky-Marsch“.

Mit den BoSy ins neue Jahr – da kann man nicht viel falsch machen, wie die beiden Silvesterkonzerte im (natürlich!) ausverkauften Anneliese-Brost-Musikforum bewiesen.

Das Orchester, gewohnt zupackend geleitet von GMD Steven Sloane, hatte in seinen Auftritten am Nachmittag und am Silvesterabend den Blick nach Osteuropa gerichtet. Einen Schwerpunkt bildete Musik von Antonín Dvořák, u.a. erklangen zwei seiner „Slawischen Tänze“. Dazu gab es mit Aleksandr Borodins „Polowetzer Tänzen“ ebenso rhythmisch verschachtelte wie durchaus beschwingt wirkende Musik.

Krachend, wenn es sein musste, aber präzise und innig in den ruhigeren Passagen, hinterließ das große Orchester, voll motiviert, einen Top-Eindruck, wenngleich die beiden Solisten doch im Mittelpunkt standen.

Perfektes, blindes Zusammenspiel

Mit dem Mandoline-Virtuosen Avi Avital und der Konzert-Akkordeonistin Ksenija Sidorova hatte Steven Sloane zwei Musiker aus Israel und Lettland aufgeboten, die das Bochumer Publikum im Sturm eroberten. Das Duo stellte sich mit Stücken u.a. von Budaschkin, Bartók und Villa Lobos vor, wobei man sich staunend fragte, was hier mehr beeindruckte: die stupende Musikalität dieser Zwei oder ihr perfektes, blindes Zusammenspiel.

Betörend natürlich auch die ungewöhnliche Kombination der Instrumente Mandoline und Akkordeon, wobei es in puncto Feintuning, etwa was Lautstärke-Modulation und dynamische Zurückhaltung des „großen“ Akkordeons gegenüber der „kleinen“ Mandoline angeht, nichts zu meckern gab. Weniger überzeugend gelang das in Antonin Vivaldis „Sommer“ (aus dem Zyklus „Die Vier Jahreszeiten“), das Avital mit den Bosy-Streichern gestaltete, und das – auch wegen seines sonnigen italienischen Esprits – leicht deplatziert im osteuropäischen Kontext wirkte.

Bei der Zugabe wird mitgeklatscht

Mit dem als sprudelnde Zugabe aufgegossenen „Radetzky-Marsch“, bei dem Sloane das Publikum zum kollektiven Mitklatschen aufforderte, zog dann bereits am Silvestertag ein Hauch von Wiener Neujahrskonzert ins Musikforum ein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben