Nachhaltigkeit

Zwei Studenten geben Nachhaltigkeits-Tipps für den Alltag

Die Teilnehmer des Workshops suchen nach Strategien, um mehr Nachhaltigkeit in ihrem Alltag unterbringen zu können. Methoden aus der Psychologie sollen dabei helfen.

Die Teilnehmer des Workshops suchen nach Strategien, um mehr Nachhaltigkeit in ihrem Alltag unterbringen zu können. Methoden aus der Psychologie sollen dabei helfen.

Foto: Sabine Hahnefeld

Bochum.  Im Unverpacktladen zeigen Florian Engel und Vincent Beermann, wie man mit psychologischen Tricks den Vorsatz „nachhaltiger leben“ verwirklicht.

Über das Thema Nachhaltigkeit weiß Martin Sewelies bereits einiges: Etwa, dass wir die Natur 1,7 Mal schneller benutzen, als sich die Ökosysteme regenerieren und dass es deshalb sinnvoll ist, kein Fleisch zu essen und Rad statt Auto zu fahren. Das Wissen allein reicht nicht: Zu oft bleibt das Rad trotzdem stehen. Warum? Und wie klappt es häufiger mit dem Vorsatz, nachhaltiger zu leben?

Florian Engel und Vincent Beermann studieren Psychologie und haben auf diese Fragen Antworten. „In unserem Nachhaltigkeits-Workshop stellen wir Methoden aus der Psychologie vor, die bei einem nachhaltigen und generationengerechten Leben helfen“, so Engel. Das sieht dann zum Beispiel so aus: „Wir sprechen nicht vom Verzicht, sondern vom Zugewinn“, sagt Beermann. Die Methode nenne sich „reframing“ – dem Thema Nachhaltigkeit wird ein neuer Rahmen gegeben. Der Bequemlichkeitsverlust durch das Radfahren wird so zum sportlichen Sparen.

Teilnehmer sammeln Themen

20 Teilnehmer sind in den Unverpacktladen an der Herner Straße gekommen, um sich einen halben Tag lang Tipps für einen nachhaltigeren Lebensstil zu holen. „Zugegeben: Man wird doch in der Öffentlichkeit von dem Thema Nachhaltigkeit erschlagen“, sagt Charlotte Schwarz. Sie wolle durch den Workshop mehr Klarheit erhalten.

Tatsächlich wirkt die Vielfalt an Nachhaltigkeits-Themen, die die Teilnehmer auf Plakaten gesammelt haben, schier unendlich: Alltagsmobilität, Konsum, Ernährung, Haushalt und Reisen; selbst bei den Finanzen lässt sich etwas ändern, um nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen, als neue produziert werden können. „Wer zahlt den Preis, wenn ich ihn nicht zahle?“ oder „Wo geht Mehrweg statt Einweg?“, fragen sich die Teilnehmer. Die Anregungen reichen von selbst gemachter Zahnpasta über ein nachhaltiges Einkaufsbudget und Regionalwährung bis hin zu Mitfahrgelegenheiten, Foodsharing und dem Hinweis im Hotel: „Bitte Handtuch nicht wechseln“.

Eigene Potenziale erkennen

„Jeder kann etwas tun“, resümiert Charlotte Schwarz. Florian Engel rät: „Man muss seine eigenen Potenziale erkennen!“ Schwarz hat dazu mit einem Nachhaltigkeits-Rad und einer Kurve zur Veränderungsleichtigkeit gearbeitet. „Ich konsumiere schon sehr nachhaltig, beim Reisen ist noch Potenzial“, sagt sie. Sie könne sich beispielsweise schwer vorstellen, sich komplett vegan zu ernähren, ein stärkeres Bewusstsein gehöre aber zu ihren Zielen. „Die Ziele sollen realistisch, konkret und überprüfbar sein“, rät Beermann. Abstrakt zu sagen „ab jetzt lebe ich nachhaltig“, sei nicht zielführend.

Anja Gierling hat sich vorgenommen, bis Dezember die Hälfte aller Lebensmittel nachhaltig zu kaufen. Martin Sewelies will sich eine nachhaltige Bank suchen. „Früher habe ich im Supermarkt nur auf den Kilopreis geachtet, heute achte ich auf die Umwelt“, sagt Sewelies. Sein Körper danke es ihm: „Nach der Ernährungsumstellung auf vegane Kost fühle ich mich viel energetischer“, sagt er und erinnert: „Wir haben nur einen Planeten“ .

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