Wirtschaft

Zimbo-Zentrale in Bochum endgültig geschlossen

Bis Ende März 2013 bestand der Verwaltungssitz des Fleisch- und Wurstwarenherstellers Zimbo an der Bochumer Wasserstraße.

Bis Ende März 2013 bestand der Verwaltungssitz des Fleisch- und Wurstwarenherstellers Zimbo an der Bochumer Wasserstraße.

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum.   Die Wurst bei Zimbo ist gegessen - die Zentrale des ehemaligen Traditionsunternehmens für Fleisch- und Wurstwaren ist Geschichte. Die Marke Zimbo war bereits 2008 von der schweizerischen Bell AG übernommen worden und soll weiter existieren. Seit Herbst 2012 befindet sich die Verwaltung in Seevetal.

Alles hat ein Ende, auch die Ära des Fleisch- und Wurstwarenherstellers Zimbo in Bochum. Die Marke Zimbo, die gibt es zwar weiter. Aber die Firma Zimbo existierte nicht mehr, sie steht in keinem Handelsregister mehr. Die Hauptverwaltung an der Wasserstraße wurde zum Ende März 2013 aufgelöst. Damit verschwanden die letzten 87 Mitarbeiter der ehemaligen Firma Zimbo aus Bochum.

Der Name Zimbo steht als Abkürzung für Zimmermann Bochum. 1953 hatte Max Zimmermann das Unternehmen in Witten gegründet. 1960 wurden die ersten Wurstwaren für Supermärkte in Fertigverpackungen verkauft. Sohn Reinhold Zimmermann siedelte 1971 um nach Bochum-Harpen. 1976 wurde die Wurstherstellung im emsländischen Börger gestartet, 1991 folgte in Betrieb in Suhl/Thüringen. 2002 wird Zimbo Trikotsponsor des VfL Bochum. Im Jahr 2003 feiert Zimbo 50-jähriges Jubiläum und ist deutscher Marktführer bei SB-Wurst mit 3144 Beschäftigten und 592 Mio Mark Umsatz.

Noch 30 Bochumer in der Gruppe

Zum 1. Januar 2008 steigt die Bell AG, führender Fleischwarenhersteller der Schweiz, als Zimbo-Mehrheitsgesellschafter ein. Im Februar 2012 zieht sich Reinhard Zimmermann aus dem operativen Geschäft zurück. Christof Queisser, der im April 2002 als Vorsitzender der Geschäftsführung in Bochum antrat, ist - ebenso wie seine beiden Kollegen der Geschäftsführung-, mit dem Aus für den Standort Bochum im März dieses Jahres ausgeschieden.

Ende 2012 waren noch 80 Mitarbeiter bei Zimbo an der Wasserstraße beschäftigt, am Umzugstermin waren es noch 54 Mitarbeiter. Im Jubiläumsjahr 2003 zählte die Hauptverwaltung rund 230 Mitarbeiter. Heute, so Jochen Bremecker, Marketingleiter Marke der Bell-Foodgroup, auf Anfrage der WAZ, seien noch 30 Bochumer für Bell Deutschland, nicht nur für Zimbo, tätig

Schließung wirke sich nicht auf Herstellungsbetriebe aus

Nach wie vor habe Zimbo für Bell „eine wichtige Rolle mit bedeutenden Umsatz- und Absatzanteilen.“ Eine eigene Geschäftsführung habe die Marke nicht. Bereits zum 1. September 2012 habe die Bell-Gruppe ihre inländischen geschäftlichen Aktivitäten in der Bell Deutschland GmbH & Co. KG in Seevetal (bei Hamburg) gebündelt.

Bremecker: „Produkte der Marke Zimbo werden heute unter anderen in Börger (ca. 180 Mitarbeiter), in Suhl (ca. 210 Mitarbeiter) und in Bad Wünnenberg (ca. 180 Mitarbeiter) hergestellt.“ Die Schließung der Zentrale Bochum habe keine Auswirkungen auf die Herstellungsbetriebe gehabt. Das Angebot, an den neuen Standort nach Seevetal zu wechseln, haben weniger als ein Drittel der 2012 Beschäftigten in Anspruch genommen, vor allem aus familiären Gründen, so der ehemalige Betriebsrat Bochum im Herbst 2012.

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