Wirtschaft

Wirtschaftsjunioren wollen ökonomisches Denken fördern

Im Energieeffizienzentrum, das von der Wirtschaftsentwicklung eingerichtet wurde, gibt es viele junge Unternehmen.

Foto: Joachim Haenisch

Im Energieeffizienzentrum, das von der Wirtschaftsentwicklung eingerichtet wurde, gibt es viele junge Unternehmen. Foto: Joachim Haenisch

Bochum.   Der Verband aus Jungunternehmern will vom Schüler hin zum Existenzgründer auf das Wirtschaftsleben vorbereiten. Dazu gibt es Beratung.

Die neue Landesregierung aus CDU und FDP hat es sich schon in den Koalitionsvertrag geschrieben: Das Fach Wirtschaft soll wieder an weiterführenden Schulen unterrichtet werden. Das Wissen um das Funktionieren von volks- und betriebswirtschaftlichen Abläufen komme an vielen Stellen in Schule und Ausbildung zu kurz, so der Tenor aus der Politik. Und auch die Gründerszene müsse weiter gefördert werden, um den Wirtschaftsstandort NRW voranzubringen.

Die Wirtschaftsjunioren Mittleres Ruhrgebiet sehen das genauso, wollen aber nicht gleich die Schulen stürmen und in die Mechanismen des Marktes einführen oder für das BWL-Studium werben. „Wir wollen grundlegend ein positives Bild von Wirtschaft vermitteln und zeigen, dass es nicht darum geht, möglichst viel Geld zu verdienen“, erklärt Martin Schippel, Vorstandsmitglied bei den Wirtschaftsjunioren und selbst Firmengründer, „unternehmerisch und verantwortungsvoll zu denken und zu handeln, Arbeitserfahrungen in Betrieben zu sammeln, das trägt besonders zur Persönlichkeitsentwicklung bei.“

Netzwerk hat 120 Mitglieder

Die Wirtschaftsjunioren sind ein Verband aus jungen Unternehmern, die aus den unterschiedlichsten Bereichen der Wirtschaft kommen. Klassisch produzierende Unternehmen, Dienstleister von der IT-Firma bis zur Sprachschule finden sich darunter. Mehr als 120 Mitglieder zählt das Netzwerk zwischen Bochum, Hattingen, Witten und Herne mittlerweile. Keiner von ihnen ist älter als 43. Neben dem Erfahrungsaustausch untereinander, soll der Wirtschaftsstandort Mittleres Ruhrgebiet gefördert werden.


Schüler, Azubis, Studenten, junge Gründerinnen und Gründer: Sie alle sollen von kostenlosen Beratungsangeboten und den Erfahrungen der Jungunternehmer profitieren. Projekte wie „Eltern-Schule-Wirtschaft“ bringen eben jene drei Gruppen zusammen, vor allem wenn es um Bewerbungen und erste Schritte in das Berufsleben gehen soll. Beim Projekt „Know-how4you“ können Existenzgründer und auch erfahrene Unternehmer ihre Geschäftsideen bzw. betrieblichen Problemstellungen vor einem Expertengremium vorstellen, bei denen dann auch „Senior-Experten“ der Industrie- uns Handelskammer (IHK) mit Ratschlägen bereitstehen.

Zusammenarbeit mit weiterführenden Schulen

Wirtschaftsförderung fängt für die Wirtschaftsjunioren aber eben auch in der Schule an.

„Wir arbeiten immer häufiger mit weiterführenden Schulen zusammen und machen insbesondere Bewerbungstrainings ab Klasse 9“, sagt Thomas Staroscik, der sich im Vorstand um das Ressort Schule/Wirtschaft kümmert und mit seiner Firma „ruhr IT“ weiß, worauf es bei einer guten Bewerbung ankommt. „Ich bin doch oft entsetzt, wie wenig Wissen selbst in Wirtschaftsklassen vorhanden ist.“ In den Schulen sei den Junioren vor allem wichtig zu vermitteln, dass man sich früh ausprobieren soll, um herauszufinden was einem liegt und was nicht.

Fundierte Ausbildung und Schnupperpraktika

„Ich erlebe oft, dass sich Schüler schon einmal für ein IT-Studium entscheiden, obwohl das gar nichts für sie ist“, sagt Staroscik. Und nicht jeder sollte gleich die Universität im Blick haben. „Eine fundierte Ausbildung ist genauso wichtig für die Wirtschaft“, meint Martin Schippel.

Kurze Schnupperpraktika in die eigenen Unternehmen der Wirtschaftsjunioren vermitteln sie bei Interesse deshalb auch. „Wenn wir die Schüler motivieren können, selbst aktiv zu werden, dann haben wir viel erreicht“, meint Schippel.

>>> Info: Die Jungunternehmer beraten gern

  • Die Wirtschaftsjunioren Mittleres Ruhrgebiet sind Partner der IHK und haben eine Internetpräsenz auf http://wj-mr.de .

  • Über die E-Mail info@wj-mr.de kann man mit den Jungunternehmern direkt in Kontakt treten. Schüler bekommen mit der 32-seitigen Broschüre „Jobguru“ wichtige Tipps, worauf man bei einer Bewerbung achten muss.

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